VELUX EHF CL: THW siegt auch im Heimspiel gegen Dunkerque

Champions League
Mittwoch, 20.11.2013 // 22:46 Uhr

CL, Gruppe B, 6. Spieltag: 20.11.2013, Mi., 19.00: THW Kiel - US Dunkerque: 28:25 (15:12)

Update #3: KN-Bericht und Bilder ergänzt...

Dominik Klein war mit fünf Treffern erfolgreichster THW-Schütze. © Sascha Klahn

Der THW Kiel hat in der "VELUX EHF Champions League" auch sein Heimspiel gegen US Dunkerque gewonnen. Nur drei Tage nach dem 29:21-Auswärtserfolg beim französischen Vizemeister siegten die "Zebras" am Mittwochabend in der Sparkassen-Arena mit 28:25 (15:12). Dabei entpuppten sich die Gäste aber als ein unangenehmer Gegner, der bis in die Schlussphase auf seine ersten Königsklassenpunkte hoffen konnte. Doch der THW behielt die Ruhe und kletterte mit dem fünften Sieg im sechsten Spiel vorübergehend an die Tabellenspitze der Gruppe B. Erfolgreichste Torschützen der Partie, bei der die Nachwuchsspieler Tjark Müller und Fynn Ranke ihr Champions-League-Debüt feierten, waren Dominik Klein auf Kieler Seite sowie Espen Lie Hansen und Theophile Causse mit jeweils fünf Treffern.

Dunkerque mit besserem Start

Vor rund 7.800 Zuschauern in der Kieler Sparkassen-Arena gelang den Franzosen bereits in der ersten Spielminute, was ihnen im Hinspiel nicht glücken wollte: Sie gingen in Führung. Da Torhüter Gerard zudem den ersten Versuch Vujins festhalten konnte und Kornel Nagy ein zweites Mal Andreas Palicka im Kieler Tor überwand, legte Dunkerque sogar ein 2:0 vor. Erst nach etwas mehr als drei Spielminuten, nachdem Aron Palmarsson einen Siebenmeter herausgeholt und Filip Jicha diesen verwandelt hatte, bekamen die Kieler Fans etwas zum Jubeln.

Gäste bleiben in Führung

Christian Sprenger spielte über die gesamten 60 Minuten und erzielte vier Treffer. © Sascha Klahn

Doch Dunkerque spielte weiterhin clever: Nagy, Guillard und Soudry im Rückraum der Gäste hatten es allesamt nicht eilig, spielten lange Angriffe aus und lullten die Kieler 6:0-Deckung - wie gewohnt mit Toft Hansen und den diesmal auch im Angriff beginnenden Wiencek - ein wenig ein, ehe sie dann oftmals doch zum Torerfolg kamen. Elf der zwölf Gästetreffer im ersten Durchgang gingen auf das Konto des Rückraumtrios, das die gesamten 30 Minuten durchspielen durfte. So sorgte Soudry per Sprungwurf für das 3:1 aus Gästesicht, und Guillard konterte mit einem Schlagwurf einen Wiencek-Treffer zum 4:2. Zwar gelang dem THW durch Jicha und Sprenger nach einem schnellen Spielzug über Jicha und Vujin beim 4:4 erstmals der Ausgleich, doch der französische Vizemeister legte bis zum 7:5 weiter vor. Andreas Palicka bekam bis dahin kaum einen Ball zu fassen, und vorne sorgten Marko Vujin und Aron Palmarsson für einige Fahrkarten.

4:0-Lauf für den THW

Alfred Gislason nahm daher in der 12. Minute seine erste Auszeit, beorderte Christian Zeitz auch für die Offensive aufs Parkett und stellte in der Deckung nach kurzzeitigem Versuch mit einer 3:2:1-Variante wieder zurück auf die 6:0. Diese Schachzüge verfehlten ihre Wirkung nicht. Zwar scheiterte Zeitz mit seinem ersten Versuch noch an Gerard, doch nach einem Steal des Linkshänders schloss der gut aufgelegte Dominik Klein einen Gegenstoß zum 6:7 ab. Dann warf der diesmal blasse Baptiste Butto, im Hinspiel noch erfolgreichster Schütze seines Teams, einen Siebenmeter auf die Latte, bevor Zeitz sich zum Ausgleich durchtankte. Doch damit nicht genug: Palicka war gegen Nagy zur Stelle, und Klein brachte seine Farben mit einem erneuten Konter beim 8:7 erstmals in Führung, die der glänzend von Zeitz bediente Toft Hansen sogleich ausbaute.

Dunkerque bleibt dran

Christian Zeitz läuft nach einem erfolgreichen Steal aufs gegnerische Tor zu. © Sascha Klahn

Indes: Abschütteln lassen wollten sich die Gäste nach diesem Kieler 4:0-Lauf nicht. Soudry und Nagy - bei angezeigter Passivspiel-Vorwarnung - sorgten für den Ausgleich. Immerhin schnappte sich Klein den Abpraller nach einer Gerard-Parade gegen Zeitz und sorgte so für das 10:9. Immerhin legte Zeitz nach einem weiteren Steal das 11:9 nach, und immerhin stieg der frisch in die Partie gekommene Jallouz auf unnachahmliche Weise hoch und sorgte mit seinem krachigen Geschoss für das 12:10. Doch Dunkerque egalisierte erneut durch Soudry und Guillard und hatte nach einer weiteren Gerard-Parade gegen Palmarsson gar die Chance zur Führung.

