Hinspiel am Sonntag: Mit der Kraft der "weißen Wand" gegen den HC Vardar

Champions League
Freitag, 20.04.2018 // 09:58 Uhr

Alles oder nichts: Am Sonntag geht es für den THW Kiel im Viertelfinal-Hinspiel gegen den Titelverteidiger HC Vardar aus Mazedonien um nicht weniger als die Teilnahme am legendären "VELUX EHF Final4". "Gemeinsam mit unseren Fans werden wir alles geben, um unseren Traum von Köln wahr werden zu lassen", verspricht Kreisläufer Patrick Wiencek. "Man hat gegen Szeged gesehen, zu was wir mit der Unterstützung der 'weißen Wand' in der Lage sein können. Ich hoffe, dass unsere Fans am Sonntag vom Aufwärmen bis zum Schlusspfiff einen echten, weißen Hexenkessel unter dem Arena-Dach entfachen!" Die "Zebras" wünschen sich für die besondere K.o.-Partie gegen den amtierenden "VELUX EHF Champions League"- und frisch gebackenen Seha-League-Champion also den Dresscode "weißes Oberteil" von ihren Fans. Auch THW-Trainer Alfred Gislason hofft auf die "weiße Wand": "Wir spielen gegen die aktuell beste Mannschaft der Königsklasse. Wir brauchen eine extrem laute Kulisse am Sonntag!" Anwurf ist um 17 Uhr, Sky überträgt live. Noch gibt es aber auch Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen, im Online-Shop und auch am Sonntag an der Tageskasse, die um 15 Uhr öffnet. 

Vardar stellt die beste Abwehr der Königsklasse

Alle in die Halle - und alle in Weiß: Wir sind Kiel!

Sportlich werde die Aufgabe gegen den HC Vardar ein echter Kraftakt, weiß Wiencek: "Wer als Titelverteidiger und amtierender Seha-League-Sieger an den Start geht, ist immer in der Favoritenrolle. Vardar ist ein ganz harter Brocken, sie stellen vielleicht die beste und variabelste Abwehr der Welt und haben auch im Angriff viele Möglichkeiten.“ In der Tat treffen die Kieler am Sonntag auf die beste Defensive der diesjährigen "VELUX EHF Champions League"-Saison. Im Schnitt kassierte Torhüter-Legende Arpad Sterbik hinter seiner starken Abwehr weniger als 25 Gegentreffer pro Partie. THW-Regisseur Miha Zarabec hat sich viele Partien der Mazedonier angesehen. "Vardar spielt überragende offensive Abwehrvarianten. Die 3-2-1 und die 5-1-Deckung sind schwer zu knacken. Aber wir haben gegen Szeged ja auch gezeigt, dass wir Lösungen gegen diese Art der Verteidigung haben. Wir müssen geduldig spielen und unsere Chancen nutzen." Man habe mit dem HC Vardar den schwerden aller möglichen Viertelfinal-Gegner vor der Brust, weiß Zarabec. "Deshalb brauchen wir am Sonntag jeden einzelnen unserer Fans. Auch in Phasen, in denen es vielleicht nicht ganz so rund läuft. In der Arena muss es so laut wie noch nie werden!“

Star-Parade wird in Kiel erwartet

Rückkehrer: Joan Canellas kommt mit dem HC Vardar nach Kiel

Denn mit dem amtierenden Titelträger der VELUX EHF Champions League, der sich im vergangenen Jahr in Köln im Finale gegen Paris Saint-Germain Europas Krone aufsetzte, kommt eine echte Star-Parade nach Kiel: Angeführt wird diese von den beiden ehemaligen Kielern Joan Canellas und Rogerio Ferreira. Neben dem ehemaligen "Löwen" Ivan Cupic und Arpad Sterbik stehen im Kader des HC Vardar unter anderem auch der russische Weltklasse-Linksaußen und bisherige Haupttorschütze (61 Treffer) Timur Dibirov, der torgefährliche kroatische Mittelmann Luka Cindric (46 Tore), der bisher 57 Mal erfolgreichen montenegrinische Halblinke Vuko Borozan oder der 2,15-Meter-Rückraum-Gigant Dainis Kristopans. Sie alle eint ein Ziel: Sie wollen in der Königsklasse kein "One-Hit-Wonder" sein und auch den berühmten "Köln-Fluch" der Titelverteidiger besiegen. Noch nie gelang des dem Sieger, auch im Folgejahr in Köln zu triumphieren.

