Königsklassen-Heimpremiere: Sonntag kommt Besiktas Istanbul

Champions League
Freitag, 25.09.2015 // 08:18 Uhr

Heimpremiere in der "VELUX EHF Champions League": Am Sonntag startet der THW Kiel endlich auch vor den eigenen Fans in die Königsklasse des europäischen Handballs. Gegner in der Sparkassen-Arena ist um 19.30 Uhr (live auf Sky Sport) der türkische Meister Besiktas Istanbul. Die "Zebras" brennen nach der Auftakt-Niederlage in Zagreb auf den ersten doppelten Punktgewinn und bauen dabei auch auf die Hilfe von den Rängen. Wer die einzigartige Königsklassen-Atmosphäre in Kiel live erleben möchte, kann sich noch ein Sitz- oder Stehplatzticket im Vorverkauf sichern, die Abendkasse öffnet am Sonntag um 17.30 Uhr.

Ziel: Zwei Punkte

Die Vorbereitung auf das erste Saison-Heimspiel in der Gruppenphase der "VELUX EHF Champions League" begann für die "Zebras" am Donnerstag direkt nach der Rückkehr von der deutlichen 21:29-Niederlage in Göppingen. "Besiktas hat eine starke Mannschaft. Wir werden am Sonntag viel besser als zuletzt spielen müssen, um die ersten Punkte zu holen", sagte THW-Trainer Alfred Gislason. Die Kieler Mannschaft, nach dem 22:29 in Zagreb momentan Schlusslicht der "Hammer-Gruppe" A, will am Sonntag unbedingt gewinnen: "Wir spielen vor unseren eigenen Fans, das wird uns Sicherheit geben und uns nach vorn bringen", sagt THW-Torhüter Niklas Landin. "Ich freue mich riesig auf das erste Champions-League-Heimspiel in der Sparkassen-Arena!"

Besiktas zum zweiten Mal dabei

Dabei treffen die Kieler zum ersten Mal überhaupt in einem Pflichtspiel auf den türkischen Titelträger Besiktas JK Istanbul. Der Abonnementmeister der türkischen "Super League" erreichte zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte die Gruppenphase der "VELUX EHF Champions League". In der vergangenen Saison schnupperten die Türken unter anderem gegen den FC Barcelona und die SG Flensburg-Handewitt erstmals die Luft des Königsklassen-Hauptfeldes und stellten die Top-Teams zum Teil vor arge Probleme. Weil es am Ende dann aber gegen die "Großen" doch nicht zum Sieg reichte, war nach der Gruppenphase Schluss: Zwei Zähler aus fünf Spielen reichten nicht für das Erreichen des Achtelfinales.

"Besiktas ist eine Art Religion"

Zwei-Meter-Neuzugang: Torhüter Miroslav Kocic.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Zuschauerzahlen zwischen Liga- und Champions-League-Spielen stark schwanken. Partien gegen nationale Gegner interessieren nur um die 300 Zuschauer, in der europäischen Königsklasse sieht es ganz anders aus. "Besiktas ist in der Türkei eine Art Religion", so Feuchtmann-Perez. "Gegen den FC Barcelona waren auf einmal 7.000 Zuschauer in der Halle. So etwas habe ich noch nie gesehen." Zum Auswärtsspiel haben sich keine Fans aus der Türkei angekündigt, jedoch erwartet der THW Kiel viele Kieler mit türkischen Wurzeln am Sonntag in der Sparkassen-Arena.

Live dabei sein: Tickets sichern!

Stimmungsvoll dürfte der Kieler Heimauftakt in der diesjährigen Königsklassen-Saison also auf jeden Fall werden. Noch gibt es Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Wer am Sonntag nicht vor dem Ticketcenter an der ab 17.30 Uhr geöffneten Abendkasse in der Schlange stehen möchte, hat bis zum Anpfiff die Möglichkeit, sich im THW-Online-Ticketshop Karten mit der "Print@Home"-Variante zum Selbstausdrucken zu bestellen (jetzt direkt Tickets sichern!). An der Abendkasse werden zudem auch Karten für die große THW-Gala mit den "Zebras" und dem Philharmonischen Orchester am 22. Oktober im Opernhaus verkauft (Gala-Tickets ab 30 Euro, mehr Informationen in diesem Sonder-Artikel)

Ziel ist das Achtelfinale

Rechtsaußen Darko Djukic kam von Metalurg Skopje.

