Champions-League-Viertelfinale: THW trifft auf Pick Szeged

Champions League
Dienstag, 24.03.2015 // 11:40 Uhr

Der THW Kiel trifft im Viertelfinale der "VELUX EHF Champions League" auf den ungarischen Rhein-Neckar-Löwen-Bezwinger Pick Szeged. Das ergab am Dienstag die Auslosung in Wien. Die Kieler müssen dabei zuerst reisen: Am 11. oder 12. April findet das Hinspiel im stimmungsvollen Hexenkessel "Varosi Sportcsarnok" statt, die Entscheidung fällt dann voraussichtlich am 18. oder 19. April in der Kieler Sparkassen-Arena. 

KN: THW Kiel trifft auf die Löwen-Bändiger

Kiel. Das hätte den THW Kiel härter treffen können: Im Viertelfinale der Champions League spielt der Handballmeister gegen Pick Szeged. Das ergab die gestrige Auslosung im TV-Studio von Sky in Wien. "Das ist ein gutes Los", sagte Manager Thorsten Storm, der aber davor warnte, den ungarischen Vizemeister als Wunschgegner einzustufen. "Das ist eine top Mannschaft, die das gleiche Ziel hat wie wir - das Final4." Das Hinspiel wird am 12. April in Szeged (19.30 Uhr) ausgetragen, für das Rückspiel steht bislang nur fest, dass es am 18. oder 19. April stattfindet.

Die Endrunde der Champions League, die am 31. Mai und 1. Juni in der 19000 Zuschauer fassenden Lanxess-Arena in Köln ausgetragen wird, erreichen vier Mannschaften. Eine davon will der THW Kiel sein, der im Achtelfinale bereits den Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt (30:21/33:28) souverän aus dem Wettbewerb geworfen hat. Doch auch das Team des spanischen Trainers Juan Carlos Pastor hat in der K.o.-Runde zuvor mit zwei Siegen (30:34, 31:29) gegen die Rhein-Neckar Löwen für Schlagzeilen gesorgt. Vor allem in der engen "Varosi Sportcsarnok" (3000 Zuschauer) herrscht eine ganz besondere Atmosphäre.

Der THW spielte bereits in der Saison 2011/2012 in der Gruppenphase der Champions League gegen Szeged und gewann beide Spiele souverän (38:26/34:24). In Erinnerung ist das Hinspiel geblieben, in dem Trainer Alfred Gislason eine Sperre absitzen musste. Er hatte nach dem Viertelfinal-Aus gegen den FC Barcelona in der Spielzeit zuvor den Schiedsrichtern Parteilichkeit vorgeworfen und war dafür von der Europäischen Handball-Föderation (EHF) für ein Spiel gesperrt worden. Der Isländer saß seinerzeit als Zuschauer in der Arena und durfte auch in der Pause nicht seine Mannschaft aufsuchen. Das Team um Kapitän Filip Jicha ("Wir haben alle der Reihe nach unsere Meinung zum Spiel gesagt") erlebte damals eine ungewöhnliche Einstimmung auf die zweite Halbzeit. Als Gislason-Ersatz fungierten Daniel Kubes ("Wir gehen als THW-Trainer ungeschlagen in die Geschichte ein") und Kim Andersson ("Mehr als THW-Trainer kann ich in dieser Funktion nicht werden").

Ungarns Nummer zwei hinter MKB Veszprem ist mit dem Team von damals aber nicht mehr zu vergleichen. In der vergangenen Saison feierte Szeged mit dem Gewinn des EHF-Cups den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Zwischen den Pfosten steht mit Jose Sierra mittlerweile der spanische Nationaltorhüter. Linksaußen ist einer, der in Kiel nur zu gut bekannt ist: Der Schwede Jonas Källman gewann mit Ciudad Real dreimal die Champions League, zweimal (2008 und 2009) im Endspiel gegen den THW Kiel. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Geschäftsstellen-Leiterin Sabine Holdorf-Schust, die den THW in Wien vertrat. "In allen anderen Städten, die zur Auswahl standen, sind wir in dieser Saison schon gewesen." Die Zebras gehen damit der Weltauswahl von Paris St.-Germain aus dem Weg, die auf Veszprem trifft. In den beiden anderen Viertelfinals ermitteln Croatia Zagreb und der FC Barcelona sowie Vardar Skopje und Targi Kielce die weiteren Halbfinalisten.

