Kontrollierter Sieg in Istanbul: THW sichert sich Platz vier!

Champions League
Mittwoch, 24.02.2016 // 19:30 Uhr

Der THW Kiel hat sich mit einem kontrolliert herausgespielten Sieg bei Besiktas JK Istanbul vorzeitig Platz vier in der Gruppe A der "VELUX EHF Champions League" gesichert. Vor der Kieler Vorrunden-Minuskulisse von nur rund 150 Zuschauern im 15.000 Fans Platz bietenden "Sinam Erdem Spor Salonu" holten sich die "Zebras" durch den 32:27 (17:14)-Erfolg beim türkischen Meister so das wichtige Heimrecht im Achtelfinal-Rückspiel. Bester Torschütze in einem Kieler Team, in dem alle 16 mitgereisten Spieler zum Einsatz kamen, war Marko Vujin mit 6/2 Treffern. 

Nur rund 150 Zuschauer

Auch am 13. Spieltag der Gruppenphase konnte THW-Trainer Alfred Gislason nicht auf alle "Zebras" des aktuellen Kaders bauen. Blazenko Lackovic ist in der Königsklasse nicht spielberechtigt und war wie die verletzten Christian Dissinger, Steffen Weinhold, Patrick Wiencek und Rene Toft Hansen erst gar nicht mit an den Bosporus gereist. Zudem plagte sich Niklas Landin mit einer Fingerverletzung aus dem Leipzig-Spiel herum, und auch Dener Jaanimaa war angeschlagen nach Istanbul gereist. Im schicken "Sinam Erdem Spor Salonu", der größten und modernsten Arena der Türkei, verirrten sich indes nur rund 150 Zuschauer. Geisterspiel-"Atmosphäre" in der "VELUX EHF Champions League", in der man zu jeder Zeit jedes Wort der Beteiligten hören konnte.

Frühe Führung beinahe eingebüßt

Die Kieler ließen sich davon nicht beirren, führten schnell mit 3:0 und legten nach dem 2:3-Anschluss der Gastgeber durch tolle Canellas-Anspiele auf Ilija Brozovic und Rune Dahmke sowie einen von Vujin verwandelten Siebenmeter auf 6:2 (8.) nach. Die Kieler blieben spielbestimmend, auch wenn THW-Trainer Alfred Gislason früh durchwechselte und vor allem dem unermüdlichen "Zebra"-Motor Domagoj Duvnjak Pausen gönnte. Beim 10:5 (14.) durch Niclas Ekberg schienen die Kieler einem ganz ruhigen Abend auch auf dem Parkett entgegen zu streben. Doch einige technische Fehler und Abstimmungsprobleme brachten die Gastgeber zurück: Nur ein Treffer gelang den Kielern in sechs Minuten, während vor allem die beiden Besiktas-Haupttorschützen Döne und Djukic ihr persönliches Trefferkonto aufstockten. Beim 10:11 (20.) durch einen Konter von Djukic, nachdem sich Dahmke bei einem ungeahndeten Foul einen Cut über dem rechten Auge zugezogen hatte, hofften die Gastgeber wieder auf eine Überraschung. 

THW kontrolliert das Spiel

Auch nach dem Wechsel ließen die "Zebras" nichts anbrennen, legten schnell nach einem Duvnjak-Steal durch Ekbergs Gegenstoß und Dahmkes inzwischen berühmtem "90-Grad-Trickwurf" das 19:14 nach und immer dann einen Zahn zu, wenn es nötig wurde. Wie beispielsweise in der 36. Minute, als Igor Anic nach verbüßter Zeitstrafe von der Bank kam und gleich das 20:16 erzielte. Oder wie in der 41. Minute, als der inzwischen für Vujin spielende Dener Jaanimaa sich in Unterzahl zum 23:17 durchsetzte. Jaanimaa war der Mann der zweiten Hälfte: Fünf Treffer erzielte der Este nach seiner Einwechslung in der 38. Minute.

