Beim 34:25 gegen Minden: Ekberg knackt den THW-Torrekord!

Bundesliga
Sonntag, 03.10.2021 // 17:59 Uhr

Fünftes Spiel in der neuen Saison der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga - fünfter Sieg für den THW Kiel! Die Zebras zeigten sich von der ersten Saisonniederlage am Donnerstag in der EHF Champions League bei Montpellier HB gut erholt und gewannen am Sonntagnachmittag in der Wunderino Arena gegen GWD Minden hochverdient mit 34:25  (19:15) Toren. Der Tabellenletzte aus Ostwestfalen war hielt 37 Minuten lang gut mit, musste sich aber letztlich noch deutlich den Zebras geschlagen geben, die angefeuert von den Rängen die letzte Viertelstunde wie im Rausch spielten. Dieser 3. Oktober 2021 wird den Fans des Rekordmeisters aber aus einem anderen Grund im Gedächtnis bleiben: Niclas Ekberg schrieb Vereinsgeschichte: Der Kieler Rechtsaußen ist durch seine 11/8 Treffer nun bester Bundesliga-Torschütze des THW Kiel aller Zeiten (siehe Extra-Bericht)! 

Blitzstart der Zebras

11/8 Tore: Niclas Ekberg war an diesem historischen Abend erneut bester Torschütze

Der THW Kiel erwischte einenBlitzstart und ging schnell mit 3:0 Toren in Führung ging. Ekbergs verwandelter Siebenmeter, Haralds Reinkinds Kracher aus dem Rückraum und ein weiterer verwandelter Ekberg-Strafwurf brachte den Favoriten schnell in Front. Mohamed Darmoul, blitzschneller tunesischer Mittelmann von GWD erzielte den ersten Treffer für die Gäste, die auf den verletzten ehemaligen Kieler Christian Zeitz verzichten mussten. Darmoul war neben Torhüter Lichtlein auffälligster Spieler im grünen Trikot, brachte den Ball insgesamt achtmal an THW-Torhüter Niklas Landin vorbei. 

Weltklasse-Landin

17 Paraden: Niklas Landin war wieder einmal in Weltklasse-Form

Ansonsten war es wieder einmal Kiels dänischer Schlussmann, der den gegnerischen Angreifern ein ums andere Mal den Zahn zog. Insgesamt glänzte Landin mit 17 Paraden, dreimal scheiterten Mindens Angreifer von der Siebenmeterlinie. Ein vierter Strafwurf landete neben dem Tor - wohl auch aus Respekt vor dem THW-Torhüter.
Der erste Vier-Tore-Vorsprung stand in der zwölften Minute nach Ballklau und Tempogegenstoß von Sven Ehrig auf der Anzeigentafel. 10:5 hieß es in der 13. Minute, Ehrig war erneut erfolgreich, dieses Mal mit einem frechen Heber. Doch in der Folgezeit stand Mindens Abwehr besser, packte energischer zu, ließ die Zebras somit nicht vorzeitig davontraben. Niclas Ekberg traf in der 30. Minute mit seinem siebten sicher verandelten Siebenmeter schließlich zum 19:15-Halbzeitstand, Niklas Landin sicherte den Vorsprung beim Gegenstoß gegen den frei vor ihm auftauchenden Darmoul.

Kieler wie im Rausch

Harald Reinkind erzielte sechs Tore

Der starke Darmoul war es dann, der ein wenig Hoffnung bei den wenigen GWD-Fans weckte, als er mit zwei Treffern in Folge kurz nach dem Wechsel zum 18:20 verkürzte. Trainer Filip Jicha stellte seine Abwehr dann für kurze Zeit auf eine offensive Variante mit Domagoj Duvnjak in der Spitze um. Die Maßnahme  zeigte Wirkung. Magnus Landin und zweimal Hendrik Pekeler vom Kreis ließen den THW in der 41. Minute wieder auf 24:19 enteilen. Der Rest wurde dann zum Schaulaufen für die Zebras, die sich gemeinsam mit ihren lautstarken Fans in einen Rausch spielten. Patrick Wiencek markierte  mit dem 32:23 in der 57. Minute die erste Neun-Tore-Führung, Youngster Leon Ciudad feierte wenig später seinen Einsatz und das Tor zum 33:24, und Nikola Bilyk setzte mit dem 34:25 den Schlusspunkt unter ein Spiel, das mit Niclas Ekbergs Rekord in die THW-Geschichtsbücher eingehen wird.  

Mittwoch erstes K.o.-Spiel der Saison

Vier zum Teil artistische Treffer: Patrick Wiencek

Bisher "tanzten" die Kieler nur auf zwei Hochzeiten, ab Mittwoch sind es drei: Beim EHV Aue geht es ab 19 Uhr um den Einzug in die nächste Runde des DHB-Pokals. Die Kieler reisen am Spieltag ins Erzgebirge, auch der mobile THW-Fanshop wird vor der ausverkauften Erzgebirgshalle in Lößnitz seine Türen öffnen. www.sportdeutschland.tv überträgt live. In der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga geht es dann am Sonntag (14 Uhr, live auf Sky) zum Spitzenspiel bei den Füchsen Berlin, ehe am Mittwoch (13. Oktober, 18:45 Uhr)  die mit zahlreichen ehemaligen Bundesliga-Stars verstärkte kroatische Spitzenmannschaft RK PPD Zagreb ihre Visitenkarte in der Wunderino Arena (jetzt Tickets sichern!) abgibt. Doch jetzt steht erst einmal der DHB-Pokal an: Weiter geht's in Aue, Kiel! 

