VELUX EHF Champions League: THW siegt deutlich gegen Plock

Champions League
Sonntag, 01.12.2013 // 15:28 Uhr

CL, Gruppe B, 7. Spieltag: 01.12.2013, So., 14.30: THW Kiel - Orlen Wisla Plock: 34:25 (16:11)

Update #3: KN-Artikel und Stimmen ergänzt...

Erfolgreichster Torschütze: Aron Palmarsson traf acht Mal ins gegnerische Tor. © Sascha Klahn

Der THW Kiel hat in der "VELUX EHF Champions League" vorzeitig sein Achtelfinal-Ticket gelöst. Am Sonntagnachmittag besiegten die "Zebras" vor rund 8.600 Zuschauern in der Sparkassen-Arena den polnischen Vizemeister Orlen Wisla Plock souverän mit 34:25 (16:11) und sind damit drei Spieltage vor Schluss nicht mehr von einem der ersten vier Plätze in der Gruppe B zu verdrängen. Erfolgreichster Torschütze bei den Kielern, die bereits vor dem Seitenwechsel die Weichen auf Sieg stellten, war Regisseur Aron Palmarsson mit acht Treffern. Bei den Gästen war Petar Nenadic 9/2 Mal erfolgreich.

Achtelfinale vorzeitig erreicht

Durch den THW-Sieg und die überraschenden Niederlagen der Konkurrenz - Kolding-Kopenhagen unterlag am Sonnabend in Porto, während Kielce beide Punkte im französischen Dunkerque liegen ließ - besitzt der deutsche Rekordmeister nun sogar beste Chancen auf den Gruppensieg in der Gruppe B. Mit nun 12:2 Punkten führen die "Zebras" die Tabelle vor Kolding (10:4) und Kielce (8:6) an. Die letzten drei Gruppenspieltage werden im Februar 2014 ausgetragen.

Ausgeglichene Anfangsphase

Marcin Lijewski startete stark, musste aber in der 32. Minute verletzt raus. © Sascha Klahn

Alfred Gislason startete wie zuletzt mit Aron Palmarsson, Filip Jicha und Marko Vujin im Rückraum sowie einer 6:0-Deckung mit Rene Toft Hansen und Patrick Wiencek im Mittelblock. Zwischen den Pfosten durfte Johan Sjöstrand beginnen, die Flügelzange bildeten Gudjon Valur Sigurdsson und Niclas Ekberg. Und die "Zebras" erwischten gleich einen guten Start: Palmarsson markierte das 1:0, Jicha erhöhte nach einem von Toft erkämpften Strafwurf auf 2:0. Doch die Gäste aus Polen hielten zunächst gut dagegen, was sie vor allem ihrem Torhüter verdankten: Der Kroate Marin Sego entnervte früh Toft Hansen am Kreis, entschärfte auch die ersten beiden Vujin-Würfe und sorgte in der achten Minute für ungläubiges Raunen im weiten Oval der Sparkassen-Arena, als er nicht nur gegen Jicha, sondern auch beim Nachwurf Ekbergs zur Stelle war. So konnte Plock, das mit Petar Nenadic neben Spielmacher Eklemovic auf der Königsposition für den verletzten Jurkiewicz begann, die Partie zunächst offen gestalten. Marcin Lijewski und eben Nenadic egalisierten zum 2:2 und glichen auch nach zwei Kieler Treffern durch Vujin jeweils postwendend aus. Und nach Segos bereits erwähnter Doppelparade sorgte der von Lijewski in Szene gesetzte Kreisläufer Toromanovic beim 4:5 gar für die erste Gäste-Führung und Jubelstürme unter den mitgereisten Schlachtenbummlern.

Erstes Ausrufezeichen durch Wiencek

Rene Toft Hansen hatte gegen die hart packende Deckung der Polen erneut einen schweren Stand. © Sascha Klahn

Nachdem Patrick Wiencek, der mittlerweile im Angriff Rene Toft Hansen ersetzte, die erste Zeitstrafe der Partie kassierte und Lijewski mit seinem bereits dritten Treffer das 6:5 für Plock erzielte, hatten die Polen in Überzahl gar die Chance, noch weiter davonzuziehen. Doch der THW konnte sich auf Filip Jicha verlassen, der sich unnachahmlich auf der linken Außenbahn durchsetzte und einen Dreher zum 6:6-Ausgleich ins Tor legte. Als der THW wieder komplett war, sorgte ausgerechnet der zurückgekehrte Patrick Wiencek für ein erstes Kieler Ausrufezeichen: Obwohl der Kreisläufer von Abwehrchef Kwiatkowski nach einem Palmarsson-Anspiel im Klammergriff gehalten wurde, setzte sich der deutsche Nationalspieler willensstark durch, traf zum 7:6 und sorgte zudem für die erste Überzahlsituation für seine "Zebras". Wiencek vergab allerdings kurz darauf bei einem Gegenstoß die Chance, auf 8:6 zu erhöhen, und zu fünft gelang Plock durch Nenadic der Ausgleich zum 7:7.

