VELUX EHF CL: Deutlicher Hinspielsieg in Skopje

Champions League
Samstag, 19.04.2014 // 19:47 Uhr

CL, Viertelfinale, Hinspiel: 19.04.2014, Sa., 18.30: HC Metalurg Skopje - THW Kiel: 21:31 (9:14)

Update #2: KN-Artikel und Stimmen ergänzt ...

Der THW Kiel hat die Tür zum Erreichen des "VELUX EHF Final4" in Köln weit aufgestoßen. Am Sonnabend gewannen die "Zebras" ihr Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League beim mazedonischen Spitzenclub HC Metalurg Skopje in beeindruckender Manier mit 31:21 (14:9). Besonders dank einer starken Abwehr und der insgesamt 15 Treffer von Marko Vujin und Aron Palmarsson erarbeitete sich der deutsche Rekordmeister in der mit 7.000 Zuschauern ausverkauften Boris-Trajkovski-Halle ein komfortables Polster für das Rückspiel, das am Sonntag, den 27. April um 14.15 Uhr in der Sparkassen-Arena angepfiffen wird.

Schwierige Aufgabe

Die Experten waren sich vor der Partie einig: Nur drei Tage nach der bitteren 26:29-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen und dem damit verbundenen Verlust der Tabellenführung in der DKB Handball-Bundesliga stand dem THW Kiel eine denkbar schwierige Aufgabe bevor. Denn im Hexenkessel der Boris-Trajkovski-Halle, die für dieses Viertelfinal-Hinspiel binnen acht Minuten ausverkauft war, hatten in dieser Saison auch schon Paris St. Germain, KIF Kolding-Kopenhagen und sogar der ruhmreiche FC Barcelona den Kürzeren gezogen.

Bilderbuchstart

Vor dieser beeindruckenden Kulisse von 7.000 lautstarken mazedonischen Handballfans erwischten die "Zebras" aber einen Bilderbuchstart: Johan Sjöstrand parierte sofort den ersten Wurf des Champions-League-Topscorers Renato Vugrinec, der wenig später auch vom Siebenmeterstrich scheiterte. Und obwohl Aron Palmarsson früh unliebsame Bekanntschaft mit der rauhen Spielweise der gegnerischen Abwehr machte und Rene Toft Hansen für einen kleinen Rempler sofort für zwei Minuten auf die Bank musste, legte der THW dank zweier weiterer Sjöstrand-Paraden, zweier Treffer Palmarssons und dem ersten Vujin-Streich gegen seinen Landsmann und Freund Darko Stanic ein 3:0 vor. Dieser konnte sich kurze Zeit später aber mit zwei Paraden gegen Geburtstagskapitän Filip Jicha auszeichnen. Auch dadurch, dass Toft Hansen bereits in der zehnten Minute seine zweite Zeitstrafe kassierte und der ansonsten blasse Vugrinec zwei Treffer erzielte, wurden die Fans auf den Rängen lauter. Als Linksaußen Dejan Manaskov in Überzahl den 4:4-Ausgleich erzielte, bebte die Halle erstmals.

THW bleibt cool im Hexenkessel

Doch der THW Kiel zeigte sich von der Atmosphäre in der Arena unbeeindruckt. In Unterzahl zeigte der bärenstarke Palmarsson ein geniales Anspiel auf Niclas Ekberg, der zum wichtigen 5:4 traf. Dann fing Sjöstrand einen missglückten Atman-Wurf und schickte Landsmann Ekberg auf die Reise - 6:4. Als Vugrinec dann auch noch ein Stürmerfoul abgepfiffen bekam und Palmarsson per Sprungwurf auf 7:4 stellte, reagierte Metalurg-Coach Lino Cervar mit einem Torhüterwechsel und wenig später mit einer Auszeit. Obwohl der THW in dieser Phase auf den Rot-gefährdeten Toft Hansen verzichtete - Jicha übernahm seine Position im Mittelblock -, hatte er die Partie im Griff. Und nachdem die Gastgeber einen weiteren Fehlwurf fabrizierten und der enteilte Wiencek mustergültig bedient auf 8:4 erhöhte, war es in der Boris-Trajkovski-Halle merklich ruhiger geworden.

Skopje mit Vier-Tore-Lauf

Doch Skopje fand erst einmal wieder in die Partie: Mit dem jungen Kroaten Luka Cindric kam frischer Wind in den Rückraum der Gastgeber, der nun ohne Vugrinec und damit ohne Linkshänder auskam. Und das klappte ganz gut: Pavel Atman gelang per Sprungwurf das 5:8, Manaskov ließ per Gegenstoß das 6:8 folgen. Dann kehrte Darko Stanic für einen Siebenmeter Sigurdssons ins Tor zürück und parierte nicht nur diesen, sondern auch den folgenden Wurf Palmarssons - dennoch musste der Serbe danach zurück auf die Bank. Von dort aus sah er aber, wie Manaskov eine der seltenen Unachtsamkeiten in der Kieler Deckung zum 7:8 nutzte und Cindric nach einem Vujin-Fehlwurf per Gegenstoß wieder egalisierte.

