Zebras wollen Mittwoch ins Pokal-Viertelfinale stürmen

Vorbericht
Montag, 15.12.2014 // 10:44 Uhr

Alles oder nichts: Die "Zebras" wollen am Mittwoch mit der Unterstützung ihrer Fans ins Viertelfinale des DHB-Pokals stürmen. Gegner im Achtelfinale ist der TuS N-Lübbecke, der Anpfiff zum letzten K.o.-Spiel des Jahres ist um 19.30 Uhr in der Sparkassen-Arena. "Das ist ein extrem wichtiges Spiel für uns", sagt Torhüter Johan Sjöstrand. „Wir wollen unbedingt nach einem Jahr Pause wieder zum Final Four nach Hamburg. Also müssen wir Lübbecke schlagen." Für das Spiel gibt es noch Karten ab 7 Euro im Vorverkauf und an der Abendkasse. 

Fokus schnell auf den Pokal gerichtet

Nach dem Bundesliga-Spiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf wurde  in den Katakomben der Sparkassen-Arena nur kurz zurückgeblickt. Schnell rückte die Pokal-Begegnung am Mittwoch in den Fokus der "Zebras". "Wir haben in der zweiten Halbzeit gegen Hannover ein gutes Spiel gemacht, in dem die Kreisläufer aufgrund der guten Rückraumarbeit glänzen konnten", sagte Patrick Wiencek, der neun Tore zum souveränen 34:25-Sieg gegen die Niedersachsen beigesteuert hatte. "Daran wollen wir gegen Lübbecke anknüpfen. Wir wollen unbedingt im Pokal überwintern, denn unser Ziel ist das Final Four in Hamburg!"

"Blaues Auge" im Ligaspiel

Dabei treffen sie am Mittwoch auf einen Gegner, der sich viel vorgenommen hat. "Fortuna war zwar nicht gnädig mit uns", kommentierte TuS-Teammanager Zlatko Feric die Auslosung des Achtelfinals um den DHB-Pokal, "aber wir werden uns der Aufgabe stellen und versuchen, für eine Überraschung zu sorgen." Das "stärkste Dorf im Land", wie sich Lübbecke selbstbewusst nennt, ist bereit. Denn die Erinnerung an den knappen Kieler 24:21-Sieg im Liga-Spiel im Oktober ist noch gegenwärtig. "Wir sind damals mit einem blauen Auge davon gekommen", erinnert sich THW-Trainer Alfred Gislason. Damals hatten die Gäste in der Sparkassen-Arena sich nicht abschütteln lassen, erst eine spektakuläre Doppel-Parade von Andreas Palicka in den Schlusssekunden sicherte den "Zebras" zwei Zähler. Die Pokal-Gäste haben seitdem fleißig gepunktet und etwas für das Selbstbewusstsein getan – und wollen nun im DHB-Pokal den nächsten Schritt gehen. 

Zweimal war für den TuS das Achtelfinale Endstation

Im DHB-Pokal schrieb der TuS Nettelstedt-Lübbecke in der jüngeren Vergangenheit die interessantesten Schlagzeilen. 2012 hatte sich der TuS für das "Final Four" qualifiziert, feierte in der Hamburger O2-World gemeinsam mit den Fans eine große Handball-Party und scheiterte erst nach großem Kampf am späteren "Vize" aus Flensburg. In den vergangenen beiden Jahren war unterdessen jeweils das Achtelfinale Endstation im nationalen Pokalwettbewerb. Dabei unterlag Lübbecke jeweils im Derby gegen die benachbarten Clubs aus Lemgo und Minden. In dieser Saison qualifizierte man sich durch einen 34:21-Sieg gegen die Reserve des TBV Lemgo und einen 32:26-Erfolg beim Bergischen HC für das Achtelfinale. Über die Auslosung war man allerdings nicht wirklich glücklich in Ostwestfalen: "Sicherlich konnte es keinen schwierigeren Gegner geben", so Teammanager Zlatko Feric. "Kiel wünscht man sich nicht vor dem Final Four." 

