Donnerstag erstes CL-Heimspiel gegen La Rioja

Champions League
Dienstag, 30.09.2014 // 18:40 Uhr

Den Auftakt in die "VELUX EHF Champions League" hatte man sich in Kiel anders vorgestellt: Mit 25:27 verloren die "Zebras" ihr erstes Spiel der Gruppenphase bei HC Zagreb. "Wir haben dort richtig schlecht gespielt", sagt Kapitän Rene Toft Hansen. "Jetzt wollen wir am Donnerstag die Fehler abstellen und zeigen, was wir können." Dabei baut die Mannschaft auf die Unterstützung ihrer Fans: Es gibt noch Karten (ab 13 Euro) an allen bekannten Vorverkaufsstellen, die Abendkasse hat bis zum Anpfiff am 2. Oktober um 19.30 Uhr geöffnet.

THW will erste Punkte

Nach dem verpatzten THW-Auftakt richten sich alle Augen auf die Sparkassen-Arena: Am Vorabend des "Tags der deutschen Einheit" wollen die Kieler die ersten Punkte in der Vorrunde einfahren. "Das Spiel in Zagreb war kein Traumstart als Kapitän", sagt Toft Hansen, der die Rolle des verletzten Filip Jicha als Spielführer übernommen hat. "Wir brauchen Zeit, um die Neuen zu integrieren. Aber wir sollten schnell besser werden", sagt Toft Hansen, der gegen La Rioja auch auf die Fans baut: "Ich hoffe und weiß, dass sie uns mit allem, was geht, helfen werden!"

La Rioja prominent besetzt

Die Unterstützung von den Rängen scheint auch nötig zu sein, kommt mit Naturhouse La Rioja doch ein Verein, der sich nach der spanischen Vizemeisterschaft im vergangenen Jahr für die diesjährige Saison in der Königsklasse einiges vorgenommen hat: "Wir wollen ins Achtelfinale", sagt Torhüter und Kapitän Gurutz Aguinagalde, Bruder des inzwischen beim polnischen Spitzenclub KS Kielce spielenden Kreisläufers Julen. 

Mannschaft mit neuem Gesicht

Neuzugang aus Kopenhagen: Albert Rocas.

Deshalb hat man in Logrono auch einen großen personellen Schnitt gemacht: Gleich zehn Akteure verließen den Club am Ende der vergangenen Saison oder beendeten ihre Karriere - darunter auch etliche Schlüsselspieler. Torhüter Jorge Martinez zog die Handballschuhe aus und siedelte in die USA über, Rechtsaußen Josep Masachs ging nach Rumänien zu Stiinta Bacau, der Halblinke Arthur Patrianova wechselte innerhalb der Liga Asobal zu BM Villa de Aranda, Spielmacher Aidenas Malasinskas schloss sich dem Ligarivalen Puerto Sagunto an, und Regisseur Sascha Tioumentsev trägt nun das Trikot des polnischen Champions-League-Teilnehmers Orlen Wisla Plock. 

La Rioja jetzt mit Ausnahme-Außen-Duo

Erfolgreichster Torschütze aller Zeiten der Liga Asobal: Juanin Garcia.

Im Gegenzug verpflichtete Naturhouse La Rioja unter anderem das wohl klangvollste Außen-Duo Spaniens: Albert Rocas (32) und Juanin Garcia (37) schlossen sich dem Vizemeister an. Rechtshänder Garcia, der erfolgreichste Torschütze aller Zeiten in der Liga Asobal, kam direkt vom FC Barcelona zu Naturhouse La Rioja. Sein ehemaliger Barca-Mannschaftskamerad Albert Rocas wirbelte zuletzt für den dänischen Meister KIF Kolding-Kopenhagen auf seiner angestammten Rechtsaußen-Position. In gemeinsamen Zeiten bei Barcelona gewann das Duo Rocas/Garcia alles, was es im Vereinshandball zu gewinnen gibt. Jetzt wollen die beiden erfahrenen Spieler mit ihrem neuen Club angreifen. 

Erfahrung und Jugend

Leitwolf: Ex-Barca-Kreisläufer Ruben Garabaya.