Die Runde der besten 16 Mannschaften Europas ist deshalb in diesem Jahr das große Ziel der Besiktas-Verantwortlichen. "Wir werden besser sein als im vergangenen Jahr", ist Club-Manager Berk Karahan überzeugt. "Wir haben unsere Erfahrungen gemacht. Jetzt müssen wir unsere Fähigkeiten gegen die ganz großen Vereine unter Beweis stellen. Wir werden in jedem Spiel mit dem klaren Willen auf den Platz gehen, dieses zu gewinnen. Denn wir wollen unser Schicksal in der Königsklasse auf jeden Fall in die eigenen Hände nehmen." Aus diesem Grund habe man im Sommer auch den Kader verstärkt, so Karahan: "Wir haben neue Spieler für eine neue Herausforderung und neue Ziele."

Drei namhafte Abgänge

Neuzugang von Vardar Skopje: Mittelmann Nemanja Pribak.

Tatsächlich hat auch der Besiktas-Kader im Vergleich zum hart erkämpften 36:30-Testspielerfolg der "Zebras" im Frühjahr ein auf einigen Positionen verändertes Gesicht. Denn die erfolgreiche Arbeit in der 20-Millionen-Einwohner-Metropole blieb nicht lange im Verborgenen: So sicherte sich der TBV Lemgo die Dienste des deutsch-chilenischen Mittelmanns Erwin Feuchtmann-Perez. Die Fernseheindrücke, die TBV-Trainer Florian Kehrmann sammelte, reichten dem Coach aus, den Rückraumspieler nach Ostwestfalen zu lotsen. Ob Bundesliga-Aufsteiger TVB 1898 Stuttgart ebenfalls per Sky-Abo die Verpflichtung von Torhüter Yunus Özmusul perfekt machte, ist allerdings nicht überliefert. Eigentlich hätte der ehemalige Gummersbacher Vedran Zrnic am Wochenende auch zum Besiktas-Aufgebot zählen sollen, doch er kehrte aus familiären Gründen nach Kroatien zurück. 

Zwei Ex-HBL-Profis im Kader

Ivan Nincevic ist einer von zwei ehemaligen Bundesliga-Profis im Besiktas-Kader.

Mit Predrag Dacevic (früher Melsungen) und dem ehemaligen Berliner Ivan Nincevic stehen aktuell aber zwei Ex-Bundesligaspieler bei Besiktas unter Vertrag. Nincevic verpasste wegen muskulärer Probleme allerdings den Auftakt gegen RK Celje, bei dem die Türken in eine 24:30-Niederlage einwilligen mussten. Bester Torschütze: der wurfgewaltige Rückraum-Spieler Ramazan Döne. Döne zählt wie der Anfang Oktober seinen 40. Geburtstag feiernde Torwart und Besiktas-Kapitän Ibrahim Demir und das 120-Kilo-Kraftpaket am Kreis, Tolgar Özbahar, zu den Leistungsträgern des Teams vom Bosporus. Mit dem serbischen Rechtsaußen Darko Djukic, als Ersatz für Zrnic von Metalurg Skopje nach Istanbul geholt, und dem mazedonischen Nationalmannschafts-Mittelmann Nemanja Pribak (kam von Vardar Skopje) spielten zum Auftakt aber auch zwei Neuzugänge bereits eine gute Rolle. 

Besiktas-Fans lieben die Champions League

Aktivposten an der Seitenlinie: Besiktas-Trainer Mufit Arin.

An der Seitenlinie steht mit Müfit Arin ein echtes Besiktas-Urgestein: Seit 2004 trainiert Arin den Istanbuler Club und wurde mit ihm in dieser Zeit neun Mal türkischer Meister und acht Mal Pokalsieger. "Besiktas ist immer besser geworden und hat sich enorm entwickelt", sagt THW-Trainer Alfred Gislason respektvoll. Das habe man auch an den Reaktionen der Fans bemerkt, bestätigt Feuchtmann-Perez: "Handball wird immer bekannter. Auch, weil Besiktas im zweiten Jahr hintereinander in der Gruppenphase der 'VELUX EHF Champions League' spielt. Die Leute interessiert in erster Linie nicht, welche Sportart gespielt wird, die Champions League zählt." 

Sammelaktion für Flüchtlinge

Verfolgen werden das Spiel auch Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer aus den Kieler Not-Unterkünften und Erstaufnahme-Einrichtungen. Der THW Kiel hat diese zum Spiel eingeladen. Außerdem rufen die "Zebras" ihre Fans dazu auf, im Rahmen des Spiels für die Flüchtlinge in der Landeshauptstadt dringend benötigte Hygiene-Artikel zu spenden (mehr Informationen in diesem Sonder-Artikel). Diese können an den Sammelstellen an beiden Eingängen abgegeben werden. 

