Erste Auswärtspunkte: THW gewinnt souverän in Silkeborg

Champions League
Sonntag, 09.10.2016 // 19:00 Uhr

Der THW Kiel hat souverän seine ersten beiden Auswärtspunkte in der Vorrunde der VELUX EHF Champions League eingefahren: Beim dänischen Meister BSV Bjerringbro-Silkeborg gewannen die Kieler am Sonntag ohne einige Stammspieler mit 28:25 (12:9). Großer Rückhalt: Niklas Landin. Der dänische Olympiasieger hielt an seiner ehemaligen Wirkungsstätte 20/1 Bälle und wurde ebenso von den mehr als 250 mitgereisten THW-Fans gefeiert wie die besten Torschützen Nikola Bilyk (7) und Lukas Nilsson (7/4). 

Gislason schont drei angeschlagene Spieler

THW-Trainer Alfred Gislason verzichtete in Dänemark auf die drei angeschlagenen "Zebras" Rune Dahmke, Steffen Weinhold und Kapitän Domagoj Duvnjak. Auch als sich Raul Santos in der zweiten Halbzeit eine muskuläre Verletzung am Oberschenkel zuzog, wurde Dahmke nicht eingewechselt. "Ich wollte es nicht riskieren, ihn eventuell zu früh wieder spielen zu lassen", sagte Gislason, der mit der Leistung der Kieler im Großen und Ganzen zufrieden war. Nicht gefallen haben dürfte ihm jedoch die Endphase der ersten Halbzeit, als sich die Schwarz-Weißen mit leichten Fehlern das Leben selbst schwer machten und die komfortable 12:4-Führung binnen fünf Minuten noch auf 9:12 zusammenschmolz.

Zehn Minuten ohne Gegentor

Bis dahin hatten die Kieler in Silkeborg allerdings eine ganz starke Leistung abgerufen - allen voran Niklas Landin: Der dänische Torhüter im THW-Trikot zeigte bei seinem ehemaligen Verein eine Weltklasse-Darbietung. Erst in der zehnten Minute sollte es dem BSV gelingen, den Weg vorbei an der "grünen Wand" zu finden. Allerdings: Weil die "Zebras" vorne viel liegen ließen und sich in der Chancenverwertung sehr großzügig zeigten, war das erste Tor von Markussen der Anschluss zum 1:3. Doch die Kieler blieben Herr im fremden Haus: Marko Vujin traf trocken zum 5:2 und bediente kurz darauf Raul Santos zum 6:2.

Express-Gang zur klaren Führung

Mit einer starken Defensive bestimmte der THW Halbzeit eins

Die stärkste Kieler Phase sollte da aber noch folgen: Nach Markussens 4:7 (19.) machte Landin hinter einer beweglich-furiosen Abwehr den Kasten dicht, und vorn legten die Schwarz-Weißen den Express-Gang ein: Vujin bediente Toft: 8:4, Christian Zeitz suchte und fand Bilyk: 9:4. Landin parierte, Santos verwandelte den Gegenstoß: 10:4, Nilsson legte nach, Vujin jagte den Ball durch die Beine von Sebastian Frandsen - 12:4. Fünf Minuten, fünf Treffer. Neben der Feldhoheit hatten die Kieler da längst auch auf den Rängen das Kommando übernommen: Mehr als 250 Fans in Schwarz und Weiß bejubelten jeden Treffer und sorgten für eine klasse Atmosphäre unter dem Dach der kleinen Silkeborger Arena.

BSV wieder in der Partie

Überragend: Niklas Landin parierte 20 Bälle

So furios sich die Kieler die klare Führung herausgespielt hatten, so ärgerlich waren die folgenden Minuten: Der ehemalige Flensburger Sören Rasmussen war ins BSV-Tor beordert worden, und die Zebras arbeiteten sich sofort an ihm ab, gingen fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um und holten so die Gastgeber zurück in die Partie. Mit einem 5:0-Lauf bis zur Pause verkürzten diese auf 9:12, düpierten vor allem von Außen die Kieler Deckung, die bis dato so sicher gestanden hatte. Oder fanden durch Damgaard die Lücken in der Defensive, die es zuvor so nicht gegeben hatte. Auf einmal glaubten auch die dänischen Zuschauer wieder an eine Überraschung, zumal der THW in die zweite Halbzeit in Unterzahl starten sollte.

