Der Klassiker im Kampf um Köln: Sonntag kommt Barcelona

Champions League
Freitag, 22.04.2016 // 15:14 Uhr

THW Kiel gegen den FC Barcelona. Drei Titel in der "VELUX EHF Champions League" gegen neun Königsklassen-Triumphe. Das Giganten-Treffen. "Seit Perseus der Krake gegenüberstand, hatten wir nicht mehr solch einen 'Kampf der Titanen", beschreibt EHF-Kultkommentator Tom O'Brannagain gewohnt blumig das Spiel, auf das sich die Handball-Fans in aller Welt freuen: Am Sonntag empfängt der deutschen Rekordmeister sein spanisches Pendant, trifft der THW Kiel im Viertelfinal-Hinspiel auf den Titelverteidiger. Eines ist klar: Nur eine der beiden Top-Mannschaften sichert sich das Ticket für das Finalturnier in Köln. Die erste, 60-minütige Halbzeit der "Mutter aller Champions-League-Duelle" in zwei Akten wird um 19:30 Uhr (live auf Sky) im ausverkauften Hexenkessel Sparkassen-Arena angepfiffen.

Barca seit drei Jahren in der Liga unbesiegt

Gudjon Valur Sigurdsson kehrt im Sommer nach Deutschland zurück

Erst Recht, weil die "Zebras" neben Christian Dissinger und Rene Toft Hansen jetzt auch noch Niclas Ekberg ersetzen müssen und viele weitere Akteure angeschlagen in die Partie gehen - und das gegen den erfolgsverwöhnten FC Barcelona. In der heimischen Liga Asobal haben die Katalanen seit drei Jahren keine ernsthaften Gegner mehr. Die letzte Niederlage in einem Punktspiel im eigenen Land gab es am 18. Mai 2013 mit 31:33 bei Naturhouse La Rioja. Danach folgten bis heute 83 Spiele ohne Punktverlust in der heimischen Liga. Aktuell steuert der FC Barcelona erneut auf eine 60:0-Meisterschaft zu. "Es wäre eine Enttäuschung, wenn es nicht so kommt…", erklärt der ehemalige Kieler Filip Jicha, der bei der Generalprobe Barcelonas, dem 33:18-Sieg bei BM Benidorm, genau wie Gudjon Valur Sigurdsson und Marko Kopljar für die Partie in Kiel geschont wurde. Kein Wunder, dass das Hauptaugenmerk des spanischen Rekordmeisters längst nicht mehr dem heimischen Wettbewerb, sondern der "VELUX EHF Champions League" gilt.

Jallouz mit starker Saison

Wael Jallouz ist in dieser Spielzeit eine der Säulen des Barca-Spiels

Die Kieler treffen am Sonntag auf eine gleichsam erfahrene wie starke Mannschaft. Richtig angekommen beim FC Barcelona ist Wael Jallouz. Der ehemalige Kieler, den Fans und Mitspieler "Willi" getauft hatten, ist nach einem Jahr Eingewöhnungszeit mit seinen wuchtigen Würfen aus dem Rückraum in dieser Saison eine echte Säule des Barca-Spiels. Herausragend waren seine zwölf Treffer beim engen 31:30 gegen Vardar Skopje, seine acht "Buden" beim 27:25 in Skope und neun Tore beim 36:28 bei KIF Kolding-Kopenhagen. Hinter dem Linkshänder Kiril Lazarov (98 Treffer) belegt Jallouz mit 62 Toren Platz zwei in der internen Königsklassen-Liste der Topscorer - noch vor Barcelonas Legende Victor Tomas (48) und Gudjon Valur Sigurdsson (45). "'Willi' ist derzeitig in überragender Form!", weiß auch der zweite "Rückkehrer", Filip Jicha.

Schiedsrichter aus Serbien

Sky zeigt die Partie live, über Zwischenstände informiert der Ticker auf der THW-Homepage. Das Spiel ist das "Match der Woche" in der Königsklasse, in vielen Ländern ohne Exklusiv-Fernsehrechte kann man dieses deshalb auch über den Stream bei ehftv.com live verfolgen. Schiedsrichter der Partie sind die beiden Serben Nenad Nikolic und Dusan Stojkovic, die im Viertelfinal-Hinspiel vom dänischen Referee-Delegierten Ole Frydkjaer Petersen unterstützt werden. Als EHF-Delegierter reist zudem Reto Morell aus der Schweiz an. "Wir brauchen den lautesten Hexenkessel in der Geschichte dieses einmaligen Duells", freut sich Dominik Klein auf eine "Riesen-Atmosphäre in unserem Wohnzimmer. Unsere Fans können uns richtig helfen und Barcelona beeindrucken", ist sich der Linksaußen vor seinem letzten Champions-League-Heimspiel im THW-Trikot sicher. "Wir wollen nach Köln - und alle Kieler können gemeinsam am Sonntag die Grundlage dafür schaffen!" Auf geht's, Kiel!