Dort treffen sie auf einen weiteren, bekannten Ex-Barca-Spieler: Bis 2010 trug Ruben Garabaya das rot-blaue Trikot, ehe er sich Naturhouse La Rioja anschloss. Mit seinen inzwischen 36 Jahren ist Garabaya einer der Leitwölfe in der Mannschaft, die Trainer „Joto“ Fernandez mit weiteren Akteuren verstärken ließ: Vom Ligakonkurrenten BM Aragon kam der 25-jährige Torhüter Jorge Gomez Lite, für die mittlere Rückraumposition verpflichtete man mit dem 30-jährigen Viktor Vigo aus Guadalajara einen mit allen Wassern gewaschenen Regisseur. 

Shooter Stenmalm

Wurfgewaltiger Schwede: Philip Stenmalm kam von Drott Halmstad.

Für noch größeres Aufsehen in der spanischen Liga sorgte aber ein weiterer Transfer: Mit Pablo Calcheda sicherte sich man die Dienste eines der größten spanischen Talente. Der nur 1,80 Meter große 22-jährige Mittelmann kam aus Valladolid. Ihm zur Seite steht der gleichaltrige Schwede Philip Stenmalm. Der zum „wichtigsten Spieler“ der Junioren-WM 2013 gewählte Stenmalm, der mit Schweden bei diesem Turnier den Titel holte, hatte sich im vergangenen Jahr mit gleich 19 Treffern für seinen damaligen Club Drott Halmstad gegen La Rioja für seinen neuen Verein empfohlen. Beim Autaktspiel gegen HC Meshkov Brest traf der Youngster gleich sechs Mal ins Schwarze. Außerdem neu im Team: Der 118 Kilogramm schwere Kreisläufer Javier Garcia Rubio wechselte von HBC Nantes (Frankreich) zurück in seine spanische Heimat und soll bei Naturhouse La Rioja in Abwehr und Angriff eine wichtige Rolle spielen. 

Ziel ist das Achtelfinale

Mit diesem Kader ist das Achtelfinale das Ziel - auch wenn Trainer Jesus Javier Fernandez auf die Euphoriebremse drückt: "Es ist eine große Herausforderung für uns, unter die letzten 16 zu kommen. Paris und Kiel sehe ich vorn, aber auch Metalurg hat seine Stärke in der "VELUX EHF Champions League" schon unter Beweis gestellt. Und in Zagreb hat Kiel besiegt. Es wird ein enges Rennen!" Sollte dieses erfolgreich bestritten werden, würde Naturhouse La Rioja seinen steilen Aufstieg fortsetzen: Erst 2003 gegründet, spielt der Club seit 2006 durchgängig in der Liga Asobal. Nach Platz drei vor zwei Jahren, der Naturhouse La Rioja erstmals in die europäische Königsklasse führte, errang der Verein im vergangenen Jahr hinter dem großen FC Barcelona die Vizemeisterschaft in Spanien. Die erneute Qualifikation für die Königsklasse war die Folge. "Das ist das größte Abenteuer in unserer jungen Vereinsgeschichte", so Manager Jaime Luis Gonzales Gutierrez. 

Noch Karten erhältlich

Noch gibt es Tickets für die Partie, die von Ivan Pavicevic und Milos Raznatovic aus Montenegro geleitet wird. Als EHF-Delegierter ist der Finne Tapio Arponen in der Sparkassen-Arena, in der das Spiel um 19.30 Uhr angepfiffen wird. Der Pay-TV-Sender Sky-Sport 2 geht um 19 Uhr auf Sendung und zeigt das Spiel live, Experten am Feld und auf der Kommentatoren-Tribüne sind Heiner Brand und Frank von Behren. Karten gibt es ab 13 Euro im Ticketcenter der Sparkassen-Arena, im CITTI-PARK, in den famila-Märkten sowie online im THW-Ticket-Shop unter www.thw-handball.de/tickets. Telefonisch kann man sich Einzelkarten für die Königsklassen-Heimspiele über die neue THW-Ticket-Hotline 01806 / 30 02 34 (0,20 Euro/Anruf aus dem dt. Festnetz, max. 0,60 Euro/Anruf aus dem dt. Mobilfunknetz) sichern.

Fanartikel-Sonderstand

THW-Fans können vor dem Anpfiff noch am Fanartikel-Sonderstand im Foyer (Europaplatz) auf einen schwarz-weißen Einkaufsbummel vorbei schauen: Dort gibt es neben matchworn-Trikots unser THW-Spieler aus der Champions-League-Saison 2013/2014 viele tolle Sonderangebote zu entdecken. Beispielsweise werden Handbälle zum Preis von 9 bis 15 Euro verkauft, das Meistershirt 2014 gibt es für 10 Euro, Armbanduhren für 29,90 und Fanschals ab 10 Euro. 