LIQUI MOLY HBL; 5. Spieltag: THW Kiel - GWD Minden: 34:25 (19:15)

THW Kiel: N. Landin (1.-60., 17/3 Paraden), Quenstedt (n.e.); Ehrig (2), Duvnjak, Sagosen (1), Reinkind (6), M. Landin (2), Weinhold (1), Wiencek (4), Ekberg (11/8), Ciudad (1), Dahmke, Zarabec, Horak, Bilyk (2), Pekeler (4); Trainer: Jicha
GWD Minden: Lichtlein (1,-52., 6 Paraden), Grabitz (52.-60., 1 Parade); Meister (2), Janke, Kranzmann, Richtzenhain, Korte (4), Thiele (1), Pieczkowski (4), Schluroff (1), Jukic (2), Staar (2), Urban (1), Darmoul (8/1), Hermeling; Trainer: Carstens

Schiedsrichter: Martin Thöne / Marijo Zupanovic
Zeitstrafen: THW: 3 (2x Horak (30., 60.), Wiencek (42.)) / GWD: 7 (Meister (16.), 3x Staar (23., 47., 54.), Janke (29.), Darmoul (35.), Richtzenhain (57.))
Disqualifikation: Staar (3. Zeitstrafe (54.))
Siebenmeter: THW: 8/8 / GWD: 5/1 (Landin hält 2x Darmoul (3., 36.) und Urban (36.), Urban vorbei (40.))
Spielfilm: 3:0 (5.), 4:1, 6:2 (8.), 7:3, 8:5 (12.), 10:5, 12:7 (16.), 12:10 (18.), 14:10, 16:11 (23.), 16:13 (25.), 18:14 (27.), 19:15;
20:16, 20:18 (35.), 21:19, 25:19 (43.), 26:20, 26:22 (45.), 29:22 (51.), 32:23 (57.), 34:25.
Zuschauer: 9.000 (ausverkauft) (Wunderino Arena, Kiel)

Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Filip Jicha: Ich muss meiner Mannschaft ein Lob aussprechen. Wir wollten das Spiel heute in zwei Phasen einteilen - eine mit offensiver Abwehr, eine mit der defensiven Variante. Die offensive Abwehr war gut, wir waren beweglich, aber die letzte Konsequenz hat da gefehlt. Dann wurde es ein klassisches Spiel gegen starke Mindener, die um jeden Zentimeter gekämpft haben. Wir haben dann auf die 6-0 umgestellt, und die Jungs wurden zunehmend sauer auf sich selbst. Sie haben dann angefangen, unglaublich zu arbeiten. Dann kam Landin hinzu, und wir haben die letzten Minuten wie im Rausch gespielt. Letztlich konnten sich die Jungs dann noch belohnen. Ich bin dankbar über diesen Erfolg, aber wir müssen weiter hart an uns arbeiten. Dieser Oktober wird schwer, da dürfen wir nicht links oder rechts schauen, sondern müssen einfach fleißig weiterarbeiten.
Zu Niclas Ekberg: Diese Geschichten werden in der NBA irgendwie mehr gefeiert. Da hätte man nach so einem Rekord das Spiel gestoppt und hätte den betreffenden Spieler minutenlang mit La Ola gefeiert... Das ist eine Wahnsinnsleistung von Eki. Dieser Verein hat solch eine enorme Historie. Dass Eki das heute geschafft hat zeigt, was er für ein Weltklasse-Handballer ist. Ich gönne es ihm - und ich freue mich mit ihm! 

GWD-Trainer Frank Carstens: Ich gratuliere dem THW KIel zum Sieg und zu den bisher gezeigten Leistungen. Der THW Kiel ist derzeit weit weg von den anderen in der Liga, das sieht aus wie aus einem Guss. Das ist der Vorteil, wenn man auf eine eingespielte Mannschaft setzen kann. Wir haben heute ein paar Sachen verbessert. Wir haben - anders als in der vergangenen Saison - es heute geschafft, dass Tempospiel des THW Kiel weistestgehend zu unterbinden und die KIeler in den Positionsangriff zu zwingen. Wir wollten heute einzelne Sequenzen des Spiels gewinnen. Das ist uns zwar nicht gelungen, aber trotzdem bin ich mit dem Angriff zufrieden. Wir hätten ein besseres Ergebnis erzielen können, wenn wir die Siebenmeter verwandelt und den ein oder anderen freien Wurf mehr verwandelt hätten. Eine Neun-Tore-Niederlage fühlt sich zu hoch an, aber unsere Moral ist intakt und das Spiel war in Ordnung. 

THW-Toptorschütze Niclas Ekberg: Den Rekord jetzt zu halten, ist eine riesige Ehre. Aktuell bedeutet es zwar wenig, ich glaube allerdings, dass ich nach meiner Karriere darauf zurückschauen werde und anerkenne, dass es schon einige geile Spieler waren, die für diesen Verein Tore geworfen haben - und die habe ich irgendwie überholt.