Norwegische Schiedsrichter

Um 19.30 Uhr ertönt dann der Anpfiff zum ersten Champions-League-Heimspiel der neuen Saison. Als Schiedsrichter hat die Europäische Handball Föderation (EHF) die beiden Norweger Andre Hansen und Oistein Pettersen nominiert. Als EHF-Delegierter wird der Luxemburger Francis Leon Donven in Kiel erwartet. Sky überträgt die Partie für Abonnenten live auf Sky Sport. Die "VELUX EHF Champions League" ist endlich zurück in der Handballstadt schlechthin - auf geht's, Kiel!

KN: Besiktas für Türken Handball-Religion

Kiel. Erstes Saison-Heimspiel für den THW Kiel in der Handball-Champions-League. Am Sonntag (19.30 Uhr) gastiert Besiktas Istanbul in der Kieler Sparkassen-Arena. "Zusammenstehen, kämpfen", fordert THW-Kapitän René Toft Hansen nach dem 21:29-Debakel von Göppingen. "Wir müssen die Begegnung gegen Istanbul nutzen, um uns weiter einzuspielen", sagt Trainer Alfred Gislason.

Kämpfen, Einspielen, Weitermachen - für THW-Geschäftsführer scheint das nicht weit genug zu gehen. "Dass man einmal ein Spiel verliert, gehört auch zu jeder Saison dazu", sagt der 50-Jährige mit Blick auf die Niederlage bei Frisch Auf. "Aber ich habe in Göppingen und zuvor auch in Zagreb die letzte Galligkeit und Körpersprache als Mannschaft auf dem Feld vermisst. Daran müssen wir als Team alle sehr schnell wieder zusammen arbeiten. Und am Sonntag haben wir die erste Gelegenheit dazu."

Es ist eine Premiere. Zum ersten Mal überhaupt treffen die Zebras in einem Pflichtspiel auf den türkischen Serienmeister der "Super League" und ersten türkischen Teilnehmer der Königsklasse überhaupt, der zum zweiten Mal nach der Vorsaison die Gruppenphase der Champions League erreichte und gemäß dem nicht immer durchsichtigen neuen Modus des europäischen Dachverbandes EHF sogar in eine der beiden Top-Gruppen eingestuft wurde. In der Vorsaison hatte Besiktas zwar starke Gegner wie die SG Flensburg-Handewitt oder den FC Barcelona vor arge Probleme gestellt, war aber mit nur zwei Zählern aus zehn Spielen ausgeschieden.

In der neuen Saison will das Team von Trainer Müfit Arin unbedingt die K.o.-Runde erreichen und hat sein Gesicht im Vergleich zum 36:30-Testspielsieg der Gislason-Sieben im Mai gehörig verändert. Dabei musste die Mannschaft aus der Metropole allerdings auch Abgänge verkraften. Der kroatische Weltmeister (2003) und Olympiasieger (2004) Vedran Zrnic - bekannt vom VfL Gummersbach (2006-2013) - kehrte aus familiären Gründen in seine Heimat zurück, der TBV Lemgo schnappte sich den deutsch-chilenischen Mittelmann Erwin Feuchtmann-Perez, Bundesliga-Aufsteiger TVB 1898 Stuttgart verpflichtete Torhüter Yunus Özmusul.

Geblieben sind zwei weitere Ex-Profis aus der Bundesliga: der kroatische Flügelflitzer Ivan Nincevic (Füchse Berlin), der aufgrund muskulärer Probleme vermutlich nicht in Kiel auflaufen wird, und Predrag Dacevic (MT Melsungen). Als Ersatz für Zrnic wurde der serbische Rechtsaußen Darko Djukic von Metalurg Skopje an den Bosporus geholt. Von Vardar Skopje kam der mazedonische Regisseur Nemanja Pribak.

Unter dem Zepter von Coach Müfit Arin wurde der Klub seit 2004 neunmal türkischer Meister und achtmal Pokalsieger. "Besiktas hat sich enorm entwickelt", sagt THW-Trainer Alfred Gislason.

"Besiktas ist eine Art Religion in Istanbul. So etwas habe ich noch nie erlebt", weiß der Neu-Lemgoer Erwin Feuchtmann-Perez. Fans aus der Türkei haben sich bei den Verantwortlichen des THW allerdings nicht angekündigt. Ganz anders könnte es bei den vielen Kielern mit türkischen Wurzeln aussehen.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 26.09.2015)

 

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