Der THW Kiel verpasst den Finaleinzug

Champions League
Samstag, 30.05.2015 // 19:30 Uhr

Der THW Kiel hat den erneuten Finaleinzug beim "VELUX EHF Final4" verpasst: Am Sonnabendabend unterlagen die Kieler in der mit 20.000 Zuschauern ausverkauften Lanxess-Arena MKB Veszprem mit 27:31 (13:13). MKB-Torhüter Mirko Alilovic wurde dabei in den zweiten 30 Minuten zum Stoppschild - seine Paraden und eine brachten die kämpferisch starken Ungarn auf die Siegerstraße. Aron Palmarsson traf neun Mal, am Ende reichte das und die Paraden des überragenden Andreas Palicka aber nicht zum Sieg. Für den THW Kiel geht es nun am Sonntag gegen KS Kielce (15.15 Uhr) um Platz drei. 

Ein ausführlicher Bericht folgt...

Toft Hansen kassiert Ellenbogencheck

Der THW Kiel begann klasse, ging - von einem enorm durchsetzungsstarken Aron Palmarsson angetrieben, schnell mit 2:0 und 5:2 in Führung. Als die "Zebras", bei denen Torhüter Andreas Palicka (unter anderem drei gehaltene Siebenmeter) einen exzellenten Tag erwischt hatte, auch in der Folge in der Abwehr wenig anbrennen ließen, führten sie auch noch nach einer Viertelstunde mit 7:4 (15.). Doch in Unterzahl geriet der THW in Bedrängnis, Veszprem verkürzte auf 6:7 (16.). Dann rückte Rene Toft Hansen in den Mittelpunkt: Erst erzielte der Kieler Kreisläufer das 8:6, dann bekam er von Renato Sulic einen Ellenbogencheck verpasst. Geahndet wurde dieser vom insgesamt schwachen Unparteiischen-Duo nicht - weil sich Toft Hansen aber zu sehr aufregte und Sulic konterte, mussten beide für zwei Minuten auf die Bank. 

Veszprem setzt sich ab

Die zweite Halbzeit begann für den THW unglücklich: Erst sah Palmarsson vom schwachen Unparteiischen-Gespann Nachevski/Nikolov zwei Minuten, was Ilic mit einem im Nachwurf verwandelten Siebenmeter zusätzlich bestrafte. Dann traf Nagy, den Kielern wurde der Anpfiff wegen eines technischen Fehlers zurückgepfiffen. Ballbesitz Veszprem, Tor Ilic: Nach 35 Minuten war MKB mit 16:13 in Führung gegangen, was kurz nach Dahmkes 14:16 erneut durch Nagy und Ivancsik auf 18:14 ausgebaut wurde. Doch die Kieler versuchten alles, um dranzubleiben. Erst einmal ohne Erfolg - schlimmer noch: Nach Toft Hansens 21:24 verwertete Sulic zweimal Alilovic-Paraden zum 27:21. 

Packender Fight endet mit Unentschieden zur Pause

Weil Alilovic, nach 15 Minuten für den paradenlosen Mikler gekommen, in der Folge einen Duvnjak-Wurf entschärfen konnte, und den Zebras einige technische Fehler unterliefen, gingen die Ungarn nach 22 Minuten erstmals beim 9:8 in Führung. Diese baute Veszprem bis auf zwei Tore aus, ehe Dahmke mit einem Gegenstoß und Palmarsson ins wegen eines zusätzlichen Feldspielers leere Tor zum 12:12-Ausgleich trafen (29.), diesem folgten zwei rasante Tore beider Teams in der Schlussminute: Nach 30 Minuten eines packenden Fights startete man also beinahe wieder bei null.

Aufholjagd blieb ohne Erfolg

Alfred Gislason nahm die Auszeit, elf Minuten waren da noch zu spielen. Jetzt setzte der THW alles auf eine Karte: Mit einem Doppelschlag verkürzte der überragende Palmarsson auf 23:27, Ege hielt einen Siebenmeter von Ilic, dann pflückte Sulic den guten Rune Dahmke beim Gegenstoß aus der Luft. Dafür bekam er seine dritte Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt, den Siebenmeter - einen von nur drei gepfiffenen auf Kieler Seite, versenkte Canellas zum 24:27. Als kurz darauf auch Sprenger im Gegenstoß traf, hofften die vielen THW-Fans wieder auf einen Kieler Erfolg. Doch ausgerechnet Momir Ilic hatte etwas dagegen: Bei angezeigtem Zeitspiel wuchtete er den Ball zum 28:25 (54.) ins Netz, dann versenkte Ivancsik den insgesamt achten für Veszprem gegebenen Siebenmeter zum 29:25, und als Jicha zweieinhalb Minuten vor dem Ende mit einem Gegenstoß an Alilovic scheiterte, war die Partie entschieden.

Am Sonntag Spiel um Platz drei

Der Traum vom zweiten Finaleinzug in Folge war ausgeträumt, jetzt feierten nur noch die rund 3.000 stimmgewaltigen Ungarn in der Lanxess-Arena. Während Veszprem nun auf Barcelona im Finale trifft, muss der THW Kiel am Sonntag nun zum Spiel um Platz drei antreten. Gegner ist ab 15.15 Uhr der polnische Meister KS Kielce, sky überträgt auch diese Partie live. Für die Kieler geht es dann am Montag zurück an die Förde - dann steht die Woche der Meisterschaftsentscheidung an. Auf geht's, Kiel!

 

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