Neuzugang Nummer fünf: Vuko Borozan

Die Kieler Handballfans dürfen sich am Mittwoch auf ein neues Gesicht beim TuS freuen: Anfang Dezember gaben die Lübbecker die Verpflichtung des Rückraumspielers Vuko Borozan vom Kieler Champions-League-Gruppengegner Metalurg Skopje bekannt. Der 2,03 Meter große Rechtshänder gilt als "Rohdiamant" des montenegrinischen Handballs. Ihm hatten auch Angebote aus Polen, Frankreich und Ungarn vorgelegen. Er wird am Mittwoch mit der Nummer 34 für Lübbecke auflaufen. Die weiteren vier Neuzugänge und den Kader des TuS hatten wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Ligaspiel ausführlich vorgestellt.

"Zebras" bauen auf Unterstützung

"Es geht um alles oder nichts! Wir wollen dieses Jahr wieder zum Finalturnier nach Hamburg", sagt auch Rene Toft Hansen. Denn die Erinnerungen an die vergangene Spielzeit, als man in Kiel nach dem Achtelfinal-Aus im Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen tatenlos mitansehen musste, wie sich die Füchse Berlin den DHB-Pokal krallten, sind noch immer frisch. "Wir sind froh, dass wir zum zweiten Mal ein Pokal-Heimspiel haben. Unsere Fans können uns helfen", hofft Marko Vujin am Mittwoch auf eine lautstarke Kulisse. Joan Cañellas, in den vergangenen Wochen 2Dauerbrenner" im Kieler Rückraum, baut ebenfalls auf die schwarz-weißen Fans: "Wir haben ein unglaublich anstrengendes Programm, da hilft der Energieschub von den Rängen ungemein!" 

Noch Karten erhältlich

Für das Pokal-Achtelfinale, das von den Unparteiischen Nils Blümel und Jörg Loppaschewski geleitet wird, gibt es noch Karten ab 7 Euro an allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse. Erstmals bietet der THW Kiel für diese Partie den Ticketkauf im print@home-Verfahren an: Im Online-Ticketshop können Sie bis zum Anpfiff die Tickets erstehen, ohne an einer der Kassen anzustehen. Die Tickets werden bequem zu Hause ausgedruckt, und damit können Sie dann direkt über den Eingang Europaplatz in die Sparkassen-Arena zum Spiel gehen. Auf geht's, Kiel!

KN: „Final Four“ fest im Visier

Kiel. Die Handball-Bundesliga (HBL) sucht noch einen Hauptsponsor für das „Final Four“, doch die in der Hamburger O2-World ausgetragene Pokal-Endrunde wäre auch ohne diesen Geldgeber ein Event, das kein Spieler, kein Trainer versäumen will. In der vergangenen Saison verpasste der THW Kiel durch ein Achtelfinal-Aus gegen die RN Löwen die Qualifikation, aus Sicht des neunmaligen Cup-Siegers ein Betriebsunfall, der sich nicht wiederholen soll. Damit das nicht passiert, muss er heute (20.15 Uhr) sein Achtelfinale gegen den TuS N-Lübbecke gewinnen.

„Ich kann mich nicht daran erinnern, als Trainer des THW Kiel im Pokal schon einmal zwei Heimspiele in Folge gehabt zu haben“, sagt Alfred Gislason, der seit Sommer 2008 für den Rekordmeister arbeitet. In der vergangenen Runde siegten die Kieler mühelos gegen den TBV Lemgo (32:20). Die mehr als 10000 Zuschauer fassende Arena war seinerzeit nur zu gut einem Drittel gefüllt, doch die Stimmung hat Gislason dennoch als „ausgezeichnet“ in Erinnerung behalten.

