Viertelfinale: THW verliert Hinspiel 29:31 in Szeged

Champions League
Sonntag, 12.04.2015 // 21:09 Uhr

Der THW Kiel hat im Viertelfinal-Hinspiel der VELUX EHF Champions League die zweite Saison-Niederlage in der Königsklasse kassiert: Beim ungarischen Vizemeister Pick Szeged verlor die ersatzgeschwächte Zebraherde nach zwischenzeitlichem Fünf-Tore-Rückstand und eigener Ein-Tor-Führung sechs Minuten vor dem Ende letzlich mit 29:31 (15:17). Bester Torschütze im Hexenkessel von Szeged war Steffen Weinhold, der alle seine fünf Treffer nach dem Wechsel erzielte. Damit gehen die Ungarn mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in das entscheidende Rückspiel am kommenden Sonntag in Kiel. Für dieses Königsklassen-Finale vor dem "Final4" gibt es noch Tickets.

THW mit dezimiertem Kader

Der THW Kiel war mit vielen offenen Fragen nach Szeged gereist. Zwar war auch Andreas Palicka an Bord der Maschine, die am Sonnabendnachmittag in Budapest landete. Allerdings kam ein Einsatz des schwedischen Keepers nach seinem Sehnenanriss im so wichtigen Hinspiel noch zu früh. Nicht mit nach Ungarn geflogen waren Dominik Klein (Kreuzbandriss) und Johan Sjöstrand, der noch immer an einer Virusinfektion leidet. Ein Fragezeichen stand hinter den angeschlagenen Aron Palmarsson (Zerrung beim Sieg in Magdeburg), Rune Dahmke (Fußverletzung) und Rene Toft Hansen (Magen-Darm-Grippe) - alle drei konnten jedoch spielen.

Kein Zugriff in der Abwehr

Der THW begann im ohrenbetäubenden Hexenkessel von Szeged zunächst mit einer defensiven 6-0-Abwehrformation. Doch den "Zebras" fehlte der Zugriff auf die variabel angreifenden Ungarn, bei denen Spielmacher Dean Bombac im Stile von Ivano Balic Regie führte. Nach dem 2:2 durch Marko Vujin, der von den 3.200 ungarischen Fans aufgrund seiner Veszprem-Vergangenheit gnadenlos ausgepfiffen wurde, ging es ganz schnell: Bombac erzielte die 3:2-Führung, Patrick Wiencek scheiterte freistehend am stark startenden Sierra, was Prodavovic zum 4:2 nutzte. Als Sierra dann auch noch einen Dahmke-Wurf entschärfte und Garcia zum 5:2 traf, schien sich das Dach der "Varosi Sportcsarnok" zu heben. 

Fünf Tore Rückstand nach 16 Minuten

Nahm schon in der neunten Minute eine Auszeit: THW-Trainer Alfred Gislason.

Standin Ovations gab es knapp zwei Minuten später: Gislason hatte sich nach 8:40 Minuten und dem Doppelschlag der Gastgeber zum 6:3 (Zubai) und 7:3 (Prodanovic) zur Auszeit gezwungen. Doch ins Spiel kamen seine Mannen auch nach dieser kurzen Pause nicht. Lediglich Vujin fand im Deckungsverband Szegeds eine Lücke, und hinten ließen die Kieler zuviel zu. Die Folge: Nach Vujins Anschluss zum 6:9 (14.) kassierte der THW einen Gegentreffer von Garcia und nach einem technischen Fehler durch Ilyes im Konter das 6:11 - es drohte ein Debakel.

3-2-1-Deckung bringt Sicherheit

Marko Vujin erzielte vier Tore in der ersten Hälfte.

Gislason reagierte, wechselte weiter durch und stellte seine Defensive auf die 3-2-1-Formation um. Diese Variante schien den Kielern Sicherheit zu geben. Und mit dieser im Rücken lief es auch im Angriff besser: Vujin erzielte trocken das 8:12, Lundström schloss nach einer 180-Grad-Drehung per Leger zum 9:12 ab, und nach Canellas abgefangenem Bombac-Pass war es Wiencek, der im Gegenstioß zum 10:12 traf - der THW Kiel war wieder im Spiel. Doch dichter als bis auf zwei Tore kamen die "Zebras" bis zum Wechsel nicht mehr heran. Auch, weil die beiden Torhüter Sonne und Ege in den ersten 30 Minuten hinter einer löchrigen THW-Abwehr nur zwei Bälle zu fassen bekamen. Mit einem 15:17-Rückstand gingen die "Zebras" in die Kabine.

