KN: Weinholds „No-Touch“-Verletzung

Champions League
Mittwoch, 29.03.2017 // 15:04 Uhr

Kiel. Das Achtelfinal-Rückspiel in der Handball-Champions-League bei den Rhein-Neckar Löwen (Donnerstag, 19 Uhr) rückt immer näher, die Personallage beim THW Kiel bleibt aber angespannt. Trainer Alfred Gislason muss voraussichtlich auf Domagoj Duvnjak und Steffen Weinhold verzichten, auch hinter dem Einsatz von Kreisläufer René Toft Hansen steht weiter ein Fragezeichen. Die Löwen gaben dagegen Entwarnung: Spielmacher Andy Schmid wird gegen die Zebras auflaufen können.

Handball-Champions-League: Der THW-Linkshänder fällt im Achtelfinal-Rückspiel bei den Rhein-Neckar Löwen aus

Der Schweizer hatte sich im Bundesligaspiel der Badener beim TBV Lemgo eine Hüftprellung zugezogen, war ab der 40. Minute nicht mehr eingesetzt worden. Der Dreh- und Angelpunkt des Löwen-Spiels meldete sich trotz Schmerzen aber fit.

Der Kieler Spielmacher Domagoj Dunvjak (Patellasehne) dagegen wird auch im Rückspiel auf der Platte nicht mithelfen können. Der kroatische Mannschaftskapitän begleitet die Zebras aber zur moralischen Unterstützung nach Mannheim.

In der Abwehr vermissten die Zebras zuletzt schmerzlich René Toft Hansen, trotz der ordentlichen Leistungen von Blazenko Lackovic, Ilija Brozovic und Sebastian Firnhaber in der THW-Deckung. Auch wenn hinter dem Einsatz des Dänen ein Fragezeichen steht, gibt es doch Fortschritte, ein Mitwirken des Ex-Kapitäns ist immerhin nicht völlig ausgeschlossen. „Vielleicht kann er mit einem Spezialverband am Oberschenkel ein wenig mithelfen“, erklärt THW-Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker zu Toft Hansens Muskelverletzung im Adduktorenbereich.

Deutlich komplizierter steht die Sache bei Linkshänder Steffen Weinhold. Der 30-Jährige laboriert an einer extrem seltenen und schmerzhaften Entzündung in der Nackenmuskulatur. „Durch die Schwellung eines Muskels wird Druck auf die umliegenden Muskeln und Nerven ausgeübt“, sagt Brandecker. „Das schränkt die Beweglichkeit sehr ein.“

Eine Prognose, wann Weinhold dies auskuriert hat, kann der Mediziner nicht abgeben – zu selten ist eine solche Verletzung. Eine weitere Schwierigkeit: Es handelt sich um eine so genannte „No-Touch-Verletzung“, das bedeutet, die hochgradige Entzündung des Muskels ist nur mit Medikamenten und Ruhigstellung zu behandeln. Auch wenn Weinhold sich inzwischen etwas besser fühlt, als es in den Tagen um das Hinspiel der Fall war, ist ein Einsatz in Mannheim sehr unwahrscheinlich bis nahezu unmöglich.

Trotz aller Personalsorgen brennen die Zebras auf die Partie in Mannheim, für die bislang etwa 9000 Karten verkauft sind. Die Löwen hoffen darauf, die Marke von 10 000 Zuschauern zu knacken. Die SAP-Arena hat eine Kapazität von rund 13 200 Plätzen. Egal, wie viele Fans am Ende da sein werden: „Es wird unglaublich schwer, aber wir wollen ins Viertelfinale“, sagt Torhüter und Ex-Löwe Niklas Landin, der in Abwesenheit von Domagoj Duvnjak die Kapitänsbinde trägt. Das Achtelfinalrückspiel in der Königsklasse ist für den THW das erste Endspiel der Saison 2016/17.

Das ursprünglich für den heutigen Mittwochabend angesetzte Bundesligaspiel des THW Kiel gegen den TVB Stuttgart wurde aufgrund des Champions-League-Spiels in Mannheim verlegt und findet am kommenden Sonntag, 2. April, um 15 Uhr in der Kieler Sparkassen-Arena statt.

(Von Niklas Schomburg, aus den Kieler Nachrichten vom 29.03.2017, Foto/Archiv: Sascha Klahn)

 

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