Champions League: THW gewinnt in Schaffhausen

Champions League
Samstag, 11.02.2017 // 19:55 Uhr

Der THW Kiel hat seinen fünften Saisonsieg in der VELUX EHF Champions League gefeiert. Am späten Samstagnachmittag setzten sich die Zebras mit 30:25 (13:13) beim Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen durch. Die Gastgeber erwiesen sich über 40 Minuten als ebenbürtiger Gegner, erst in der Schlussphase konnten sich die Kieler entscheidend absetzen. Garanten des Sieges waren ein stark aufgelegter Andreas Wolff im Tor sowie Rechtsaußen Niclas Ekberg, der bei seinen 8/3 Treffern ohne Fehlwurf blieb.

THW ohne Landin

Drei Tage nach der ärgerlichen Derby-Niederlage in Flensburg musste THW-Coach Alfred Gislason auf Keeper Niklas Landin verzichten. Der dänische Olympiasieger hatte sich im Abschlusstraining am Freitag eine Handverletzung zugezogen, wurde bereits operiert und muss voraussichtlich zwei Wochen pausieren. Mit in die Schweiz reiste stattdessen Torhüter Tom Landgraf von Kooperationspartner und Drittliga-Spitzenreiter TSV Altenholz. Die Kadetten Schaffhausen hatten ebenfalls personelle Probleme, auch Linksaußen Manuel Liniger musste kurzfristig passen. Aber immerhin konnte Interimstrainer Peter Kukucka auf den schwedischen Kreisläufer Christoffer Brännberger zurückgreifen, der nach langer Verletzungspause sein Comeback feierte.

Guter THW-Start

Nikola Bilyk erzielte drei Tore.

Der allererste Auftritt des THW Kiel bei den Kadetten Schaffhausen startete verheißungsvoll für den deutschen Rekordmeister: Lukas Nilsson und Nikola Bilyk, die zusammen mit Marko Vujin zunächst den Rückraum bildeten, trafen zum 2:0, zudem sorgte Andreas Wolff mit einer Parade gegen Dimitrij Küttel für erste Akzente. Obwohl Bilyk mit einem Siebenmeter an Torhüteroldie Nikola Marinovic scheiterte, führten die Zebras nach acht gespielten Minuten nach einem Vujin-Hüftwurf und einem Wiencek-Treffer nach Vujin-Assist mit 4:1.

Kadetten finden in die Partie

Doch der Schweizer Meister legte langsam seinen Respekt ab und fand - auch bedingt durch eine Überzahlsituation nach Zeitstrafe gegen René Toft Hansen - langsam in die Partie. Nach zwei Fehlwürfen Vujins hatte der Gastgeber durch einen Doppelpack von Kreisläufer Lukas Meister wenig später bereits egalisiert, das Selbstvertrauen bei den Orangen wuchs von Minute zu Minute. Dabei nutzten die Kadetten insbesondere die beiden Abwehr/Angriff-Wechsel der Kieler konsequent aus, so dass Luka Maros und Brännberger die THW-Führungstreffer per Schneller Mitte postwendend egalisieren konnten.

Wolff sichert Unentschieden zur Pause

Lukas Nilsson zieht ab.

Als dann Christian Sprenger vom Kreis verzog und Maros seine Farben beim 8:7 erstmals in Führung warf, reagierte Alfred Gislason. Er brachte Kapitän Domagoj Duvnjak und stellte um auf eine 3:2:1-Deckung, im Angriff kamen im Laufe der nächsten Minuten Blazenko Lackovic, Christian Dissinger und Christian Zeitz zum Einsatz. Die Kadetten Schaffhausen kamen nun nicht mehr so leicht per Schneller Mitte oder zweiter Welle zu Toren, aber auch das Angriffsspiel des THW lahmte nun. Den Kieler Rückraumspielern unterliefen einige technische Fehler. Hätte Andreas Wolff nicht mehrfach in höchster Not gehalten - die Gastgeber, die sogar eine doppelte Unterzahl-Situation recht glimpflich überstanden, hätten sich bis zur Pause gar einen Vorsprung erarbeiten können. So ging es dank eines Treffers von Linkshänder Ron Delhees in letzter Sekunde mit einem 13:13-Remis in die Kabinen.