Ähnliches erhofft er sich nun auch für die Begegnung gegen den Tabellenzwölften, der bereits im Oktober zu Gast in Kiel gewesen ist. Das Team von Dirk Beuchler verkaufte sich prächtig und verlor nur knapp mit 21:24. Ein Erfolgsgarant für die Gastgeber war Andreas Palicka, der mit einer spektakulären Doppelparade in der Schlussphase die Weichen stellte. Der Schwede war auch im bisher einzigen Pokal-Duell gegen Lübbecke der Schlüssel zum Erfolg (29:28) gewesen. Am 15. Dezember 2010 lagen die Kieler in der Merkur-Arena der Ostwestfalen mit 26:28 zurück, als Palicka eingewechselt wurde und zwei Siebenmeter parierte.

Beuchler hält nichts davon, daraus Hoffnung abzuleiten. „Wir haben nur eine ganz kleine Chance, aber wir wollen uns in Kiel gut präsentieren.“ Im Liga-Spiel, so seine Erinnerung, habe der Gegner seine Mannschaft nicht ernst genommen. Das werde sich keinesfalls wiederholen. „Der THW hat die beste Mannschaft in Deutschland und den höchsten Etat - für einen solchen Verein muss das erklärte Ziel sein, das Final Four zu erreichen.“ Da dies, so Beuchler, auch jeder einzelne Spieler aus dem THW-Kader wolle, gehe er die Reise als Realist an. „Wer die zweite Halbzeit gegen Hannover gesehen hat, weiß, was in dieser Halle passieren kann.“ Beim 34:25-Sieg gegen die TSV Hannover-Burgdorf zogen die Zebras in den letzten 20 Minuten auf und davon.

Am Sonntag verzichtete Gislason noch auf Welthandballer Domagoj Duvnjak, der sich zuvor einer Augenbehandlung unterzogen hatte. Gut möglich, dass heute erstmals alle 15 Profis zum Einsatz kommen, da aber nur 14 in der Liga und dem Pokalwettbewerb eingesetzt werden dürfen, ist einer zu viel. Gislason hat aber die Möglichkeit, bis zum Abpfiff einen 14. Spieler nachtragen zu lassen, diesem ist aber nicht gestattet, zuvor auf der Bank zu sitzen. Gut möglich, dass zwei, drei Spieler die Partie zunächst als Zuschauer verfolgen müssen. Eine Regel, die Gislason gar nicht gefällt, ist doch bei internationalen Wettbewerben der Einsatz von 16 Spielern gestattet. Frank Bohmann, Geschäftsführer der HBL, will sich einer Aufstockung nicht widersetzen. „Die meisten Klubs haben sich aber bislang dagegen ausgesprochen, und ich mache das, was die Mehrheit will.“ Die Vereine fürchten, dass die zahlungskräftigere Konkurrenz dies nutzen würde, um noch mehr Weltklasse einzukaufen. Immer wieder wird deshalb diskutiert, den 15. und 16. Spieler nur unter Auflagen zu gestatten. So sollten diese U23-Akteure mit einem deutschen Pass sein. Oder Nachwuchskräfte, die zuvor jahrelang im Verein ausgebildet wurden. Bohmann würde solche Regelungen mittragen, warnt aber davor, dass sie gegen geltendes EU-Recht und die freie Wahl des Arbeitsplatzes verstoßen. „Ich gehe davon aus, dass eines Tages auch in der Bundesliga und dem DHB-Pokal 16 Spieler erlaubt sein werden - dann aber ohne jegliche Einschränkungen.“

Ganz andere Sorgen bereitet Bohmann die „Final-Four“-Vermarktung, die noch immer keinen Hauptsponsor hat. „Die Schlagzeilen, die der Handball aktuell schreibt, helfen uns nicht gerade dabei“, sagt Bohmann mit Blick auf die Irrungen und Wirrungen des Weltverbandes rund um die bevorstehende WM in Katar. „Das schlägt bei uns voll durch, das erlebe ich auch in Gesprächen, in denen ich nur eine kleine Bandenwerbung verkaufen will.“

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 17.12.2014)

 

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