Sonnabend in Celje: Der THW ist weiter auf Punktejagd

Champions League
Donnerstag, 26.11.2015 // 11:20 Uhr

Weiter, immer weiter: Nur drei Tage nach dem hart erkämpften 32:27-Sieg gegen die MT Melsungen im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga sind die "Zebras" wieder auf europäischer Ebene gefordert: Am Sonnabend empfangen die "jungen Wilden" des slowenischen Meisters RK Celje Pivovarna Lasko den THW Kiel. Anpfiff zum fünften Auswärtsspiel der "Zebras" in der Gruppenphase der "VELUX EHF Champions League" ist um 17.30 Uhr. Sky Sport überträgt die Partie live aus der Arena "Dvorana Zlatorog", zeitnahe Infos gibt es im Ticker auf der THW-Homepage. 

1.300 Hinreisekilometer

Das erste wird am Sonnabend um 17.30 Uhr vom russischen Schiedsrichtergespann Evgeny Zotin/Nikolay Volodkov angepfiffen. Als EHF-Delegierter reist der Finne Tapio Arponen zum Auswärtsspiel des THW, das live bei Sky Sport zu sehen sein wird. In Kiel kann man die "Zebras" wieder in zahlreichen Sky-Bars, wie zum Beispiel dem "Gutenberg", der "Bar Cultura", "McLang's Irish Pub" und dem"Sporthotel Avantage", gemeinsam mit anderen THW-Fans verfolgen. Der THW Kiel reist am frühen Freitagmorgen mit dem Flugzeug von Hamburg via Frankfurt ins österreichische Graz. Von dort aus geht es mit dem Bus auf die letzten 130 der insgesamt 1320 Hinreise-Kilometer nach Celje, wo die Kieler dann am Sonnabend ihren zweiten Auswärtssieg in der Vorrunde der "VELUX EHF Champions League" feiern wollen. Auf geht's, Kiel!

Ziel: Zwei Auswärtspunkte

Im Hinspiel bejubelte Erlend Mamelund einen Treffer.

"Wir haben auch nach den beiden Niederlagen gegen Paris ein großes Ziel in der Königsklasse", sagt THW-Neuzugang Erlend Mamelund. "Wir wollen zum 'VELUX EHF Final4' nach Köln." Dass dieser Weg ein beschwerlicher sein wird, weiß auch der Norweger. "Wir haben auswärts bisher erst ein Spiel gewonnen, deshalb wollen wir am Sonnabend unbedingt zwei Punkte in Celje holen." Nach dem Kraftakt gegen Melsungen, bei dem alle Kieler bis an ihre Grenzen und zum Teil darüber hinaus gehen mussten, blieb allerdings keine Zeit zur Regeneration: "Meine Mitspieler, die im Spitzenspiel über 60 Minuten Vollgas gegeben haben, werden das sicherlich am Donnerstag körperlich spüren. Aber im Drei-Tage-Rhythmus bleibt eben keine Zeit für eine ordentliche Regeneration." 

Kraftakt im Hinspiel

Dabei wartet auf die Kieler auch am Sonnabend eine schwere Aufgabe. Im Hinspiel in Kiel zeigten die "jungen Wilden" von RK Celje, rund die Hälfte des Kaders zeichnete für den Gewinn der Goldmedaille bei Jugend-Olympia 2014 und für den zweiten Platz Sloweniens bei der U-19-Weltmeisterschaft 2015 verantwortlich, wie stark das Kollektiv des slowenischen Rekordmeisters agieren kann. Mit vier Toren Vorsprung ging Celje, dessen Team wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vorgestellt hatten, in Kiel in die Schluss-Viertelstunde. Mit einem unglaublichen 6:0-Lauf zwischen der 55. und 59. Minute hatten die "Zebras" die Partie auch dank des unglaublichen Pirouetten-Tors von Rune Dahmke, 17 wichtigen Paraden von Niklas Landin und insgesamt acht Treffern von "Motor" Domagoj Duvnjak drehen können (siehe Spielbericht) - das 35:32 war ein Kraftakt. 

Zahlreiche "Zebras" angeschlagen

"Das Hinspiel war eine sehr schwere Partie für uns", erinnert sich THW-Trainer Alfred Gislason. "Und ich bin mir sicher, dass es in Celje nicht einfacher wird." Der Isländer kann - anders als am Mittwoch gegen Melsungen - in Slowenien wieder auf die Dienste seines Abwehrchefs Rene Toft Hansen bauen. Der Däne freut sich, seinen Mitspielern wieder helfen zu können: "Es war sehr schwierig, von der Tribüne aus zusehen zu müssen." Allerdings dürfte Gislason trotz der Rückkehr des Kapitäns wieder vor einer ähnlichen "Bastelarbeit" wie vor dem Melsungen-Spiel stehen: Zahlreiche Akteure der "Zebraherde" treten die Reise nach Slowenien angeschlagen an.

Bisher erst zwei Punkte

Voll motiviert geht Miha Zarabec mit Celje in die Partie gegen den THW.