Spiel bleibt ausgeglichen

Alfred Gislason brachte nach dem Seitenwechsel Duvnjak nun auch für den Angriff. Doch zunächst scheiterte der Kieler Kapitän zweimal an Marinovic, und weil zudem Zeitz etwas überhastet abschloss und der THW zweimal in Unterzahl agierte, konnten sich die Gäste einmal mehr bei Wolff bedanken, dass sie nicht deutlicher als 14:15 ins Hintertreffen gerieten. Der deutsche Nationalkeeper war mehrfach spektakulär zur Stelle, entschärfte freie Würfe von Pendic und Maros.

Mit Duvnjak zur Führung

Raul Santos erzielte in Schaffhausen zwei Treffer.

So langsam aber übernahmen die Kieler nun wieder die Kontrolle: Lukas Nilsson holte Siebenmeter und Zeitstrafe gegen Meister heraus, Ekberg traf vom Strich zum 15:15-Ausgleich. Dann setzte Duvnjak seinen ersten Treffer, und nachdem Wolff einen Kempa-Versuch Pendrics parierte, sorgte Ekberg mit einem Dreher ins kurze Eck beim 17:15 für die erste Zwei-Tore-Führung der Kieler seit der Anfangsphase. Die Kadetten hatten nun Mühe zu folgen, zumal Duvnjak weiter aufdrehte und zum 18:16 und 19:16 nachlegte. Als dann Nilsson mit seinem 20:17 weiteres Selbstvertrauen sammelte und Ekberg nach einer Wolff-Parade gegen Maros per Gegenstoß auf 21:17 erhöhte, schien den Kadetten - wie schon so oft in dieser Saison - kurz vor der Zielgeraden die Luft auszugehen.

Im Endspurt zum klaren Sieg

Die THW-Spieler bedanken sich bei den mitgereisten Fans.

Doch unter Anfeuerung der Fans gaben sich die Orangen noch nicht geschlagen: Spielmacvher Gabor Csaszar schmiss sich in einen freien Ball im Kieler Torraum und boxte ihn zum 19:22 in die Maschen, Küttel verkürzte von außen auf 20:22. Die Kadetten hofften wieder, erst recht, als dem THW beim Stand von 23:21 ein Ballverlust unterlief und die Gastgeber die Chance zum Anschlusstreffer bekamen. Kukucka nahm seine Auszeit, doch die Kieler Deckung hielt dem Druck stand, und auf der Gegenseite sorgte Duvnjak bei drohendem Zeispiel für das wichtige 24:21. Als Wolff dann einmal mehr gegen Maros zur Stelle war und Santos auf 25:21 erhöhte, war die Gegenwehr der Kadetten letztlich erloschen. Da Wolff seine Fangquote weiter in die Höhe trieb, sorgten Vujin, Duvnjak und Nilsson in den Schlussminuten bis zum 30:23 doch noch für deutliche Verhältnisse, ehe die Gastgeber zumindest noch verdiente Ergebniskosmetik betreiben durften.

Mittwoch kommt Veszprem

Mit nun 11:9 Punkten orientiert sich der THW Kiel in der Gruppe A der VELUX EHF Champions League wieder nach oben und zogen am kommenden Gegner Telekom Veszprem vorbei. Mit einem Sieg am kommenden Mittwoch können die Zebras den ungarischen Meister, der am Samstag in eigener Halle dem FC Barcelona mit 22:25 unterlag, im Kampf um Platz drei weiter distanzieren. Die Partie in der Sparkassen-Arena wird um 18:30 Uhr angepfiffen.

 

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