KN: Alfred Gislason gegen Aalborg wieder auf der Bank

Champions League
Mittwoch, 27.09.2017 // 12:14 Uhr

Kiel. Die gute Nachricht zuerst: Heute beim Champions-League-Heimspiel gegen Aalborg wird Alfred Gislason, Trainer des THW Kiel, wieder auf der Bank sitzen. Am Freitag hatte sich der 58-jährige Isländer einem Eingriff an den Bandscheiben unterziehen müssen, war am Sonntag aus der Kieler Helios-Klinik entlassen worden. So richtig qualvoll wurde es dann danach noch einmal.

Kielce am TV erlebt

Denn das hatte der Kieler Chefcoach noch nie erlebt: Am Fernsehschirm musste er verfolgen, wie seine Mannschaft in Kielce mit 21:32 unterging. "Körperlich geht es mir nach der OP viel besser. Aber das zu sehen und nicht dabei sein zu können, tat richtig weh." 2011 hatte Gislason sein Team bei einem Spiel in Szeged aufgrund einer Sperre schon einmal nicht betreuen dürfen, hatte die Partie unter Aufsicht des europäischen Verbandes EHF jedoch live in der Arena verfolgen dürfen. Gislason: "Das war wirklich nicht leicht, die Spieler so unter Stress zu sehen und nicht eingreifen zu können."

Am Montag nahm der Coach seine Spieler zu einer kurzen Besprechung nach ihrer Rückkehr nach Kiel in Empfang, bat am Dienstag zum Abschlusstraining. Heute in der Sparkassen-Arena sitzt er wieder auf der Bank, soll sich „weniger bewegen“ als normalerweise und hofft, "dass die Jungs sich sammeln, sich weniger unter Druck setzen und den Spaß wiederfinden". Auch zu den Überlegungen, der Mannschaft einen Mentalcoach an die Seite zu stellen, äußerte sich Gislason am Dienstag: "Ein Großteil der Mannschaft nutzte das bisher auch, das war immer Privatsache. Wir haben viele junge Leute, die in Kiel ihren Traum leben, sich großen Druck machen. Jeder Einzelne weiß jetzt, dass er das Angebot wahrnehmen kann." THW-Geschäftsführer Thorsten Storm ergänzte: "Das ist ein persönliches Thema, das von uns nicht öffentlich diskutiert wird. Einige Spieler nutzen schon seit Jahren sportpsychologische Hilfe, andere nicht."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 27.09.2017, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

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