Dramatische Punktlandung: THW sichert sich Platz eins

Champions League
Sonntag, 16.02.2014 // 19:45 Uhr

CL, Gruppe B, 9. Spieltag: 16.02.2014, So., 17.45: THW Kiel - KS Vive Targi Kielce: 28:28 (13:16)

Palmarsson nicht dabei

Wie schon zuvor im Bundesliga-Spiel gegen Eisenach musste THW-Trainer Alfred Gislason gegen den polnischen Meister auf Mittelmann Aron Palmarsson verzichten. Dafür nominierte Gislason den Nachwuchsspieler Tjark Müller, der ansonsten für die zweite Mannschaft des THW in der Dritten Liga aufläuft, nach. Weil auch Christian Zeitz sich kurz vor dem Anpfiff wegen einer Magen-Darm-Erkrankung abmeldete und weitere THW-Spieler an dem Virus litten, ging die "Zebra"-Herde geschwächt in eine Partie, in die der gegnerische Trainer Talant Dujshebaev sein komplettes Starensemble schicken konnte.

Update #3: Bilder und KN-Artikel ergänzt

Johan Sjöstrand parierte 45 Prozent aller Würfe. © Sascha Klahn

Der THW Kiel hat sich mit einer Punktlandung vorzeitig den Gruppensieg in der starken Vorrundengruppe der "VELUX EHF Champions League" gesichert: Am Sonntagabend erkämpften sich die durch zahlreiche Erkrankungen geschwächten Kieler gegen den polnischen Meister KS Vive Targi Kielce ein 28:28-Unentschieden, nachdem sie noch zur Pause mit 13:16 in Rückstand gelegen hatten. Allerdings vermochten die "Zebras" auch eine eigene Führung in den Schlussminuten nicht über die Zeit zu retten. Doch: Dieser Punktgewinn vor knapp 10.000 fantastischen Kieler Fans fühlte sich beinahe an wie ein Sieg, zu dem ein unglaublicher Johan Sjöstrand 23 Paraden und Marko Vujin 10/3 Tore beisteuerte.

Hektischer Beginn

Rene Toft Hansen erzielte sechs Treffer. © Sascha Klahn

Die 60 Spitzenspiel-Minuten begannen hektisch - auf beiden Seiten. Während der THW Kiel vor allem mit Holztreffern und technischen Fehlern zu kämpfen hatte, taten sich die Gäste schwer, an Johan Sjöstrand vorbeizukommen. Bis zum 5:5 (8.) egalisierten sich beide Mannschaften, dann setzten sich die Gäste erstmals ab: Vujin traf bei einem Gegenstoß krachend die Latte, im Gegenzug traf Strlek. Dann scheiterte Ekberg ebenfalls am Gebälk, im Gegenzug traf Bielecki. Als dann auch noch ein Pass von Vujin auf Rene Toft Hansen in den Armen des Gegners landete, nutzte Cupic dies zum 8:5 für die Gäste. Gislason nahm früh die Auszeit, stellte die Abwehr um und brachte Wael Jallouz für Rasmus Lauge - doch immer dann, wenn der überragende Vujin seine Farben wieder heran gebracht hatte, nutzten die Polen die Kieler Fehler gnadenlos aus. So hofften die Fans nach Vujins Kracher zum 12:13 (26.) vergeblich auf einen Schlussspurt ihrer "Zebras": Lijewski und Chrapkowski erhöhten wieder auf eine Drei-Tore-Führung, die bis zum 16:13 zur Pause Bestand hatte. Unter dem Hallendach verabschiedeten über 100 polnische Fans ihre Mannschaft euphorisch in die Kabine.

Vujin-Geschoss eröffnet Aufholjagd

Marko Vujin war einmal mehr kaum zu stoppen und erzielte 10/3 Treffer gegen Kielce. © Sascha Klahn

Nach dem Wechsel bot sich den Fans das gleiche Bild: Immer, wenn der THW heran kam, setzten die Gäste einen schnellen Gegentreffer. Bis zur 35. Minute: In dieser bediente der immer stärker werdende Sjöstrand Marko Vujin, der den Ball mit 111 km/h ins Netz drosch - das 16:18 war das Signal zur Aufholjagd. Wenig später verkürzten Vujin und Jicha nach Einzelaktionen auf 18:19, und als sich Cupic nach einer Abwehraktion von Jallouz theatralisch fallen ließ - wofür der Kieler Tunesier eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt bekam -, war richtig Feuer unter dem Arena-Dach: Angepeitscht von der unglaublichen Kulisse nagelte Sjöstrand seinen Kasten zu, und Lauge traf zum umjubelten Ausgleich. Die Waage schien sich in Richtung THW zu verschieben. Auch, weil die Kieler im Angriff nun variabler wurden und immer häufiger Toft Hansen am Kreis fanden. Aber auch, weil die "Zebras" einen unglaublichen Willen zeigten.

Führung für den THW

Dieser brachte den THW nun in Führung: Toft Hansen verwandelte eine rasend Schnelle Mitte zum 23:22, dann parierte Sjöstrand, und Jallouz hämmerte den Ball mit über 100 km/h zum 24:22 in die Maschen. Als dann Vujin den von Toft Hansen herausgeholten Siebenmeter zum 25:22 versenkte (50.), schienen die "Zebras" auf die Siegerstraße einzubiegen. Doch da hatten sie die Rechnung ohne Michal Jurecki gemacht: Der ehemalige Rhein-Neckar-Löwe drehte in der Schlussphase auf und hielt gemeinsam mit dem stärker werdenden Szmal seine Blau-Gelben im Spiel: 25:25 (52.). Auf der Gegenseite zeigte Sjöstrand Paraden im Sekundentakt, weil aber der THW nach Toft Hansens 28:26 (57.) drei Minuten lang nicht mehr zum Torerfolg kam, nutzten die Gäste dies zum erneuten Ausgleich.

Abschließendes Spiel am Mittwoch gegen Porto

Auf Seiten Kielces war Michal Jurecki mit sieben Treffern bester Werfer. © Sascha Klahn

Weil Szmal den finalen Wurf von Sprenger hielt, im Gegenzug die Kieler Abwehr aber einen polnischen Siegtreffer nicht zuließ, schlugen beide Mannschaften in das Unentschieden ein. Nach 60 packenden, intensiven und am Ende dramatischen Minuten hatte das Spitzenspiel der Vorrundengruppe B keinen Sieger auf dem Feld gefunden - und doch feierten die Kieler Fans ihre Mannschaft auch noch weit nach dem Schlusspfiff für eine engagierte Leistung, an deren Ende die Punktlandung für den Gruppensieg gelungen war. Am kommenden Mittwoch wollen die "Zebras" mit einem Sieg gegen den FC Porto Vitalis die erfolgreiche Champions-League-Vorrunde abschließen, um sich dann vorerst wieder auf die Bundesliga zu konzentrieren. Für die Partie gegen Porto, die am Mittwoch um 19.30 Uhr angepfiffen wird, gibt es noch Karten im Vorverkauf und an der Abendkasse.

 

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