Königsklassen-Viertelfinale: Hinspiel am Sonntag in Ungarn

Champions League
Freitag, 10.04.2015 // 10:14 Uhr

Der amtierende EHF-Pokalsieger gegen den dreifachen Königsklassen-Champion. Die "Löwen-Bändiger" gegen die "Zebras". In der letzten Runde vor dem Finalturnier in Köln fordert der ungarische Vizemeister MOL-Pick Szeged mit dem THW Kiel den einzigen verbliebenen deutschen Vertreter in der "VELUX EHF Champions League" zum K.o.-Duell um das "Final 4"-Ticket. Teil eins der 120 spannenden Viertelfinal-Minuten steigt am Sonntag um 19.15 Uhr (live auf sky) in Ungarn, wo die Kieler im ausverkauften Hexenkessel "Varosi Sportcsarnok" kühlen Kopf bewahren müssen.

120 Minuten Volldampf fürs "Final4"

Beim ungarischen Vizemeister geht es für die "Zebras" am Sonntag darum, sich eine gute Ausgangssituation für das Rückspiel in eigener Halle zu verschaffen. Das Ziel ist klar definiert: Zum vierten Mal in Folge wollen die Kieler am letzten Mai-Wochenende dabei sein, wenn in Köln um die europäische Handball-Krone geht. "Ich möchte da unbedingt wieder hin", sagt THW-Rückraumspieler Domagoj Duvnjak. Doch bevor die "Zebras" sich Gedanken über die Reise zum Saisonhöhepunkt in der Domstadt machen können, müssen erst einmal 120 spannende Viertelfinal-Minuten erfolgreich bestritten werden.

EHF-Pokalsieg bisher größter Szeged-Erfolg

Spanischer Nationaltorhüter: Jose Manuel Sierra.

Entgegen stellt sich den "Zebras" im Viertelfinale der 1961 gegründete SC Szeged, der inzwischen die beiden Hauptsponsoren MOL (führender Mineralöl-Konzern Ungarns) und Pick (Fleisch- und Wurstwaren-Hersteller) in den Vereinsnamen integriert hat. 1996 und 2007 gewann die Mannschaft aus der mit knapp 200.000 Einwohnern drittgrößten ungarischen Stadt die Meisterschaft. 1977, 1982, 1983, 1993, 2006 und 2008 triumphierte MOL-Pick Szeged im nationalen Pokal. In der "VELUX EHF Champions League" nimmt der Club zum 13. Mal Anlauf auf das "VELUX EHF Final4" und steht zum dritten Mal nach 1997 und 2004 in der Runde der besten acht Mannschaften Europas. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte resultiert aus der vergangenen Saison: Beim erstmals ausgetragenen "Final4"-Turnier im EHF-Pokal setzte sich Pick Szeged gegen die Füchse Berlin und Montpellier durch und holte damit seinen ersten internationalen Titel.

Wiedersehen mit Jonas Källmann

Dreifacher CL-Sieger: Jonas Källmann.

Ein Zeichen der Klasse, die der letztjährige EHF-Pokalsieger in seinem Kader vereint. Angeführt wird die Truppe vom ungarischen Halbrechten Zsolt Balogh, mit 68 Treffern Top-Torjäger Szegeds, und dem slowenische Spielmacher Dean Bombac (insgesamt 61 Tore). Gemeinsam mit dem ungarischen Halblinken Ferenc Illyes (29 Tore) bilden beide eine der gefährlichsten Rückraum-Achsen der Königsklasse. Auch auf Außen ist Pick Szeged top-besetzt: Der dreifache Champions-League-Sieger Jonas Källmann (einst Ciudad Real) und sein ehemaliger und aktueller Mitspieler, der spanische National-Rechtsaußen Roberto Garcia Parrondo (kam von Paris St. Germain) wirbeln auf den Flügeln. Im Tor steht der spanische Nationalkeeper Jose Manuel Sierra, der sich den Platz mit dem polnischen National-Torhüter Piotr Wyszomirski teilt. Trainiert wird die Mannschaft vom spanischen Weltmeister-Trainers Juan Carlos Pastor, der gemeinsam mit den Szeged-Fans dem THW Kiel beim Hinspiel im stimmungsvollen Hexenkessel "Varosi Sportcsarnok" einen heißen Empfang bereiten wird.

