THW mit klarem Heim-Erfolg gegen Istanbul

Champions League
Sonntag, 27.09.2015 // 21:21 Uhr

Erfolgreiche Heim-Premiere in der "VELUX EHF Champions League": Der THW Kiel hat mit einem deutlichen 32:21 (16:12)-Erfolg gegen den türkischen Meister Besiktas JK Istanbul seine ersten beiden Punkte in der Königsklasse eingefahren. Vor 8.200 Zuschauern in der Sparkassen-Arena setzten sich die Kieler nach einer ausgeglichenen Anfangsphase Mitte der ersten Halbzeit ab und kamen mit einem starken Start in die zweite Hälfte zu einem souveränen Sieg. Beste Torschützen waren Rune Dahmke (6/1), Patrick Wiencek (6) und Marko Vujin (6/3).

Dissinger musste passen

Die Kieler mussten im ersten Königsklassen-Heimspiel des Jahres auf Christian Dissinger verzichten: Der Rückraumspieler musste kurzfristig wegen einer Erkrankung passen, zudem plagte sich auch Mittelmann Domagoj Duvnjak mit den Folgen einer Erkältung herum. Dafür feierte Nikolas Katsigiannis sein Champions-League-Heimdebüt im Tor der "Zebras" - und war mit insgesamt 14 Paraden ein starker Rückhalt.  

21 Minuten ausgeglichen

Die "Zebras" starteten vor ihren eigenen mit einer kompakten Abwehr, die in sieben Minuten nur einen Treffer der Gäste zuließ. Dahmke nach Schneller Mitte und nach einem Canellas-Steal in rasantem Gegenstoßtempo sowie Ekberg hatten die Kieler da mit 4:1 in Führung gebracht. Allerdings: Im Angriff leisteten sich die "Zebras" in der Folge einige unvorbereitete Würfe und technische Fehler: Die Gäste kamen postwendend zum Ausgleich (11.). Doch Unruhe kam nicht auf, hielten Katsigiannis und seine Vorderleute den Kieler Kasten doch erneut sieben Minuten sauber: Dahmke, der sichere Marko Vujin, Steffen Weinhold, Wiencek im Gegenstoß und erneut Dahmke erhöhten wieder auf 9:4. Weil die Gäste, die im Angriff frech aufspielten, aber einen temporeichen Viererpack in lediglich drei Minuten schnürten, war das Spiel beim 9:8 für den THW (21.) wieder eng.

Mittwoch gegen den Bergischen HC

Für die "Zebras" war die Champions-League-Partie gegen Besiktas der Auftakt zu einer Heimspiel-Woche. Weiter geht es am Mittwoch zunächst in der DKB Handball-Bundesliga: Um 20.15 Uhr ist der Bergische HC zu Gast in der Sparkassen-Arena, für diese Partie gibt es noch rund 200 Steh- und Sitzplatztickets (Karte direkt online kaufen). Am Sonnabend, 3. Oktober, kommt es dann zum Showdown der beiden-Landesrivalen auf europäischer Ebene: Um 17.30 Uhr wird das "VELUX EHF Champions-League"-Derby gegen die SG Flensburg-Handewitt angepfiffen. Für diese Partie gibt es ebenfalls noch Tickets, da Flensburg rund die Hälfte des Auswärts-Kontingentes nicht abgerufen hat. Tickets ab 13,50 Euro gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und online im THW-Ticketshop. Auf geht's, Kiel!

Vier Tore vor zur Pause

Dann wurde den Gästen ihr Offensiv-Übermut zum Verhängnis: Per Kempatrick wollte Besiktas den Gastgeber düpieren, der Wurf von Djukic landete an der Latte, und Ekberg brachte den THW mit 10:8 in Front. Kurz darauf wackelte Canellas die Gäste-Abwehr aus, und Wiencek verwertete nach Pribaks Strahl zum 10:12 einen Abpraller zur Kieler Drei-Tore-Führung, die der Kreisläufer kurz darauf auf vier Treffer ausbaute. Dieser Abstand hatte auch beim Pausenpfiff noch Bestand, Vujin traf mit 102 km/h zum 16:12-Halbzeitstand.