Starker Halbzeitendspurt

Das Feuer im mazedonischen Hexenkessel war neu entfacht, aber der THW hielt erneut sein Löschgerät bereit. Sigurdsson traf von außen zum 9:8, Vujin ließ sogleich das 10:8 folgen. Metalurg Skopje hingegen biss sich mehr und mehr die Zähne an der Kieler 6:0-Deckung aus, die sich vom bisweilen trägen Spielaufbau der Gastgeber nicht einschläfern ließen und vor allem die Passwege an den Kreis immer wieder dicht machten. Als Folge gelang Metalurg bis zur Pause nur noch ein weiterer Treffer durch Cindric vom Siebenmeterpunkt. Nach diesem 9:10 spielten aber nur noch die "Zebras": Wiencek erkämpfte eine Zeitstrafe gegen Atman, Vujin traf in Überzahl zum 11:9. Palmarsson und erneut Vujin legten nach, und als Sjöstrand gegen Cindric zur Stelle war, sorgten die Kieler für einen glanzvollen Schlusspunkt des ersten Durchgangs: Toft Hansen pflückte nach der Parade den Ball herunter und tippte den Ball zu Christian Zeitz. Dieser bediente mit einem weiten Pass Sigurdsson, stürmte dann selbst nach vorne, bekam den Ball vom Isländer zurück in den Lauf gespielt und schloss zum 14:9-Pausenstand ab.

THW verwaltet Vorsprung

Nach dem Seitenwechsel machten die "Zebras" genau dort weiter, wo sie aufgehört hatten: Vujin bediente den an den Kreis aufgelösten Jicha, der auf 15:9 erhöhte. Der gute Sjöstrand parierte gleich den ersten Wurf Vugrinec', und Palicka war bei einem Cindric-Siebenmeter nicht zu überwinden. Zwar ließen auch die Kieler gegen den ins Tor zurückgekehrten Stanic mehrere gute Chancen aus, doch der komfortable Vorsprung konnte zunächst gehalten werden. Auch dank Wael Jallouz, der nach Vujin-Anspiel vom Kreis zum 16:10 und per Sprungwurf zum 19:13 erfolgreich war. Und auch dank Wiencek, der zwei traumhafte Palmarsson-Assists konsequent verwandelte.

Metalurg kommt zurück

Dennoch gab sich Metalurg Skopje noch nicht geschlagen. Teilweise wurde nun sogar in den eigenen Angriffen das Tempo angezogen, besonders Pavel Atman übernahm nun die Initiative, holte mit Durchbrüchen Siebenmeter heraus oder traf selbst wie bei seinem (vermeintlichen) Billard-Tor zum 14:19 oder dem Sprungwurf zum 15:19. Und Atman war es auch, der nach Palmarssons 20:15 die dritte Zeitstrafe und damit die rote Karte gegen Toft Hansen erkämpfte. Beim anschließenden Siebenmeter aber blieb Sjöstrand gegen Vugrinec Sieger, und als Ekberg trotz Unterzahl durch einen feinen Bodenpass des überragenden Palmarsson gefüttert wurde und vom Kreis zum 21:15 traf, schien die nächste Aufholjagd Skopjes zerschlagen.

Skopje kämpft sich noch einmal heran

Doch noch einmal keimte bei den Fans auf den Rängen Hoffnung auf, als Zeitz eine Zeitstrafe kassierte und Mojsoski (2) und Dimovski binnen zwei Minuten auf 19:22 verkürzten. Nach einem Stürmerfoul des THW bekam Metalurg gar die Chance, weiter heranzukommen, doch Wiencek fing einen weiten Pass der Gastgeber artistisch ab und Vujin traf zum wichtigen 23:19.

"Zebras" im Endspurt zum Kantersieg

Der Auswärtssieg der Kieler war aber auch nach 52 Spielminuten noch nicht in trockenen Tüchern. Nachdem Zeitz an Stanic scheiterte, Wiencek eine Zeitstrafe kassierte und Manaskov den Ball zum 20:24 an Sjöstrand vorbei drehte, schien den "Zebras" eine heiße Schlussphase bevorzustehen. Doch der THW behielt auch jetzt kühlen Kopf: Palmarsson hämmerte den Ball in Unterzahl zum 25:20 in die Maschen, und nach einem Ballverlust Vugrinec' erhöhte Jicha per Sprungwurf auf 26:20. Als der starke Wiencek dann nach einer Stanic-Parade gegen Jicha in den Kreis hechtete und per Nachwurf zum 27:20 traf, war die Partie fünf Minuten vor Schluss entschieden. Doch während Metalurg und seine Fans nun die Köpfe hängen ließen, kannten die "Zebras" in Hinblick auf die noch bevorstehenden 60 Rückspiel-Minuten keine Gnade: Während Palicka noch zwei Paraden zeigte und auch Sjöstrand noch einen weiteren Siebenmeter entschärfte, sorgten Palmarsson, zweimal Vujin und Ekberg mit einem feinen Leger gar noch für ein imposantes Zehn-Tore-Polster.

Rückspiel am nächsten Sonntag

Mit einem Bein stehen die Kieler damit bereits zum vierten Mal im "VELUX EHF Final4", das am 31. Mai/1. Juni erneut in der Kölner Lanxess-Arena stattfindet. Das andere Bein wollen die "Zebras" am nächsten Sonntag, den 27. April nachziehen, wenn Metalurg Skopje zum Rückspiel an die Förde reist. Für das entscheidende Duell, das um 14.15 Uhr in der Sparkassen-Arena angepfiffen wird, sind noch Karten in allen Preiskategorien zwischen 13,00 Euro und 48,00 Euro verfügbar.

 

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