Sonntag kommt der Tabellenführer: THW trifft auf MVM Veszprem

Champions League
Freitag, 04.12.2015 // 07:10 Uhr

Der Handball-Terminkalender hat dem THW Kiel ein richtig schweres Heimspiel in den Nikolaus-Stiefel gepackt: Am Sonntag empfangen die "Zebras", die auf ihren gesperrten Regisseur Domagoj Duvnjak verzichten müssen, die ungarische Top-Truppe von MVM Veszprem. Die Partie, auf die Handball-Europa blickt, wird zur familienfreundlichen, aber ungewohnten Zeit angepfiffen: Ab 14:15 Uhr geht's in der Sparkassen-Arena zur Sache, und noch gibt es einige Tickets. Sky Sport überträgt live, über Zwischenstände informiert der Ticker auf der THW-Homepage. 

Fans als Faktor

Verzichten muss THW-Trainer Alfred Gislason in diesem Spitzenspiel ausgerechnet auf seinen Regisseur: Domagoj Duvnjak wurde vom "EHF Court of Handball" wegen unsportlichen Verhaltens beim 23:23-Unentschieden in Celje für eine Partie gesperrt. Duvnjak hatte drei Sekunden vor Ende der Partie seinen Gegenspieler am Trikot gezogen und hatte dafür die rote Karte gesehen. "Die Entscheidung trifft uns hart", sagt THW-Trainer Alfred Gislason. "Ich habe jetzt wieder eine Menge Bastelarbeit vor mir. Jetzt müssen viele andere Dinge überraschend gut laufen." Domagoj Duvnjak ist trotzdem optimistisch, was Sonntag angeht: "Das Publikum muss mich ersetzen, ich werde auf der Tribüne der größte Fan sein." Und auch Kapitän Rene Toft Hansen hofft, dass die Zuschauer den Platz von Duvnjak einnehmen: "Die Mannschaft wird noch enger zusammenrücken, und wir haben unsere Fans als zusätzlichen Faktor. Gemeinsam wollen wir Veszprem besiegen!"

Dicker Brocken

Das Fehlen von Domagoj Duvnjak macht die Aufgabe für die Kieler am Sonntag natürlich nicht leichter, empfangen sie doch mit dem ungarischen Meister MVM Veszprem den - neben dem Auswärtsspiel in Flensburg - von der Papierform her dicksten Brocken bis zum Ende der Gruppenphase. In den vergangenen beiden Jahren standen sich die zwei Kontrahenten jeweils im Halbfinale des "VELUX EHF Final4" gegenüber, und auch die knappe 27:29-Niederlage der "Zebras" im heiß umkämpften Hinspiel (siehe Spielbericht) bot allerfeinsten Handballsport auf höchstem Niveau. Deshalb geht es am Sonntag nicht nur um zwei wichtige Königsklassen-Punkte, sondern auch um eine Menge Prestige.

Fragezeichen hinter Ilic

Hinter dem Einsatz von Momir Ilic steht ein Fragezeichen

Aller Voraussicht nach werden auch die Ungarn, die von gut 120 Fans in Kiel unterstützt werden, am Sonntag nicht in Bestbesetzung antreten: Ein Einsatz von Christian Zeitz (Schulter) ist nicht vorgesehen, der Linkshänder reist aber mit nach Kiel. Ein mehr als dickes Fragezeichen steht auch hinter Top-Torschütze Momir Ilic (Verdacht auf Handbruch) - einem weiteren der drei ehemaligen "Zebras" im Kader des ungarischen Rekordmeisters. Dabei ist auf jeden Fall Aron Palmarsson: Der Isländer war vor dieser Spielzeit vom THW nach Veszprem gewechselt und ist mit bisher 22 Treffern fünftbester Schütze des Teams. 

Veszprem auf allen Positionen top besetzt

Wieder dabei: Laszlo Nagy

Die Mannschaft vom Balaton jedoch nur auf die drei ehemaligen Kieler zu reduzieren, wäre viel zu einfach. Der letztjährige Königsklassen-Finalist ist auf allen Positionen top besetzt - und das meistens sogar mit doppelter Weltklasse. So kann Interimscoach Xavier Sabate, der nach dem Rauswurf seines Landsmannes Carlos Ortega Mitte September an der Seitenlinie steht, in Kiel wieder auf die Dienste von Laszlo Nagy vertrauen, der sich vor zwei Monaten die linke Wurfhand gebrochen hatte, zuletzt aber wieder mitwirkte. Ebenfalls dabei ist das Weltklasse-Torwartduo Roland Mikler/Mirko Alilovic, mit in der Sparkassen-Arena auflaufen werden Mittelmann Chema Rodriguez, der für seine robuste bis zuweilen unfaire Abwehrarbeit bekannte Kreisläufer Renato Sulic sowie der ehemalige Hamburger Andreas Nilsson.

Zuletzt Paris demontiert

Als Kollektiv kämpften sich die Ungarn zuletzt bis an die Spitze der Hammer-Gruppe A in der "VELUX EHF Champions League": Am vergangenen Spieltag besiegten sie im Hexenkessel "Veszprem Arena" die 17-Millionentruppe Paris Saint Germain mit 28:20, kassierten dabei nur sechs Gegentreffer in der zweiten Hälfte und rückten mit diesem Erfolg auf den "Platz an der Sonne" vor, der am Ende der Gruppenphase den direkten Viertelfinal-Einzug zur Belohnung vorsieht. Bis auf eine 27:29-Niederlage in Paris und dem 27:27-Unentschieden zum Auftakt bei Orlen Wisla Plock, das Ortega schließlich den Job kosten sollte, hielt sich MVM Veszprem bisher schadlos. Das wollen die Kieler am Sonntag - trotz der Schwächung durch die Sperre Duvnjaks - natürlich ändern! Schiedsrichter dieses Topspiels, das als "Match of the Week" überall in Europa zu sehen sein wird, sind die beiden Serben Nenad Nikolic und Dusan Stojkovic, als EHF-Delegierter wird der Spanier Vicente Breto Leon am Tisch sitzen.

Noch Tickets erhältlich

Noch gibt es einige hundert Karten für das Aufeinandertreffen der Kieler mit dem letztjährigen Königsklassen-Finalisten (direkt Tickets sichern!) Die Sparkassen-Arena, am Abend vor dem Spiel noch Schauplatz eines Rap-Konzertes, öffnet wegen der Umbaumaßnahmen ausnahmsweise erst um 12:45 Uhr ihre Türen. Wegen der verschärften Einlasskontrollen wird um rechtzeitiges Erscheinen gebeten. Außerdem sollten große Taschen und Rucksäcke nicht mitgenommen werden. Mitnehmen kann man auf jeden Fall aber einige Geschenkideen: An einem Fanartikel-Stand im Foyer gibt es einige Schnäppchen zu ergattern, außerdem wird dort auch der Original-Hallenboden angeboten. Ab 14:15 Uhr dann brauchen die "Zebras" alle Energie ihrer Fans: Die Sparkassen-Arena muss erneut ein richtiger Hexenkessel sein, auf geht's, Kiel!

 

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