Jicha freut sich auf Kiel

Bester Barca-Torschütze: Kiril Lazarov

Der Tscheche, der den THW Kiel nach acht erfolgreichen Jahren kurz vor Saisonbeginn in Richtung Barcelona verlassen hatte, kämpft nach zwei Operationen "um die Fortsetzung meiner Karriere. Ich hoffe, dass ich Sonntag ein paar Minuten spielen kann." Er freue sich unglaublich auf Kiel, sagt Filip Jicha. "Kiel ist meine zweite Heimat. Ich würde mich aus sportlicher Sicht aber viel mehr freuen, den THW erst in Köln zu treffen, weil es für keine Mannschaft der Welt einfach ist, in und gegen Kiel zu bestehen." Auch nicht für den FC Barcelona, der mit seinem Star-Ensemble um die Haupttorschützen, Jicha sowie um den nach der Saison nach Katar wechselnden Torhüter Danijel Saric, Raul Entrerrios, den nächstes Jahr bei den Rhein-Neckar Löwen spielenden Ex-Kieler Gudjon Valur Sigurdsson, den polnischen 2,08-Meter-Riesen Kamil Syprzak, Jesper Nöddesbo oder den französischen Kreisläufer Cedric Sorhaindo am Sonnabend nach Kiel reisen wird.

Barcelona marschiert durch die Königsklasse

Abschied nach sieben Jahren Barca: Danijel Saric

In dieser hat der FC Barcelona, der im vergangenen Jahr im Finale von Köln über Veszprem triumphierte und seinen insgesamt neunten Königsklassen-Titel feierte, bisher eine starke Saison gespielt. "Barcelona hat bisher nur sehr wenig Punkte liegen gelassen", weiß THW-Trainer Alfred Gislason. In der Tat: Lediglich im Auftaktspiel bei den Rhein-Neckar Löwen (20:21) und beim 30:30 in Kielce ließen die Blau-Roten bisher Federn, marschierten ansonsten souverän durch die Gruppenphase und sicherten sich Platz eins. Durch den Gruppensieg blieb den Katalanen das Achtelfinale erspart, sie zogen direkt in das Viertelfinale ein, wo sie jetzt auf den THW Kiel treffen. Ein Duell, auf das sich Gislason genauso freut wie die Fans des deutschen Rekordmeisters: "Das ist eine sehr erfahrene Mannschaft, die auch in der Breite sehr gut aufgestellt ist. Das wird sehr schwer - aber wir freuen uns riesig, überhaupt diese Chance zu haben!" 

Prickeln vor dem Giganten-Duell

Die "Zebras" bauen im Hinspiel auf eine Riesen-Atmosphäre in Kiel

Das letzte "echte" Champions-League-Heimspiel der Saison elektrisiert den Handball: Innerhalb kürzester Zeit waren alle 10.285 Tickets für das Hinspiel im Giganten-Duell vergriffen, mehr als 100 Medienvertreter haben sich angekündigt, und die Partie zwischen dem dreifachen Titelträger aus Kiel und dem Rekord-Champion aus Barcelona wird in nahezu allen Teilen der Welt live zu sehen sein. Die Vorfreude und das Prickeln vor diesem besonderen Aufeinandertreffen ist in der Handball-Hauptstadt Kiel an allen Ecken zu spüren. 

Aktionsverkauf im Foyer

Das 20. Giganten-Duell (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv und den Extra-Artikel zur Geschichte des Klassikers) wird am Sonntag um 19:30 Uhr in der ausverkauften Sparkassen-Arena angepfiffen. Die Halle öffnet zwei Stunden vor Anpfiff die Türen, wegen des Jahrmarktes in der Innenstadt kann die Parkplatzsuche länger als gewohnt dauern. Auch wegen der Einlasskontrollen empfiehlt sich eine rechtzeitige Anreise. Die Zeit bis zum Anpfiff kann man sich nicht nur mit der Unterstützung der "Zebras" schon beim Warmmachen vertreiben - es lohnt sich auch ein Besuch des großen Aktionsverkaufs im Foyer Europaplatz: Hier gibt es exklusiv zum Viertelfinal-Kracher das Bundesliga-Set aus aktuellem "Zebra"-Trikot und der dazu passenden Hose zum einmaligen Gesamtpreis von 60 Euro.

Kiel braucht den Hexenkessel

Die "Zebras" bauen im Hinspiel auf ihre Fans: "Wir brauchen gegen Barcelona noch mehr Unterstützung von den Rängen als wir bereits gegen Szeged im Achtelfinale hatten", hofft nicht nur THW-Trainer Alfred Gislason auf einen wahren "Hexenkessel" am Sonntag. Auch wenn der Isländer weiß, dass sein Team sich im Vergleich zur verpatzten Generalprobe in Balingen extrem steigern muss: "Spielen wir so wie am Mittwoch, haben wir null Chance. Barcelona ist natürlich der haushohe Favorit, spielt bisher eine ganz starke Saison. Zudem hat Barca in der Liga kaum Belastung, sie können sich voll auf die Champions League konzentrieren. Aber wir wollen auch wieder nach Köln, und dabei müssen uns unsere Fans richtig helfen!"

 

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