Acht schmerzhafte Minuten

Niclas Ekberg musste nach einem Foul von Ugur Coban (links) ausgewechselt werden.

Nach dem Wechsel brauchten die "Zebras" genau acht Minuten, um die Partie zu entscheiden. Acht Minuten, in denen den Gästen auch wegen toller Katsigiannis-Paraden kein Treffer gelang. Acht Minuten, in denen es aber auch schmerzhaft wurde: Erst griff Ugur Coban Niclas Ekberg in den Arm. Der Rechtsaußen landete unsanft auf seiner Schulter und musste von Dr. Detlev Brandecker behandelt werden. Der Kieler Mannschaftsarzt hatte kurz darauf Patient Nummer zwei auf der Bank: Rene Toft Hansen hatte abseits des Balls einen schmerzhaften wie unerwarteten Stoß in den Nacken bekommen und musste ebenfalls zur Behandlung raus. Weil die guten Unparteiischen Hansen/Pettersen die beiden unfairen Aktionen mit Zwei-Minuten-Strafen belegten, spielten die Gäste vier dieser acht Minuten in Unterzahl.

Vujins ungewöhnliche Zeitstrafe

Die Abwehr - hier mit Rene Toft Hansen und Patrick Wiencek - stand gegen Besiktas sicher.

Eine Situation, die die Kieler zu nutzen wussten: Weinhold hatte quasi mit Wiederanpfiff den Torreigen eröffnet, Dahmke nach einem Toft-Hansen-Steal nachgelegt, Vujin den Siebenmeter nach dem Ekberg-Foul sicher verwandelt, Weinhold sich durchgetankt und erneut Dahmke im Gegenstoß getroffen. Nach Istanbuls Auszeit erhöhte Wiencek auf 22:12 (38.), die Vorentscheidung war gefallen. Jetzt wurde es kurios: Nach Besiktas 14:22 hatte Domagoj Duvnjak (Trikot-Nummer 4) eine Zwei-Minuten-Strafe erhalten - glaubten zumindest alle in der Halle. Das Kampfgericht verbuchte diese aber auf THW-Nummer 41, Marko Vujin. THW-Trainer Alfred Gislason fragte nach, wer denn jetzt tatsächlich draußen bleiben müsse. Die Offiziellen versicherten nach Rücksprache mit den Schiedsrichtern, dass Vujin die Zeitstrafe erhalten hatte - so musste der Linkshänder draußen bleiben und konnte sich ein Schmunzeln ob dieser ungewöhnlichen Situation nicht verkneifen...

Viele Premieren

Die Vorentscheidung ließ Gislason ein wenig entspannter dreinschauen: Der Kieler Coach nutzte den klaren Vorsprung, um Domagoj Duvnjak im Angriff von Steffen Weinhold vertreten zu lassen. Und er brachte Dragos Oprea, Alexander Williams, Erlend Mamelund und Rogerio Ferreira - mit Erfolg. Mamelund traf zum ersten Mal in der "VELUX EHF Champions League" in einem Heimspiel für den THW (26:15 (48.), Oprea (29:19, 54.) sowie der brasilianische Kreisläufer Ferreira (32:20, 59.), der ab Mittwoch für sein Land bei der Militär-Weltmeisterschaft spielen wird, erzielten ihre ersten Tore im THW-Dress überhaupt, und Williams machte sein erstes Königsklassen-Tor der Saison (30:20, 57.). Das und das klare Resultat sorgte für Stimmung auf den Rängen - am Ende feierten die Zuschauer mit den "Zebras" die ersten beiden Punkte in der schwersten Gruppenphase aller Zeiten.

 

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