THW setzt sich erstmals ab

Es sollte aber der letzte Ausgleichstreffer für den polnischen Vizemeister sein. Auf der Gegenseite traf der bärenstarke Palmarsson vom Kreis zum 8:7, einen technischen Fehler der Gäste bestrafte Toft Hansen per zweiter Welle zum 9:7, und nachdem Christian Zeitz ein Kreisanspiel Nenadics auf Toromanovic abfing, sorgte Ekberg per Gegenstoß für die erste Drei-Tore-Führung der Partie. Auf Seiten Plocks ließ Linksaußen Nikcevic nun sogar einen Strafwurf ungenutzt, zudem parierte Sjöstrand einen Wurf Eklemovics. Da aber auch dem THW zwei technische Fehler unterliefen, konnte er sich nicht weiter absetzen. Stattdessen sorgten Nenadic per Schlagwurf und Linksaußen Wisniewski mit einem Rückraumwurf ins kurze Eck bis zum 9:11 (22.) für polnische Hoffnungsschimmer.

Kieler Endspurt in Hälfte eins

Alfred Gislason reagierte nun und beorderte Andreas Palicka für den glücklosen Sjöstrand zwischen die Pfosten. An ihm lag es aber zunächst nicht, dass der THW durch einen Sigurdsson-Konter und einen Palmarsson-Hüftwurf auf 13:9 erhöhte. Vielmehr stand die Kieler Deckung in dieser Phase stark. So blockte Christian Zeitz einen Unterarmwurf (!) Nenadics, so zwang der Kieler Abwehrverbund die Gäste zu weiteren Ballverlusten, so fing Ekberg einen weiten Gegenstoßpass ab. Erst nach fünf Minuten bekam Andreas Palicka einen ersten Wurf auf sein Tor, gegen Lijewskis Hüftgeschoss war der Schwede aber machtlos. Dafür war er wenig später bei einem Zrnic-Siebenmeter zur Stelle, parierte dann auch noch gegen Lijewski und leitete mit einem weiten Pass auf Sigurdsson den nächsten Kieler Treffer ein. Dies war bereits das zwischenzeitliche 16:10, nachdem zuvor Jicha und Vujin für den THW erfolgreich waren. Und obwohl Eklemovic für das letzte Tor des ersten Durchgangs sorgte, konnten die "Zebras" mit einem sicheren Fünf-Tore-Vorsprung in die Kabinen gehen.

THW lässt Plock nicht mehr herankommen

Rückraumspieler Petar Nenadic avancierte mit 9/2 Treffern zum erfolgreichsten Schützen der Partie. © Sascha Klahn

Plock setzte auch den ersten Treffer nach Wiederanpfiff, allerdings humpelte Marcin Lijewski nach seinem fünften Treffer zum 12:16 auf die Bank. Es war die letzte Aktion des 36-jährigen Polen, der von der Bank mitansehen musste, wie die Kieler schnell für noch klarere Verhältnisse sorgten. Protagonisten dieser Phase waren Andreas Palicka und Aron Palmarsson. Während Letzterer mit einer feinen Einzelleistung und einem wuchtigen Schlagwurf im Kieler Angriff zur Stelle war, parierte Palicka gegen Nikcevic sowie Kavas und leitete mit einem weiten Pass auf Dominik Klein auch einen Konter ein. Zwar konnte Kiels Linksaußen, der seit dem Seitenwechsel mit Christian Sprenger auf den Flügeln agierte, noch unfair gestoppt werden, doch nach Jichas Siebenmeter lagen die "Zebras" mit 19:13 vorne. Ein Sprungwurf des etatmäßigen Linksaußen Wisniewski, der nun im linken Rückraum aushalf, sorgte zwar für den 14. Treffer Plocks, doch der vierte erfolgreiche Jicha-Siebenmeter, eine Parade Palickas gegen Wisniewski und ein Sprungwurf Vujins zum 21:14 sorgten nicht nur für eine von Manolo Cadenas genommene Auszeit, sondern nach 38 Spielminuten auch bereits für die Vorentscheidung.

Mit Gegenstoßgewitter zum deutlichen Sieg

Wael Jallouz spielte die letzten 13 Minuten für Filip Jicha und erzielte einen Treffer. © Sascha Klahn

Und die Kieler ließen auch in den verbleibenden 22 Minuten nichts mehr anbrennen. Nur einmal - beim 19:24 durch Kavas - konnten die Gäste noch einmal auf fünf Treffer verkürzen. Doch mit der Rückkehr Johan Sjöstrands ins Kieler Tor wurde das letzte Aufbäumen der Polen endgültig beendet. Sjöstrand war gegen Toromanovic, Goralski und Nenadic zur Stelle, nach einem umjubelten Treffer des für Jicha gekommenen Jallouz und einem Gegenstoß von Dominik Klein hatten sich die Kieler bis zur 51. Minute gar auf 29:21 abgesetzt. Bis zur Schlusssirene blieb es ein munteres Spielchen, in dem sich nach Zeitz' Hüftwurf zum 31:23 alle Kieler Feldspieler in die Torschützenliste eintragen konnten und der THW durch drei Gegenstöße durch Palmarsson, Klein und Sprenger auch die letzten Akzente setzte und damit den souveränen 34:25-Erfolg unter Dach und Fach brachte.

Drei Tage Pause, dann volle Konzentration auf Berlin

Der Start in den Dezember ist den "Zebras" somit geglückt. Durch den Erfolg gegen Plock haben sich die Kieler Spieler ihre drei freien Tage auch redlich verdient, ehe sie sich ab Donnerstag auf das nächste Bundesliga-Spitzenspiel vorbereiten. Am nächsten Sonntag gastiert der THW in der Bundeshauptstadt beim derzeitigen Tabellendritten, den Füchsen Berlin.

(Sascha Krokowski)

 

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