Vujin freut sich auf Rückkehr nach Ungarn

Top-Torschütze: Zsolt Balogh.

Einer freute sich besonders über die Auslosung, hatte er doch Szeged zuvor schon als "Wunschgegner" ausgemacht: Marko Vujin. "Ich habe viele Jahre in Ungarn gespielt und auch schon oft in Szeged gewonnen. Jetzt kehre ich mit 'meinem' THW Kiel zurück", erklärte der Linkshänder, der vor seinem Wechsel an die Kieler Förde neun Jahre für Dunaferr und Veszprem in Ungarn auf Torejagd gegangen war. "Uns erwartet eine extrem heiße Atmosphäre in Szeged", weiß Vujin um die berühmt-berüchtigte Stimmung in der "Varosi Sportcsarnok". Die kennt ein Teil der "Zebraherde" ebenfalls aus eigener Erfahrung, denn in Saison 2011/2012 mussten die Kieler in der Königsklassen-Gruppenphase schon einmal dort antreten. Der THW Kiel gewann damals ohne den Einfluss des für ein Spiel gesperrten Trainers Alfred Gislason souverän mit 38:26, und auch im Rückspiel behielten die "Zebras" mit 34:24 klar die Oberhand (siehe auch Gegnerdaten Pick Szeged im THW-Archiv)

Hinspiel ab 19.15 Uhr live auf sky

Bisger 61 Tore: Dean Bombac.

Aus dem damaligen Szeged-Kader spielen am Sonntag allerdings nur noch Rechtsaußen Rajko Prodanovic, der Halbrechte Gabor Ancsin, Kreisläufer Szabolcs Zubai und Linksaußen Peter Velky für MOL-Pick Szeged. Die Anwurfzeit für das Hinspiel wurde kurzfristig auf 19.15 Uhr vorverlegt. Wie sich die "Zebras" in Ungarn schlagen, kann man im Liveticker auf der THW-Homepage, live im Fernsehen bei sky oder in einer der sky-Bars erleben: In Kiel wird das Viertelfinal-Hinspiel unter anderem im "Sporthotel Avantage" (Braunstrasse 40), in "Mc Lang’s Irish Pub" (Lange Reihe), im "Hillstreet" (Bergstraße), im Fußballcenter Pagelsdorf (Göteborgring 83), im "Gutenberg" (Gutenbergstraße 66) und in der "Bar Cultura" (Kirchhofallee 83) zu sehen sein. THW-Fans in Neumünster können das Spiel im "Fun Fabrik Bowl" auf Großbildleinwand sehen. 

Weißrussische Schiedsrichter

Schiedsrichter der Partie sind die beiden Weißrussen Andrei Gousko und Siarhei Repkin, als EHF-Delegierter ist der Franzose Robert Dujardin vor Ort. THW-Kreisläufer Patrick Wiencek gibt die Marschroute für die beiden Viertelfinal-Partien vor. "Wir haben den Titelverteidiger rausgeworfen, jetzt wollen wir auch die letzten beiden Schritte in Richtung 'VELUX EHF Final4' in Köln machen!" Auf geht's, Kiel!

Szeged schaltete die Rhein-Neckar Löwen aus

In diesem Jahr erreichte MOL-Pick Szeged das Achtelfinale durch Platz zwei in der Gruppe D. Die Grundlage für das Weiterkommen legten die Ungarn durch einen klasse Start mit nur einer Niederlage aus sieben Spielen und seiner Heimstärke. Im Achtelfinale der "VELUX EHF Champions League" machte die Mannschaft kurzen Prozess mit den Rhein-Neckar Löwen: Mit 34:30 gewannen die Ungarn das Hinspiel in Mannheim, und auch im Rückspiel behielten sie mit 31:29 die Oberhand. 

 

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