Starke Kieler Schlussminuten in Halbzeit eins

Doch den Gästen unterlief im nächsten Angriff ein technischer Fehler, und in der Abwehr kam Benjamin Afgour gegen Christian Zeitz zu spät. Der 22-jährige Kreisläufer musste für zwei Minuten auf die Bank, und die nutzte der THW zum Endspurt im ersten Durchgang: In Überzahl bediente Jicha Christian Sprenger, der zum 13:12 traf. Dann entschärfte Palicka einen Wurf Touatis vom Kreis, und auf der Gegenseite war erneut Sprenger zur Stelle. Einen Verlegenheitswurf Nagys lenkte Palicka über seinen Kasten, anschließend sorgte Christian Zeitz nach seinem bereits vierten Steal per Gegenstoß eigenhändig für den 15:12-Pausenstand.

Jallouz-Doppelpack zur Fünf-Tore-Führung

Zum zweiten Durchgang wurden nicht nur die Seiten gewechselt, sondern besonders bei den Gästen auch das Personal auf dem Parkett. Im Rückraum zog nun Bastien Lamon die Fäden, auf den Halbpositionen sollten der Norweger Espen Lie Hansen und der etatmäßige Rechtsaußen Theophile Causse für Gefahr sorgen. Den besseren Start aber hatten die personell unveränderten "Zebras": Nach zwei Jallouz-Krachern hatte sich der THW beim 17:12 vermeintlich vorentscheidend abgesetzt - zumal nach Lie Hansens Treffer Rene Toft Hansen nach erneut toller Vorabeit von Zeitz postwendend auf 18:13 stellte. Dies allerdings sollte der letzte Kieler Treffer für acht Minuten bleiben.

Lie Hansen und Causse bereiten THW Kopfzerbrechen

Marko Vujin erzielte seine vier Treffer allesamt im zweiten Durchgang. © Sascha Klahn

Die "Zebras" gingen nun etwas fahrlässig mit ihren Chancen um, Sprenger und Toft Hansen scheiterten mit ihren Würfen an Gerard. Und bei den Franzosen waren es vor allem Lie Hansen und der pfeilschnelle und sprunggewaltige Causse, die ihr Team wieder in Schlagdistanz brachten. Mit drei Treffern in Serie kam US Dunkerque bis auf 16:18 wieder heran, ehe Sprenger nach einem Ballgewinn von Klein in der Abwehr den erlösenden 19. Kieler Treffer markierte und Klein nach einem Fehlwurf Lamons gar das 20:16 nachlegte.Fortan pendelte sich der Vorsprung für den THW ein wenig ein. Dafür sorgte auf schwarz-weißer Seite vor allem der zurückgekehrte Marko Vujin, der von den nächsten vier Treffern für die Kieler drei selbst erzielte und den vierten durch Wiencek vorbereitete. Auf der anderen Seite waren es weiterhin Causse und Lie Hansen, der sich auch aus zehn Metern Entfernung traute.

Sjöstrand mit wichtigen Paraden

ynn Ranke und Tjark Müller feierten in der Schlussphase ihr Königsklassendebüt. © Sascha Klahn

Doch nach Vujins 24:19 wurde es plötzlich doch noch einmal eng: Dem Serben unterliefen im Angriff einige Missgeschicke, und auch Wael Jallouz scheiterte nun am mittlerweile eingewechselten Annotel. Mit drei Treffern in Folge sorgte das Duo Lie Hansen/Causse für das 24:22, Alfred Gislason nahm seine Auszeit und brachte Aron Palmarsson zurück. Doch auch Vujins vierter Treffer brachte noch keine Vorentscheidung. Erneut Lie Hansen und Causse schafften den Anschluss, und nachdem der ansonsten tadellose Dominik Klein an Annotel scheiterte und Vujin bei einem Durchbruch das Tor verfehlte, bekamen die Franzosen sogar die Chance zum Ausgleich. Butto tauchte frei vorm kurz zuvor eingewechselten Sjöstrand auf - und scheiterte am Schweden. Palmarsson sorgte mit seinem einzigen Treffer für das wichtige 26:24, bevor Jicha einen Causse-Wurf blockte und im Angriff das 27:24 nachlegte. Als Sjöstrand schließlich einen Hüftwurf Causses entschärfte, war die Gegenwehr der Gäste endgültig erloschen. So konnte Alfred Gislason in der 59. Spielminute noch die beiden Nachwuchsspieler Tjark Müller (THW II) und Kreisläufer Fynn Ranke (TSV Altenholz) aufs Parkett schicken. Rückraumspieler Müller sorgte letztlich sogar für den letzten Kieler Treffer und besondere Jubelstürme bei den Fans.

76. Nordderby am Sonntag

Mit nun 10:2 Punkten belegt der THW vorerst den ersten Platz in der Gruppe B. Am Sonntag allerdings kann der Sieger des Duells Kielce gegen Kolding-Kopenhagen mit den "Zebras" an Punkten gleich- und in der Tabelle vorbeiziehen. Die Kieler legen ihren Fokus aber zunächst wieder auf die DKB Handball-Bundesliga, wo sie ebenfalls am Sonntag ihre Tabellenführung verteidigen wollen. Um 15.00 Uhr steht in der Flens-Arena dann das insgesamt 76. Landesderby und absolute Spitzenspiel zwischen der SG Flensburg-Handewitt (23:5 Punkte) und dem THW (24:2) an. Sport1 überträgt den Klassiker live.

(Sascha Krokowski)

 

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