32:29 gegen die Kadetten: Zweiter Heimsieg in der Königsklasse

Champions League
Samstag, 22.10.2016 // 19:00 Uhr

Der THW Kiel hat am Sonnabend sein zweites Heimspiel in der VELUX EHF Champions League gewonnen: Beim 32:29 (19:15)-Erfolg gegen die Kadetten Schaffhausen taten sich die "Zebras" vor 9.500 Zuschauern in der Sparkassen-Arena allerdings lange Zeit schwer, zogen dann mit acht Treffern davon, ließen den Schweizer Meister bei dessen THW-Premiere wieder herankommen, um am Ende doch zu jubeln. Bester Torschütze beim THW war Domagoj Duvnjak (5), gleich fünf "Zebras" trugen sich vier Mal in die Torschützenliste ein. Ohne Tor, dafür aber mit grandiosen Paraden überzeugte Andreas Wolff, der nach der Pause gleich fünf Gegenstöße der Eidgenossen entschärfte. 

Kieler nur mit 14-Mann-Kader

Blazenko Lackovic erzielte vor der Pause drei Tore

THW-Trainer Alfred Gislason konnte erstmals in dieser Königsklassen-Saison nicht aus dem Vollen schöpfen, musste er doch gleich auf zwei weitere "Zebras" neben dem Langzeitverletzten Christian Dissinger verzichten: Sowohl Rune Dahmke (Sprunggelenk) als Nikola Bilyk (Achillessehnen-Probleme) mussten passen, mit lediglich 14 Spielern ging der THW in die siebte Partie innerhalb von 21 Tagen - und kam zunächst überhaupt nicht in die Partie. Die Kadetten legten ein schnelles 2:0 vor, zogen nach dem Ausgleich durch Ilija Brozovic wieder auf 5:3 und 6:4 (9.) davon. Die neuformierte Deckung mit Blazenko Lackovic und Rene Toft Hansen im Mittelblock bekam keinen Zugriff, und vorne ließen die "Zebras" einiges an Möglichkeiten liegen. Die Kadetten spielten schnell, wenn es schnell sein konnte: Nach Lackovic' 6:6 (10.) dauerte es keine 180 Sekunden, da waren die Schweizer schon wieder auf 9:6 enteilt, und Gislason nahm die frühe Auszeit (13.).

Wolff gibt den Startschuss

Lukas Nilsson musste viel einstecken und erzielte trotzdem vier Tore

Jetzt bekam die schwarz-weiße Auswahl ein neues Gesicht: Niklas Landin wechselte mit Andreas Wolff, und Gislason brachte Lukas Nilsson und Steffen Weinhold, ließ Rene Toft Hansen nun auch im Angriff spielen. Die Folge: Die Defensive berappelte sich, vorn traf Lackovic zum 8:10, Wolff führte sich mit einer Parade gegen Liniger, Nilsson erzielte in Überzahl bei angezeigtem passiven Spiel das 9:10, und Duvnjak bemerkte nach einem Ballgewinn gerade noch rechtzeitig das verwaiste Kadetten-Tor und machte mit einem schwungvollen Wurf von der Mittellinie den Ausgleich. Doch wieder zogen die Kadetten weg, führten wieder mit 13:11. Den Startschuss zur besten Kieler Phase im ersten Durchgang gab Andi Wolff: Er schnappte sich den Gegenstoß des Ex-Berliners Markus Richwien, statt einer Drei-Tore-Führung für die Kadetten markierte Duvnjak das 12:13. 

Klare Pausenführung

Bester Torschütze in letzter Sekunde: Domagoj Duvnjak (5)

Marko Vujin traf zum 13:13, ehe Niclas Ekberg mit einem feinen Dreher nach 26 Minuten endlich die erste Führung für den THW Kiel erzielte. Jetzt machte das Duo Vujin/Patrick Wiencek Dampf: Erst traf der Kreisläufer nach einem Duvnjak-Steal ins leere Tor, dann bediente Vujin Wiencek zweimal mustergültig - 17:14 (29.). Und die Führung wuchs noch an, weil Duvnjak kurz vor der Pausensirene dem Schlussspurt beider Mannschaften mit dem insgesamt dritten Treffer in 60 Sekunden zum 19:15 die Krone aufsetzte. Starke sieben Minuten hatten den "Zebras" einen in dieser Partie lange Zeit nicht für möglich gehaltenen Vier-Tore-Vorsprung beschert.