Spitzenspiel gegen die Füchse wartet

Die Kieler verlassen die Stadt am Bosporus am frühen Donnerstagmorgen, um die 2.500 Kilometer weite Heimreise anzutreten. In Kiel beginnt dann sofort die Vorbereitung auf das Spitzenspiel in der Handball-Bundesliga: Am Sonnabend ist der Tabellenfünfte Füchse Berlin zu Gast in der seit Wochen restlos ausverkauften Sparkassen-Arena. Anwurf für die Top-Partie des 23. Spieltags ist um 19 Uhr, die Partie wird live im Internet unter tv.sport1.de und auf Sport1+ gezeigt. Zeitnahe Informationen liefert wie gewohnt der Liveticker auf der THW-Homepage. Am 3. März folgt dann der finale Gruppenphasen-Akt in der "VELUX EHF Champions League", wenn RK Zagreb zu Gast in Kiel ist. Für das Duell mit den Kroaten, die das Hinspiel gegen die "Zebras" klar gewannen, gibt es noch Karten (Jetzt Tickets sichern!). Auf geht's, Kiel!

Katsigiannis mit starken Paraden

Doch eines der drei Canellas'-Tore vor dem Wechsel und ein Rückraum-Tor des Rechtsaußen Ekberg brachten wieder Ruhe, und ein starker Nikolas Katsigiannis trug ebenfalls seinen Teil dazu bei, dass der THW mit einer 17:14-Führung in die Pause gehen konnte. So entschärfte der Kieler Keeper in Unterzahl, Brozovic war ein Wechselfehler unterlaufen, einen freien Ball von Kreisläufer Özbahar, der so das mögliche 14:16 verpasste. Großen Anteil an der Pausenführung hatte auch Marko Vujin: Der Linkshänder glänzte in den ersten 30 Minuten als fünffacher Torschütze und exzellenter Anspieler.  Auch nach dem Wechsel ließen die "Zebras" nichts anbrennen, legten immer dann einen Zahn zu, wenn es nötig wurde. Dener Jaanimaa glänzte als fünffacher Torschütze nach dem Wechsel, und Torsten Jansen erzielte mit seiner ersten Chance sein Königsklassen-Debüt-Tor im THW-Dress zum Endstand.

Alle Spieler eingesetzt

Gut auch, dass Katisigiannis weiter in bestechender Form hielt, reihenweise Gegenstöße und freie Bälle der Istanbuler parierte. Die verließen sich vor allem auf die Treffer des Duos Döne/Djukic, und hatten ab der 43. Minute in Neuzugang Nikolay Sorokin ebenfalls einen starken Rückhalt im Tor. Dieser entschärfte acht Bälle in 17 Minuten und war mit dafür verantwortlich, dass Besiktas den THW nicht vorzeitig deutlicher ziehen lassen musste. Und ein wenig fehlte bei den "Zebras", bei denen alle Spieler zum Einsatz kamen und beispielsweise Erlend Mamelund und Alexander Williams auch im Angriff spielten und Rogerio Ferreira und Brozovic den Mittelblock bildeten, in der ein oder anderen Szene auch die Feinabstimmung. 

Jansens Königsklassen-Comeback

Doch in echte Gefahr gerieten sie nie - auch nicht nach Djukics feinem "Kempa" zum 25:28, den Jaanimaa postwendend konterte. Urplötzlich wurde es nach Demirezens 26:29 (58.) dann doch noch einmal ansatzweise laut im weiten, leeren Rund. Erlend Mamelund erstickte den Hauch von Stimmung mit dem 30:26, Jaanimaa zeigte ein ganz starkes Eins-gegen-Eins vor seinem 31:27, und die letzten beiden Aktionen waren ebenfalls besonders: Erst krönte Torsten Jansen sein Champions-League-Comeback mit einem spektakulären Gegenstoß-Treffer, und dann hielt Katsigiannis auch noch den letzten Wurf. Abpfiff, 32:27 für den THW Kiel, Platz vier gesichert und die Viel-Spieler geschont. Das Ende eines erfolgreichen Kieler Tages am Bosporus.

 

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