30:29 gegen den TBV Lemgo Lippe: Die Zebras holen den Pixum Super Cup!

Bundesliga
Samstag, 04.09.2021 // 19:30 Uhr

Der THW Kiel hat zum elften Mal in seiner Geschichte den Pixum Super Cup in der stärksten Liga der Welt gewonnen. Vor 3007 Zuschauern im Düsseldorfer PSD Bank Dome gewannen die Zebras das Duell Deutscher Meister gegen den DHB-Pokalsieger mit 30:29 (17:14) gegen den TBV Lemgo Lippe. In einer spannenden Partie, in der die Zebras viele Chancen liegenließen aber trotzdem stets vorn lagen, waren Niclas Ekberg (5/1), Patrick Wiencek, Sander Sagosen und Hendrik Pekeler (je 4) die erfolgreichsten Kieler Torschützen. 

Partie nimmt schnell Fahrt auf

Hendrik Pekeler traf vier Mal

Im ersten Pflichtspiel der neuen Saison musste THW-Trainer Filip Jicha auf den mit Sprunggelenks-Problemen in Kiel gebliebenen Dario Quenstedt verzichten, konnte ansonsten aber seine beste Besetzung aufbieten. Nach der stimmungsvollen Einlauf-Zeremonie brauchte die Partie nur wenige Minuten, um richtig Fahrt aufzunehmen: Nach Elissons 3:3 ging es Schlag auf Schlag - Harald Reinkind traf umgehend um 4:3, Hendrik Pekeler im Gegenstoß zum 4:3 und Sander Sagosen zum 6:3 (9.), Weil Niklas Landin einen Siebenmeter entschärfen konnte, bauten die Zebras durch Ekberg ihren Vorsprung sogar auf vier Treffer aus. Dass es nicht mehr wurden, lag vor allem am "Man of the Match" im Kasten der Ostwestfalen: Peter Johannesson entwickelte sich wie schon im Pokal-Halbfinale zum Schreckgespenst Kieler Angriffsbemühungen, seine Vorderleute konnten wieder verkürzen.

Drei-Tore-Pausenführung

Hielt unter anderem zwei Siebenmeter: Niklas Landin

Die Partie glich aus schwarz-weißer Sicht einem Wellenbad: Miha Zarabec traf zum 11:7, Lemgo verkürzte auf 9:11. Und In Überzahl war der Pokalsieger sogar richtig am Drücker: Timm und der achtfache Torschütze Gedeon Guardiola netzten zum 11:12 ein. Gut, dass Weinhold nach seinem gehaltenen Wurf umgehend in der Defensive den Ball zurückerkämpfte, was Kapitän Domagoj Duvnjak mit dem 13:11 belohnte, ehe Ehrig nach einer weiteren starken Landin-Parade wieder drei Treffer Abstand zwischen den THW und den TBV brachte (25.). Dieser Vorsprung hielt bis zum Wechsel, Magnus Landin traf zum 17:14-Pausenstand. 

Enges Rennen

Patrick Wiencek traf mit Entschlossenheit vier Mal

Das Rennen blieb auch nach dem Wechsel spannend. Immer dann, wenn sich die Kieler absetzen konnten, war Johannesson zur Stelle und brachte seine Farben zurück ins Spiel. Die Zebras hielten ihrerseits mit einer kompakten und gleichzeitig beweglichen Defensive dagegen - und hatten immer wieder Antworten auf die Aufgaben, die ihnen der TBV stellte. Sei es bei Duvnjaks Kracher zum 21:17, Weinholds überragendem Eins-gegen-Eins vor dem 23:19 (41.) oder Sagosens Traumanspiel auf Patrick Wiencek, das der Kreisläufer einhändig fing und mit aller Entschlossenheit zum 25:22 (46.) verwertete. Damit hatten sich die Zebras aus den Fängen des TBV wieder ein wenig lösen können, der zuvor beim 22:23 wieder in direkter Schlagdistanz gewesem war.  

Bilyk trifft zur Vorentscheidung

Der THW Kiel ist Super-Cup-Sieger!

Dennoch: Dieser Pixum Super Cup sollte erst in der Schlussphase entschieden werden. Weil nach Wienceks 27:24 die Chancenverwertung der Zebras wieder in den negativen Bereich abrutschte, konnte Lemgo mit einem Doppeschlag wieder auf 26:27 verkürzen. Der Ausgleich sollte den Ostwestfalen aber erneut nicht gelingen: Pekeler wuchtete den Ball ins Netz, Duvnjak klaute auf der Spitze der offensiven Deckung den Ball, der über Weinhold den Weg zu Rune Dahmke fand, der das 29:26 erzielte. Landin hielt gegen den freien Elisson, und als Rückkehrer Nikola Bilyk dann auf die halbrechte Position kreuzte und ins lange Eck vollstreckte, feierten ihn die Zuschauer und die komplette Kieler Bank für das 30:26 (57.). 