Zweiter Sieg im zweiten Heimspiel

Ein verwandelter Siebenmeter von Vujin und Santos' tolles Tor zum 30:26 waren nicht die Entscheidung, weil Maros und Tominek (59.) verkürzten. Erst als Lukas Nilsson beherzt zum 31:28 einnetzte, war der zweite Heimsieg im zweiten Spiel in der Sparkassen-Arena unter Dach und Fach. Domagoj Duvnjak holte sich mit seinem Treffer zum 32:29-Endstand dann noch die interne Torjägerkrone.

THW muss jetzt wieder auswärts ran

Zweites Heimspiel, zweiter Sieg: Die Zebras gehen jetzt wieder auf Reisen

Zwei Heimspiele waren den Kielern vergönnt, jetzt müssen die "Zebras" wieder auswärts ran - und beide Partien bis zur Nationalmannschafts-Pause Anfang November haben es in sich: Zunächst geht es am Mittwoch beim SC Magdeburg (20.15 Uhr, live in Sport1) im Achtelfinale des DHB-Pokals um alles. Das K.o.-Spiel um den Einzug in die nächste Runde wird den Kielern genauso alles abverlangen wie die Partie beim starken Aufsteiger HC Erlangen am Sonnabend: Der Tabellen-Neunte empfängt den THW in der ausverkauften Nürnberger Arena um 19 Uhr (live beim kostenpflichtigen Streamingdinest DAZN). Auf geht's, Zebras!

Neun Minuten kein Gegentor

Die zweite Halbzeit begann spektakulär: Csaszar hatte getroffen, Christian Zeitz nach Schneller Mitte Marinovic bezwungen. Der Kadetten-Keeper machte in der Folge einige Angriffe der Kieler zunichte. Doch seine starke Leistung verblasste etwas angesichts der großen "Andi-Wolff-Show", die der THW-Torhüter jetzt folgen ließ. Neun Minuten blieb Wolff ohne Gegentor, sorgte auf der Schweizer Bank für Entsetzen, weil er nacheinander fünf Gegenstöße und freie Würfe unter anderem von Tominec, Csaszar und Koch entschärfte und die bis dato recht verhaltene Kulisse erstmals richtig zum Brodeln brachte. Doch trotz der vielen Paraden kamen die Kieler nur zu zwei Treffern, weil sie in der Offensive zu überhastet agierten. Trotzdem: Mit dem 22:16 (38.) schienen die "Zebras" einem ruhigeren Schlussdrittel entgegen zu sehen.

9:2-Lauf der Gäste

Bester Torschütze der Gäste: Gabor Csaszar erzielte wie Luka Maros acht Tore

Erst Recht, nachdem Wiencek, Ekberg und Zeitz nachgelegt hatten. Nach 44 Minuten führte der THW mit 25:17, eine Vorentscheidung schien gefallen. Dies schien allerdings die "Zebras" zu sehr in Sicherheit zu wiegen. Sie leisteten sich nun Fehler in Reihe, trafen nur noch unregelmäßig und luden die Gäste zu Kontern ein. Nur noch Zeitz gelang es in dieser Phase, für Korrekturen auf der THW-Habenseite zu sorgen. Die Gäste indes waren urplötzlich wieder dran, machten das Spiel schnell und spannend. Ein 9:2-Lauf der Schweizer war die Konsequenz, sechs Minuten vor dem Ende drohte den Kielern bei dem auf zwei mickrige Tore zusammengeschmolzenen Vorsprung Ungemach. 

 

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