KN: "Eine große Ehre, hier für Euch zu arbeiten"

THW Kiel in den Medien
Dienstag, 11.06.2019 // 11:19 Uhr

Kiel. Der Moment nach dem Abpfiff des letzten Saisonspiels ist beim THW Kiel immer einer zwischen Vorfreude auf Feierlichkeiten oder Urlaub und Wehmut. Zeit für Abschied, auch dieses Jahr wieder. Zeit für Dank und um das ein oder andere Geheimnis zu lüften.

11.06.2019

Abschied von Gislason, Vujin, Wolff, Firnhaber

Den Anfang am Sonntag machte Sebastian Firnhaber, der sich aus der THW-Jugend über den TSV Altenholz bis in den Profikader der Zebras hochgearbeitet hat und nun zum HC Erlangen wechselt. "In diese Freundschaftsbücher, die es früher gab, habe ich als Berufswunsch nie Feuerwehrmann oder Polizist geschrieben", verriet er. "Ich wollte schon immer THW-Spieler werden." In Erlangen will der Kreisläufer, der 112-mal für den THW auf der Platte stand, mehr Spielpraxis sammeln. Mit Freundin Neele nimmt er eine Kielerin ("Die beste Freundin, die es gibt") mit in den Süden. 

Andreas Wolff hingegen zieht es in den Osten, zum polnischen Meister Vive Kielce. Nach 163 Spielen für die Zebras prophezeite der Torwart der Mannschaft eine rosige Zukunft: "Seit Viktor (Szilagyi, d. Red.) die sportliche Leitung übernommen hat, läuft es wieder an allen Stellen in die richtige Richtung. Das werden nicht die letzten beiden Titel mit Viktor und Filip (Jicha, künftiger THW-Trainer, d. Red.) gewesen sein." 

Nicht in der Halle, aber trotzdem allgegenwärtig war Marko Vujin. Der Serbe, seit 2012 ein Zebra und seit längerem erkrankt, verlässt den Verein mit unbekanntem Ziel. Im dritten Rang hatten die Fans ein Banner mit einem Vujin-Trikot und der Aufschrift "Danke Marko, du bist einer von uns" aufgehängt. Hallensprecher Thomas Lorenzen adelte den Linkshänder als "klasse Typ mit schwarz-weißem Herzen" und sagte: "Wir hoffen, dass wir ihn alsbald gemeinsam verabschieden können."  Zuvor will Kapitän Domagoj Duvnjak seinem "Freund für ein ganzes Leben" noch die gesammelten Medaillen der Saison bringen. "Er hat sieben Jahre lang alles für den THW gegeben. Ich hoffe, er kommt bald wieder."

Den mit Abstand lautesten Applaus bekam Trainer Alfred Gislason. Im Lichtkegel stehend und mit Blick auf die Ränge sagte der 59-jährige Isländer: "Wer hätte gedacht, dass ich es elf Jahre hier aushalte." Er sei damals mit dem Auftrag angetreten, das Flaggschiff THW weiter auf Kurs zu halten. "Ich habe alles versucht und gemacht, was ich konnte. Damit waren nicht immer alle einverstanden, aber es war immer eine große Ehre, hier mit und für euch zu arbeiten." Für Gislason war es noch nicht der letzte Auftritt im Kieler Handball-Tempel. Er bekommt am 26. Juli ein Abschiedsspiel. "Ich hoffe, die Halle wird einigermaßen voll", sagte er und erntete dafür viele Lacher. Und dann? Will der Trainer die Seiten wechseln. "Ich werde mich nahtlos in die 'weiße Wand' einfügen und genießen", kündigte er an.

(Von Merle Schaack und Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 11.06.2019, Foto: Sascha Klahn)