Vier-Tore-Hypothek für das Rückspiel: THW verliert in Szeged

Champions League
Sonntag, 20.03.2016 // 20:00 Uhr

Der THW Kiel geht am Mittwoch mit einer Vier-Tore-Hypothek in das Achtelfinal-Rückspiel der "VELUX EHF Champions League": Im ausverkauften Hexenkessel "Varosi Spotcsarnok" zeigten die Kieler bei MOL-Pick Szeged bis zur 52. Minute eine ganz starke Partie, verloren dann aber in der Schlussphase den Faden und kassierten mit einem 1:7-Negativlauf noch eine 29:33 (14:16)-Niederlage. Damit verpassten die "Zebras" eine bessere Ausgangssituation vor der entscheidenden Partie in der Sparkassen-Arena. Beste Torschützen in Ungarn waren Joan Canellas (6) und Marko Vujin (6/2), Ilija Brozovic krönte seine starke Leistung mit fünf Treffern.

THW geht in Führung

Die Kieler erlebten in einem schnellen, über weite Strecken aber auch hektischen Spiel einen ebenso schnellen 0:2-Rückstand. Gut, dass die Kieler durch Brozovic und Canellas dranblieben. Nach sieben Minuten gelang ihnen eben durch Brozovic, der einen Abpraller verwandelte, erstmals der Ausgleich, den der vor dem Wechsel überragende Domagoj Duvnjak mit einem Doppelschlag sogar zur 6:4-Führung veredelte. Doch die Gastgeber blieben dran: Angefeuert von einem frenetischen Publikum, das die verhältnismäßig kleine Arena in einen ohrenbetäubenden Hexenkessel verwandelte, kamen sie beim 7:7 wieder zum Ausgleich. Vor allem Gabor Ancsin und Vladimir Vranjes nutzen die Lücken im Kieler Deckungsverband. Weil aber Niklas Landin gleich zwei Siebenmeter parierte, lag der THW Kiel weiterhin vorn. Wie bei Niclas Ekbergs tollem Dreher zum 9:8 (19.) oder Dissingers erstem Treffer nach der EM-Verletzung zum 10:9 (22.).

Zebras bleiben cool

Nach der Pause liefen die Kieler zunächst einem Drei-Tore-Rückstand hinterher, kämpften sich aber großartig zurück: Beim 20:20 (39.) durch Canellas' grandiosem Treffer war der THW wieder dran, ackerte in der Abwehr und spielte im Angriff mit kühlem Kopf. Das auch, weil Marko Vujin grandios aus der Kabine kam: Alle sechs Treffer erzielte der Linkshänder nach dem Wechsel, sorgte mit seinem 24:22 aus der halblinken Position auch wieder für eine Kieler Führung (43.). Die hielt allerdings nicht lange vor, aber auch nachdem Bombac per Siebenmeter zum 26:24 für die Gastgeber getroffen hatte, blieben die "Zebras" cool: Dissinger traf zum Anschluss und holte dann einen Siebenmeter heraus, den Vujin zum 26:26 verwandelte.

Szeged mit Rückenwind in die Pause

Doch urplötzlich riss der Faden im Kieler Spiel: Jose Manuel Sierra im Szeged-Tor entwickelte sich mehr und mehr zum Schreckgespenst, und in Überzahl markierte Garcia Parrondo das 11:10 für die Ungarn. Dann schnappte sich Sierra einen Wurf von Rune Dahmke und kurz darauf auch noch einen Konter von Duvnjak - das Szeged-Tor schien wie vernagelt. Mit einem 6:1-Lauf zogen die Gastgeber bis auf 15:11 (27.) und 16:12 (28.) davon. Gut nur, dass Dominik Klein vom Kreis und Ekberg mit einem Last-Second-Tor nach Klein-Steal bis zum Wechsel noch auf 14:16 verkürzen konnten.

Rückspiel am Mittwoch: Jetzt Tickets sichern!

Denn jetzt wird es richtig spannend: Bereits am Mittwoch steht in der Sparkassen-Arena das Rückspiel an, mit einem 0:4-Rückstand starten die "Zebras" in diese entscheidende Partie. Noch am Abend kehrten die Kieler nach Budapest zurück, von wo aus sie am Montagvormittag die Heimreise antreten. Die Zeit drängt -  Anwurf zum finalen Achtelfinal-Akt in der Sparkassen-Arena ist um 18:30 Uhr, noch gibt es Tickets in nahezu allen Kategorien (Jetzt Karten online sichern!). "Jetzt geht es um alles: Wir wollen mit unseren Fans im Rücken die nächste Runde erreichen", hofft Domagoj Duvnjak auf eine lautstarke Kieler Kulisse. "Dafür muss Kiel alles geben: Wir Spieler auf dem Feld, und die THW-Fans auf der Tribüne!" Auf geht's, Kiel!

Bittere Schlussphase

Ganz stark präsentierte sich in dieser Phase die Kieler Abwehr, die in Brozovic ihren herausragenden Aktivposten hatte. Weil Niklas Landin zudem einige Bälle parieren konnte, schien der THW einem Auswärtssieg entgegen zu steuern: Dissinger traf im Gegenstoß zum 27:26, und Ekberg verwandelte einen Konter ebenfalls sicher zum 28:26 (52.). Dann aber folgten ganz bittere Minuten: Sierra im Tor der Ungarn fand zu seiner starken Form der ersten Hälfte zurück, und den Kielern gingen die Lösungen gegen eine zunehmend aggressiver zu Werke gehende Szeged-Abwehr aus. Die THW-Fehlerquote stieg, und die Gastgeber bekamen noch einmal ihre zweite Luft: Nur noch Marko Vujin schaffte es in den letzten acht Minuten, einmal an Sierra vorbeizukommen. Pick Szeged hingegen tankte Selbstbewusstsein und drehte die Partie mit einem 7:1-Lauf in diesen acht Minuten noch in einen 33:29-Sieg, der das Rückspiel am Mittwoch Dramatik verspricht.

 

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