Auch im EHF-Pokal hatten die Bundesligisten Losglück: Der HSV trifft im Viertelfinale auf Eskilstuna Guif (Schweden), Debütant MT Melsungen auf Skjern Handbold (Dänemark). Die Füchse Berlin, der dritte Bundesligist im EHF-Cup, sind als Gastgeber der Endrunde (16./17. Mai) direkt qualifiziert.

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 25.03.2015)

Die Auslosung im Überblick

Viertelfinale
Begegnung
RK Zagreb (CRO) - FC Barcelona (ESP)
HC Vardar Skopje (MKD) - KS Vive Tauron Kielce (POL)
Paris St. Germain (FRA) - MKB-MVM Veszprém (HUN)
Pick Szeged (HUN) - THW Kiel

Spanischer Trainer

Der amtierende EHF-Pokalsieger, der sich beim "Final4"-Turnier im vergangenen Jahr gegen die Füchse Berlin und Montpellier durchsetzte und damit seinen ersten internationalen Titel holte, erreichte das Achtelfinale durch Platz zwei in der Gruppe D. Die Grundlage für das Weiterkommen legte Pick Szeged durch seine Heimstärke im stimmungsvollen Hexenkessel "Varosi Sportcsarnok", in dem 3000 heißblütige Fans Platz finden. Im Achtelfinale schaltete die Mannschaft des spanischen Weltmeister-Trainers Juan Carlos Pastor die Rhein-Neckar Löwen aus. Mit 34:30 gewannen die Ungarn das Hinspiel in Mannheim, und auch im Rückspiel behielten sie mit 31:29 die Oberhand.

Nationalspieler aus vielen Nationen

In beiden Spielen überragend: Der ungarische Halbrechte Zsolt Balogh, mit 68 Treffern Top-Torjäger Szegeds, und der slowenische Spielmacher Dean Bombac (insgesamt 61 Tore). Gemeinsam mit dem ungarischen Halblinken Ferenc Illyes (29 Tore) bilden beide eine der gefährlichsten Rückraum-Achsen der Königsklasse. Auch auf Außen ist Pick Szeged top-besetzt: Der dreifache Champions-League-Sieger Jonas Källmann (einst Ciudad Real) und sein ehemaliger und aktueller Mitspieler, der spanische National-Rechtsaußen Roberto Garcia Parrondo (kam von Paris St. Germain) wirbeln auf den Flügeln. Im Tor steht der spanische Nationalkeeper Jose Manuel Sierra, der sich den Platz mit seinem polnischen Pendant Piotr Wyszomirski teilt. 

Holdorf-Schust: "Einer unserer Wunschgegner"

Für den THW Kiel war Geschäftsstellen-Leiterin Sabine Holdorf-Schust nach Wien gereist. Sie war zufrieden mit der Auslosung: "Pick Szeged war einer unserer Wunschgegner. Vor allem Marko Vujin, der viele Jahre in Ungarn gespielt hat, wollte unbedingt Pick Szeged als Viertelfinal-Gegner." Sportlich unterschätzen werde man die Mannschaft bestimmt nicht, so Sabine Holdorf-Schust: "Jeder hat gegen die Rhein-Neckar Löwen gesehen, wie stark Szeged ist." Im Hinspiel erwartet sie eine heiße Atmosphäre: "Das ist eine kleine Arena, und die Stimmung soll genauso heiß wie in Veszprem sein. Mit unseren fantastischen Fans werden wir im Rückspiel aber dagegen halten!"

Thorsten Storm: "Es kommt auf den größeren Willen an"

THW-Geschäftsführer Thorsten Storm verfolgte die Auslosung mit den Geschäftsstellen-Mitarbeitern vor dem Bildschirm in Kiel. "Szeged hat eine Top-Mannschaft mit tollen Spielern, ist aber auch ein gutes Los", sagte Storm. "Unser Ziel ist das Final4 in Köln. Und ich denke, wir haben gute Chancen, dorthin zu kommen." Storm erwartet in beiden Spielen ein Duell auf Augenhöhe: "Szeged hat eine Reihe ausgebuffter Spieler in der Mannschaft, hat gute Torhüter und kommt vor allem in der heimischen Halle über die Emotionen. Aber wir sind auch gut drauf!" Letztlich komme es in der Runde der besten acht Teams in Europa auf den größeren Willen an, so Storm: "Ich baue auf unsere Jungs."

 

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