Zebras sind Mittwoch in Köln

Köln ist das große Ziel in der VELUX EHF Champions League. Einen Vorgeschmack können die Zebras aber bereits am kommenden Mittwoch bekommen: Die unendlich scheinende Auswärtstournee führt den THW Kiel zum Bergischen HC - gespielt wird allerdings nicht in Solingen oder Wuppertal, sondern eben in der Kölner Lanxess-Arena. In diese weichen die Bergischen "Löwen" zum zweiten Mal in Folge gegen den Rekordmeister aus. THW-Fans - vor allem aus der Rhein-Region - können noch live dabei sein, die Partie ist nicht ausverkauft (Tickets gibt es hier). Wer sich vor dem Spiel noch mit Fan-Artikeln des Rekordmeisters eindecken möchte, hat dazu ebenfalls Gelegenheit: Der mobile Fanshop ist vor Ort. Also, Zebras, auf geht's nach Köln!

Santos verletzt sich beim Torwurf

Doch anders als zuvor in Barcelona und Berlin kamen die Kieler trotz Unterzahl gut zurück aus der Kabine: Landin bediente Santos zum 13:9, dem Skube einen spektakulären Kempa-Trick folgen ließ. Aber die Zebras waren da, Nilsson holte nicht nur Siebenmeter heraus, sondern verwandelte diese auch sicher. Zudem drehte Wiencek nach der Pause auf: Wenn er den Ball am Kreis bekam, war der Ball drin - oder es gab einen Strafwurf. Außer in der 48. Minute: Da stand der blonde Hüne beim Torwurf im Kreis, und Sekunden später hatte Hundstrup das 20:22 erzielt und damit eine 3:0-Serie der Gastgeber vollendet. Zwölf Minuten vor dem Ende wurde es also doch noch einmal richtig spannend, was auch an Rasmussen lag: Der BSV-Keeper hatte vor allem Lackovic und Zeitz ausgeguckt, parierte zahlreiche Bälle der Routiniers und sorgte so für Spannung. Machtlos war er allerdings gegen Santos' 23:20. Bitter: Schon vor dem Wurf verspürte der Kieler Linksaußen Schmerzen, fasste sich danach an den rechten hinteren Oberschenkel und kehrte nicht mehr zurück aufs Feld. Eine Muskelverletzung verhinderte den weiteren Einsatz des Österreichers, für den Rechtsaußen Christian Sprenger auf die "falsche Seite" ging.

Wiencek macht den Sack zu

Matchwinner unter sich: Niklas Landin, Nikola Bilyk und Lukas Nilsson rockten die Jysk-Arena

Doch ungeachtet der dänischen Aufholjagd blieben die Zebras souverän. Hinten klaute Wiencek den Ball und bediente Bilyk, der mit einem spektakulären Dreher das 24:20 erzielte. Kurz darauf ging der 19-Jährige mit letzter Kraft in das Eins-gegen-Eins, krönte seine Leistung mit dem siebten Treffer und vollendete zum 25:21 (52.). Danach war Schluss für ihn - Gislason gab auch dem unermüdlich in Abwehr und Angriff spielenden Bilyk eine Pause. Der zweite Youngster Nilsson machte wieder das "Siebenmeter holen und verwandeln"-Spiel zum 26:21, und spätestens nach Lackovic' Traumpass auf Wiencek und dessen 27:22 (57.) war die Messe gelesen - auch wenn Bjerringbro mit offener Deckung, zwei Siebenmeter-Treffern und einem Gegenstoß von Orsted das Ergebnis noch freundlicher gestalten konnte. Den Schlusspunkt setzte dann das zweiterfahrendste Zebra: Lackovic erzielte das Tor zum 28:25-Endstand und ließ sich gemeinsam mit allen Zebras für eine starke Auswärts-Leistung von den mitgereisten Fans feiern. Die ersten beiden Punkte auf fremden Terrain sind auf dem Kieler Konto!

 

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