Ekberg gegen Wetzlar: Ein Fall für die Geschichtsbücher

Bundesliga
Montag, 22.03.2021 // 08:08 Uhr

Niclas Ekbergs Auftritt beim 23:19-Erfolg gegen die HSG Wetzlar war beeindruckend: Mehr als die Hälfte aller Kieler Tore erzielte der schwedische Rechtsaußen in dieser Begegnung und sorgte so für einige weitere Kapitel in den schwarz-weißen Geschichtsbüchern. 

Ekberg: Nicht das erste Mal mit 12 oder mehr Toren

Neun von zehn Strafwürfen verwandelte Ekberg gegen Wetzlar

Es war übrigens nicht das erste Mal, dass Ekberg im THW-Trikot zwölf oder mehr Tore erzielte, denn bereits in der aktuellen Spielzeit hat er diese Marke einmal übertroffen: Am ersten Spieltag traf er beim 36:30 gegen den HC Erlangen gleich 13 Mal ins Schwarze. Und auch in den Jahren zuvor war Ekberg ähnlich treffsicher:  Am 20. Mai 2018 führte er mit 12/8 Treffern seine Mannschaft zum 31:27 in Lemgo, ein knappes Jahr später erzielte er beim 37:21 gegen die Eulen Ludwigshafen sogar 15/6 Tore - sein persönlicher Rekord als Zebra. Und auch im DHB-Pokal war Ekberg schon zwölf Mal "on fire": Im Halbfinale am 8. April 2017 führte der Schwede seine Mannschaft mit zwölf Treffern gegen Leipzig ins Finale. Aber trotzdem waren die zwölf Treffer gegen Wetzlar in zweierlei Hinsicht besonders: Zum einen, weil Ekberg neun dieser Tore vom Siebenmeterstrich erzielte. Erst sieben Spieler haben in der Geschichte der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga mehr Strafwürfe in einer Partie verwandelt. Führend ist Daniel Stephan mit elf Siebenmeter-Toren in der Saison 2004/2005 beim 30:29 seines TBV Lemgo in Wetzlar. Und auch ein schwedisches Zebra ist in dieser Top-Riege vertreten: Kapitän Stefan Lövgren mit seinen zehn verwandelten Strafwürfen im Februar 2005 beim 42:32 in Wilhelmhaven

Ekberg überholt Ahlm

Auch in der Abwehr steht Niclas Ekberg seinen Mann

Zum anderen waren die zwölf Tore gegen Wetzlar zumindest clubintern historisch, weil Ekberg mit seinem fünften Tor zum zwischenzeitlichen 10:9 einen weiteren, großen Schweden in der Liste der erfolgreichsten THW-Bundesliga-Torschützen aller Zeiten hinter sich lassen konnte: Mit jetzt 1212 Treffern verdrängte Ekberg den ehemaligen Kapitän und Kreisläufer Marcus Ahlm (1204) auf Platz fünf. Zuvor hatte der Rechtsaußen in dieser Saison bereits Christian Zeitz (1147) und THW-Ehrenspielführer Stefan Lövgren (1176) überholt. Das "Treppchen" ist für den 32-Jährigen bereits in Wurfweite: 13 Bundesliga-Tore fehlen Ekberg noch, um Uwe Schwenker (1224) aus den "Top3" zu werfen. 

"Ich hoffe, dass ich noch ein bisschen draufpacken kann"

Der Champions-League-Sieg 2020 war Ekbergs bisher größter Triumph mit dem THW Kiel

Zahlen, die beeindrucken. Und mit Sicherheit auch einer der vielen Gründe, warum der Vertrag mit dem Rechtsaußen unlängst verlängert wurde. Zehn Jahre wird Ekberg dann in Kiel spielen - und er scheint in der Form seines Lebens zu sein. "Ja, vielleicht bin ich das", mutmaßte der Linkshänder in einem Gespräch mit dem Arena-Magazin Zebra nach dem Champions-League-Sieg im Dezember, um dann gleich nachzulegen: "Aber ich hoffe, dass ich noch ein bisschen draufpacken kann." Denn Niclas Ekberg hat noch eine Menge vor. "Ich habe über einen längeren Zeitraum relativ stabile Leistungen gebracht. Ein hohes Niveau über lange Strecken zu halten, ist eines der ganz großen Ziele, die man in seiner Karriere verfolgt. Ich war in dieser Phase glücklicherweise nicht schwerer verletzt. Das ist ein Zeichen, dass der Körper mitmacht."