Super Cup geht wieder mit nach Kiel

Die Vorentscheidung war gefallen, auch weil Elisson noch mit einem Siebenmeter an der Latte scheiterte. Die Zebras nahmen clever Zeit von der Uhr, ließen sich trotz der Gegentreffer von Hutecek und Elisson und der offenen Deckung der Ostwestfalen nicht aus der Ruhe bringen und brachte ihren Vorsprung ins Ziel: Mit 30:29 gewannen die Zebras das erste Pflichtspiel der Saison, holten sich zum elften Mal den Titel im Pixum Super Cup und machten sich direkt nach der Siegerehrung noch auf die stundenlange Heimfahrt im Mannschaftsbus "KI-EL 1" - im Gepäckraum die Meisterschale und den Super Cup!

Ligastart am kommenden Mittwoch

Am kommenden Mittwoch startet der THW Kiel dann auch in die LIQUI MOLY Handball-Bundesliga - mit einem Heimspiel und der Rückkehr der "weißen Wand": Bis zu 9000 Zuschauer dürfen laut Modellprojekt ihre Zebras wieder anfeuern. "Ich habe heute schon Gänsehaut, wenn ich daran denke", gesteht Duvnjak. Aufgrund der vielen nötigen Kontrollen (Impf- oder Genesenen-Status, Personalausweis, personalisiertes Ticket) werden die Fans gebeten, sich möglichst rectzeitig auf den Weg zur Halle zu machen und ihren vorgesehenen Eingang zu nutzen. Die Wunderino Arena öffnet bereits um 16:30 Uhr ihre Türen, um die Einlass-Situation zu entzerren. Ab dem Moment des Wartens auf den Einlass besteht die Pflicht, mindestens eine medizinische Maske zu tragen. "Wir freuen uns alle darauf, unsere 'weiße Wand' wieder hinter uns zu spüren", so Duvnjak. Auf geht's zurück in die Arena, Kiel! 

Pixum Super Cup: THW Kiel - TBV Lemgo Lippe: 30:29 (17:14)

THW Kiel: N. Landin (1.-60., 11/2 Paraden), Saggau (n.e.); Ehrig (1), Duvnjak (2), Sagosen (4/1), Reinkind (3), M. Landin (1), Weinhold (2), Wiencek (4), Ekberg (5/1), Ciudad (n.e.), Dahmke (1), Zarabec (2), Bilyk (1), Horak, Pekeler (4); Trainer: Jicha
TBV Lemgo Lippe: Zecher (n.e.), Johannesson (1.-60., 20/2 Paraden)); Hutecek (2), Elisson (5/1), Kogut, I. Guardiola (1), Simak, Carlsbogard (2), Schagen, Timm (6), Schwarzer, Zerbe (3), G. Guardiola (8), Reitermann, Blaauw; Trainer: Kehrmann

Schiedsrichter: Robert Schulze / Tobias Tönnies
Zeitstrafen: THW: 3 (Sagosen (16.), Weinhold (20.), Wiencek (30.)) / TBV: 3 (Elisson (20.), Simak (29.), Zerbe (57.))
Siebenmeter: THW: 3/2 (Johannesson hält Ekberg (29.)) / TBV: 4/1 (Landin hält Elisson (11.) und Zerbe (16.), Elisson an die Latte (59.))
Spielfilm: 1:0, 3:3 (6.), 6:3 (9.), 8:4 (12.), 9:5, 9:7 (15.), 11:7 (19.), 11:9, 12:9 (24.), 12:11 (23.), 16:12 (28.), 16:14 (30.), 17:14;;
17:15, 19:17 (35.), 21:17 (35.), 23:19 (41.), 23:22 (43.), 25:22 (46.), 27:24 (54.), 27:26, 30:26 (57.), 30:29.
Zuschauer: 3007 (PSD Bank Dome, Düsseldorf)

Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Filip Jicha: Johannesson hat einen echten Sahnetag erwischt. Ich fand es aber gut, dass wir trotzdem unser Ding durchgezogen haben. Wir haben die Chancen gut herausgespielt, sind auch in der zweiten Halbzeit mutig geblieben und lagen die ganze Zeit über vorn. Das hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich gefreut, dass die Jungs sich belohnen konnten. Die Saison ist eröffnet - und weiter geht's!

THW-Rückkehrer Nikola Bilyk: Es fühlt sich schön an, heute den Super Cup mit nach Hause nehmen zu können. Noch mehr habe ich mich allerdings darüber gefreut, endlich wieder ein Pflichtspiel gemeinsam mit dieser Mannschaft bestreiten zu können. Ich habe natürlich bemerkt, wie die Jungs mein Tor gefeiert haben. Schön, wie sich die Mannschaft da mit mir gefreut hat - es war für mich ein unglaubliches Gefühl. Jetzt geht die Saison los - und ich hoffe, dass von diesen Momenten noch viele kommen werden.

THW-Rechtsaußen Sven Ehrig: Wir haben uns trotz des Sieges unglaublich schwer getan, unsere Wurfquote war von beinahe allen Positionen nicht unserem Standard und eigenen Anspruch entsprechend. Deshalb war es von Anfang bis Ende knapp. Der Handball geht jetzt wieder los, und darüber freut sich das ganze Team - vor allem auf unser Heimspiel vor so vielen Fans bei uns in der Arena.