Vardar triumphierte in der SEHA-League

Mit Leidenschaft wollen die Kieler um Niclas Ekberg ins Halbfinale

Die Mazedonier gehen ausgeruht in das Viertelfinale: Während der THW Kiel am Donnerstag noch gegen die Füchse Berlin ran musste, konnte sich Vardar seit ihrem Triumph in der  SEHA-League, der supranationalen Handball-Liga mit zehn Mannschaften aus fünf Nationen, am vergangenen Sonntag auf Kiel vorbereiten. Und auch im Achtelfinale der Königsklasse waren Arpad Sterbik & Co. nicht gefordert: Lediglich in Barcelona (28:29), Nantes (26:27) und Szeged (26:26) ließ die Mannschaft des spanischen Coaches Raul Gonzales Gutierrez Federn in der Vorrunde und sicherte sich mit 21 Punkten Platz eins, der automatisch das Überspringen des Achtelfinales bedeutete. Jetzt reist Vardar mit viel Selbstbewusstsein vom großen Seha-League-Triumph in die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins: Gegen PPD Zagreb gab es im Endspiel einen 26:24-Sieg in der heimischen Jane-Sandanski-Arena. Es war der zweite Titel in Folge - insgesamt gewann der HC diese Liga jetzt viermal - für den scheidenden Trainer Raul Gonzalez. Der 48-jährige Spanier tritt ab der kommenden Saison bei Paris Saint-Germain die Nachfolge von Noka Serdarusic (67) an.

Selbstbewusstsein und Respekt

Mauer hinter der stärksten Abwehr der VELUX EHF Champions League: Arpad Sterbik

Trotz der breiten Brust seiner Mannschaft hat Raul Gonzalez Respekt vor dem THW Kiel: "Das werden zwei knallharte Spiele, in denen alles passieren kann", blickt der Coach voraus. Auch Joan Canellas reist mit gemischten Gefühlen in seine ehemalige Wahl-Heimat - und möchte die Favoriten-Rolle auf gar keinen Fall annehmen: "Auch, wenn wir Titelverteidiger sind und unsere Gruppe gewonnen haben, heißt das noch lange nicht, dass wir der Favorit gegen Kiel sind. Wenn du in der Sparkassen-Arena als Gastmannschaft aufläufst, hast du nur selten Spaß. Wir müssen uns auf die ganz spezielle Atmosphäre einstellen", sagt der Rückraumwerfer. Wer allerdings Heimspiele von Vardar in ihrer Jane-Sandanski-Arena verfolgt, weiß ebenfalls, was es heißt, laut und frenetisch zu sein. "Ich bin froh, dass wir das Rückspiel vor unseren Fans haben, das ist vielleicht unser einziger Vorteil", sagt Canellas, der neben dem 24-jährigen Luka Cindric, der zum MVP beim SEHA-Final-Four gewählt wurde, Regie führt. Auch Cindric erinnert daran, dass es nicht leicht für den HC Vardar werden könnte: "Kiel gehört definitiv zu den besten Teams und ruft gerade in der Königsklasse oft die beste Leistung ab."

Noch Tickets erhältlich

"Ich kann Joan gut verstehen", hofft Wiencek darauf, dass am Sonntag die Atmosphäre noch lauter, emotionaler und leidenschaftlicher als zuletzt wird. "Jedes Heimspiel in der Sparkassen-Arena ist ein Spektakel. Und jeder Handballer, der das schon einmal erlebt hat, weiß, wie schwer es ist, uns mit unseren Zuschauern im Rücken zu schlagen." Nur noch diese zwei Partien gegen Vardar lägen zwischen dem THW Kiel und Köln, ergänzt der Kreisläufer. "Wir wollen mit unseren Fans dafür sorgen, dass unser Traum vom 'VELUX EHF Final4' weiter lebt." Die Partie wird am Sonntag um 17 Uhr von den beiden französischen Unparteiischen Stevann Pichon und Laurent Reveret angepfiffen, das Kampfgericht leitet der EHF-Delegierte Peter Olsson Schweden, für die Betreuung der Referees reist Vicente Breto Leon aus Spanien nach Kiel. Rund 9.500 Tickets sind für das Spiel bereits verkauft, noch gibt es aber Karten (ab 14,50 Euro) an allen bekannten Vorverkaufsstellen - in Kiel zum Beispiel bei CITTI und in den famila-Märkten -, im Ticketcenter der Sparkassen-Arena, unter der Hotline 01806 / 300 234 (gebührenpflichtig) und im Online-Ticket-Shop: In diesem kann man mit der "Print@Home"-Variante zum Selbstausdrucken bis zum Anpfiff noch Karten kaufen und so der Schlange an der Tageskasse, die am Sonntag um 15 Uhr öffnet, entgehen. "Wir sind Kiel!", sagt Patrick Wiencek, der alle THW-Fans auffordert, am Sonntag mit weißem Oberteil in die Arena zu kommen. "Und wir wollen nach Köln!" Alle am Sonntag in die Halle - und macht mehr Lärm! Auf geht's, Kiel!

 

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