Kieler Nachrichten: Heute muss der erste Sieg her

Kiel. Nach dem verpatzten Start in die Champions League (25:27 in Zagreb) steht der THW Kiel heute (19.30 Uhr) beim zweiten Saisonauftritt in der Königsklasse unter Druck. Im ersten Heimspiel (live auf Sky) erwartet der THW den spanischen Vizemeister Naturhouse La Rioja, dem bei seinem CL-Auftakt ein klarer 39:31-Sieg gegen Meshov Brest (Weißrussland) gelang. Wenn der THW Platz eins in der Vorrundengruppe A nicht früh aus den Augen verlieren will, muss heute ein Sieg her.

Aus Zagreb schleppte die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason die Erkenntnis mit, ungestraft und überhart von den Gegner angegangen worden zu sein. Domagoj Duvnjak kehrte zudem mit einer Handgelenksprellung zurück, die ihn beim Werfen behindert hatte. Dennoch wollte Gislason die Schuld an der Niederlage nicht in der Schiedsrichter-Leistung suchen: „Der Mannschaft sind zu viele technische Fehler unterlaufen.“ Das darf diesmal nicht passieren, denn „La Rioja ist eine sehr gute Mannschaft, stärker als Zagreb“, sagt Gislason. Vor allem die spanische Abwehr tritt mit ihren wuchtigen drei Kreisläufern, die allesamt weit über 100 kg auf die Waage bringen, sehr massig auf. Zudem hat sich die Mannschaft auf den Außenpositionen mit den erfahrenen Albert Rocas und Juanin Garcias verstärkt, die schon in Barcelona als gemeinsame Flügelzange agierten. Und aus dem Rückraum können sowohl der Brasilianer Thiagus Petrus Dos Santos als auch der Schwede Philip Stenmalm für die einfachen Tore sorgen.

Das Problem für den Klub aus dem spanischen Norden, der erst vor elf Jahren gegründet wurde und dann innerhalb von drei Jahren einen rasanten Aufstieg bis in die Eliteliga Asobal vollzog, ist allerdings die fehlende Konstanz in der Kaderzusammenstellung. Zehn Abgängen zu dieser Spielzeit stehen acht Zugänge gegenüber. „Wir haben nur einen kleinen Etat, deshalb haben wir immer einen großen Wechsel“, berichtet Manager Jaime Luis Gonzalez. „Auch diesmal bauen wir wieder neu auf.“ Entsprechend erwartet der Verein in der zweiten Saisonhälfte bessere Leistungen. Mit drei Siegen und einer Niederlage in den bisherigen Ligaspielen fällt die Euphorie über den Saisonstart verhalten aus. „Wir sind damit noch nicht zufrieden. Aber das Ziel in der Liga bleibt die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb. Und in der Champions League wollen wir diesmal in das Achtelfinale, das wir in der vergangenen Saison aufgrund der schlechteren Tordifferenz verpasst haben“, so Gonzalez. Mit dem Heimsieg gegen Brest legte das Team schon mal gut vor.

Ein Grundpfeiler des Aufstiegs von La Rioja in den vergangenen Jahren ist Trainer Jesus Javier Gonzales Fernandez, der das Team seit 2007 führt und 2011 und 2013 zum besten Trainer der Asobal gewählt wurde.

In der heimischen Liga und auf europäischer Ebene sehen die Spanier aber immer noch Barcelona und Kiel in einer anderen Liga. „Gegen den THW in Kiel zu spielen, ist besonders schwer. Der THW ist einer der größten Mannschaften der Welt. Und sollten wir hier etwas erreichen, wären wir sehr glücklich“, so Gonzalez.

Alfred Gislason wird sich von den schönen Worten des Managers aus Spanien allerdings nicht täuschen lassen: „Das wird ein Spiel auf höchstem Handball-Niveau. Dafür brauchen wir die Live-Stimmung, unser Publikum. Und niemand wird enttäuscht sein. Denn mit La Rioja kommt ein Top-Team.“

Für das Spiel waren bis gestern Nachmittag mehr als 6000 Karten verkauft. Es gibt noch Tickets (ab 13 Euro) an allen bekannten Vorverkaufsstellen, die Abendkasse hat bis zum Anpfiff um 19.30 Uhr geöffnet.

(von Ralf Abratis, aus den Kieler Nachrichten vom 02.10.2014)

 

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