Entscheidendes Rückspiel in Kiel

Einschwören auf das Rückspiel: Die "Zebras" bauen in Kiel auf ihre Fans!

Mit einem Zwei-Tore-Rückstand gehen die Kieler nun in das entscheidende Rückspiel am Sonntag, 19. April (19.30 Uhr), in der Kieler Sparkassen-Arena. Dass die Ungarn auch auswärts nichts zu unterschätzen sind, bewiesen sie unter anderem mit ihrem klaren Achtelfinal-Erfolg bei den Rhein-Neckar Löwen. Trotzdem wollen die "Zebras" natürlich den letzten Schritt in Richtung Köln machen - dabei baut die dezimierte "Zebraherde" auch auf die Unterstützung ihrer Fans: Für diese Partie gibt es noch Tickets in nahezu allen Kategorien. Karten ab 14 Euro sind unter anderem im Ticketcenter der Sparkassen-Arena, im CITTI-Markt, in allen famila-Märkten des Landes und an allen weiteren bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Telefonisch kann man sich Viertelfinal-Tickets unter der Hotline 01806 / 30 02 34 (0,20 Euro/Anruf aus dem dt. Festnetz, max. 0,60 Euro/Anruf aus dem deutschen Mobilfunknetz ) sichern. Noch bequemer geht es online - auch im Print@Home-Verfahren zum Selbstausdrucken: direkt zum Ticketshop. Auf geht's, Kiel!

Szeged zieht wieder weg

Aus dieser kamen die Kieler in Unterzahl zurück - und kassierten auch prompt das 15:18. Kapitän Filip Jicha nahm nun die Fäden in die Hand, erzielte nach schneller Mitte das 16:18, und beim 17:18 durch Weinhold aus halblinker Position war der THW wieder dran. Auch, weil Kim Sonne nun viel besser in die Partie fand. Er verhinderte nach Källmans 19:17 die erneute Drei-Tore-Führung der Gastgeber durch einen gehaltenen Prodanovic-Gegenstoß, war dann aber chancenlos, als Bombac und Zubai die Überzahl nach Jichas Zwei-Minuten-Hinausstellung zum 21:17 nutzten. Weinhold war es dann, der mit einem Doppelschlag auf 20:22 verkürzte - es folgte die Zeit der Torhüter: Erst parierte Ege in erneuter Unterzahl einen Siebenmeter von Parrondo, dann schnappte sich Sonne einen Gegenstoß von Källmann, aber auf der anderen Seite zeigte auch der zur Pause gekommene Wyszomirski sein Können. 

Erste Kieler Führung nach 54 Minuten

Wenig Lücken fand der THW Kiel in der Szeged-Deckung.

Doch die Waagschale schien sich nun in Richtung der Kieler zu neigen: Jicha verkürzte mit ganz viel Willen zum 21:23, dann versenkte Ekberg einen spektakulären Dreher zum 22:23 - 17 Minuten vor dem Ende schienen die "Zebras" am Zug. Doch der Ausgleich wollte einfach nicht gelingen: Wyszomirski krallte sich Tofts freien Versuch, die Gastgeber legten wieder vor. Dann traf Ekberg nach Lundströms Anschluss zum 24:25 im Gegenstoß nur den Pfosten, die Gastgeber legte per Källman-Kempatrick wieder vor. Dieses Spiel ging bis zur 52. Minute: Lundström versenkte den Ball aus ganz spitzem Winkel zum 26:26 und markierte damit im vierten Versuch seinen vierten Treffer. Und besser noch: Drei Minuten später erzielte Sprenger nach einer weiteren Sonne-Parade die erste Kieler Führung: 27:26 (54.).

Szeged macht den Sieg klar

Dass es trotzdem nicht zum Auswärtserfolg reichte, lag zum einen am immer stärker werdenden Wyszomirski und zum anderen an Szegeds 3-0-Lauf zum 30:28, an dessen Ende sich Källman, Ende März erst am Blinddarm operiert, nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Sonne verletzte. Noch einmal konnte Jicha verkürzen, doch weil die Schiedsrichter bereits nach 20 Sekunden Angriffszeit den Arm zum Zeitspiel hoben und die "Zebras" unvorbereitet abschließen mussten, blieb ihnen ein erneuter Ausgleich versagt: Bombac krönte seine starke Leistung mit seinem sechsten Treffer zum 31:29-Endstand.

 

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