Die Kieler treffen am Sonnabend auf einen Gegner, der bisher von den Resultaten her den eigenen Ansprüchen etwas hinterher hinkt. Die Achtelfinal-Qualifikation war das erklärte Ziel von RK Celje, doch nach dem Auftaktsieg in Istanbul blieben die Zähler aus. So warten die Slowenen um ihren erst 19-jährigen Haupttorschützen Blaz Janc (33 Treffer) immer noch auf ihren zweiten Erfolg und vor allem den ersten Heimsieg. Sie hatten Pech gegen Zagreb (20:21) und brachten Paris Saint-Germain an den Rand einer Niederlage, mussten aber dennoch in ein 30:32 einwilligen. Im bisher letzten Heimspiel unterlag Celje MVM Veszprem mit 27:30, wobei sich die Mannschaft von Trainer Branko Tamse von einem 11:17-Pausenrückstand nicht mehr erholte. Am vergangenen Spieltag verlor Celje in Veszprem nach einer tollen ersten Halbzeit (15:17) noch klar mit 28:34 und steht angesichts von bereits vier Punkten Rückstand auf den Tabellensechsten RK Zagreb vor einer ganzen Reihe von "Endspielen".

KN: Kampf gegen Müdigkeit und die Arena

Celje. Nach dem wichtigen Sieg gegen Melsungen in der Bundesliga folgt für den THW gleich das nächste bedeutsame Spiel. Beim RK Celje geht es heute (17.30 Uhr) darum, in der Champions League den Anschluss an die Spitze zu halten. Doch schon im Hinspiel wurde der slowenische Meister beinahe zum Stolperstein.

"Wir haben zwar gewonnen, aber Celje führte zwischendurch mit fünf Toren", erinnert sich Joan Canellas an die Zitterpartie in der Sparkassen-Arena. Am 21. Oktober brachte das Team aus der slowenischen Steiermark die Zebras an den Rand einer Niederlage, die nur durch eine finale Energieleistung abzuwenden war. Canellas: "In Celje wird es noch schwerer."

Die junge Mannschaft von Branko Tamse zeigte in der Königsklasse zwar durchaus ansprechende Leistungen, konnte aber nach dem Auftaktsieg über Besiktas Istanbul nicht mehr gewinnen. Das Ziel der Slowenen, das Achtelfinale zu erreichen, ist in akuter Gefahr, der Rückstand auf Platz sechs (Wisla Plock) beträgt schon fünf Punkte. Wie beim Hinspiel in Kiel verpasste es Celje, gute Leistungen in Ergebnisse umzumünzen, vor allem die letzten Minuten bringen das Team oft um Punkte.

Umso mehr rufen sich die Slowenen die letzte Partie gegen Kiel in der heimischen Dvorana Zlatorog ins Gedächtnis: Im November 2012 verloren die Zebras in Celje mit 28:31. Auch heute baut der RK wieder auf seine Fans in der Arena, wo es zudem eine besondere Aktion geben wird – der Verein lädt zum Spiel Polizisten und Soldaten ein, die an den slowenischen Grenzen Hilfe in der Flüchtlingskrise leisten. Celje-Trainer Tamse verführt das mit Blick auf das Spiel zu einer martialischen Wortwahl: "Wir sind bereit, alles zu geben, um die Zlatorog zu verteidigen, wie unsere Polizisten und Soldaten unsere Grenzen verteidigen."

Trotz der sieben Königsklassen-Niederlagen in Serie hat der THW Respekt vor Celje. "Das ist eine sehr bewegliche Mannschaft, sehr schnell, sehr technisch. Außerdem haben sie gegen uns keinen Druck", sagt Canellas. "Wenn Celje ins Laufen kommt, wird es sehr schwer." Die Devise lautet daher: Konzentration, Tempogegenstöße und schnelle Mitte verhindern, Fehler vermeiden. Und das obwohl noch immer viele Zebras angeschlagen und müde sind. Mittwoch Melsungen, heute Celje, Dienstag Stuttgart - drei Spiele in sechs Tagen, dazu mehr als 3500 Reisekilometer. "Gegen Melsungen konnten wir keine Kräfte schonen", beschreibt Canellas das Dilemma, dessen Ende nicht in Sicht ist. "Wir müssen bis Ende des Jahres von Spiel zu Spiel schauen, um das durchziehen zu können", sagt Torhüter Niklas Landin.

Der THW kämpft in Celje nicht nur gegen die Müdigkeit, sondern auch die ausbaufähige Auswärtsbilanz - erst ein Spiel gewannen die Zebras in der aktuellen Champions-League-Saison auf fremdem Parkett. "Die Stimmung wird in Celje wieder super sein", sagt Canellas. Ganz besonders laut jubeln die slowenischen Fans bei Toren von Blaz Janc. Der 19-jährige Rechtsaußen ist der Shootingstar, mit 33 Treffern Top-Torschütze und ein bisschen der Rune Dahmke Celjes. Im Hinspiel traf Janc sieben Mal, Dahmke erzielte sechs Tore. Doch das Youngster-Duell ist nicht gesichert: Janc ist angeschlagen, konnte am Mittwoch in der Liga nicht spielen. Sein Einsatz heute ist fraglich.

(Von Niklas Schomburg, aus den Kieler Nachrichten vom 28.11.2015)

 

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