DHB-Pokal: THW Kiel trifft auf den VfL Fredenbeck

DHB-Pokal
Dienstag, 23.06.2015 // 12:15 Uhr

Der THW Kiel trifft in der ersten Runde des reformierten DHB-Pokals am 15. August auf den Drittligisten VfL Fredenbeck. Das ergab die Auslosung am Dienstag in der Zentrale der DKB Handball-Bundesliga in Dortmund. Im Finale des regionalen "Final4"-Turniers, das nach den Plänen der DKB Handball-Bundesliga am Standort des Zweitligisten ausgetragen werden soll, könnten am Sonntag, 16. August, der Zweitligist TuSEM Essen oder der Drittliga-Aufsteiger DHK Flensborg auf die "Zebras" warten.

Fredenbeck einst das bekannteste Handball-Dorf Deutschlands

Als "Glücksfee" fungierte Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß, der die Erstrunden-Lose im Norden zog. Bereits beim zweiten "Vierer-Turnier" war der THW Kiel gezogen worden und trifft auf einen alten Bekannten: Einst war die 6.000-Seelen-Gemeinde Fredenbeck in der Nähe von Stade das wohl bekannteste Handball-Dorf Deutschlands. Der VfL-Aufschwung in den 1980er Jahren ist fest mit dem Namen Zbigniew Tluczynski verbunden. Der polnische Weltklasse-Rückraumspieler, den alle nur Binjo nannten, wurde in der Spielzeit 1988/1989 mit 172 Treffern sogar Torschützenkönig der Bundesliga. Christian Schwarzer, Weltmeister von 2007, unterschrieb in Fredenbeck als 17-Jähriger seinen ersten Vertrag und sammelte unter Trainer Spasoje "Mane" Skercevic erste Bundesliga-Erfahrungen.

Ein Spiel mehr für international agierende Teams

Nach der Reform des DHB-Pokals müssen auch die international spielenden Mannschaften der DKB Handball-Bundesliga in der ersten Hauptrunde des DHB-Pokals antreten. Bisher stiegen sie erst ab der 2. Runde ein, die jetzt zugunsten 16 "regionaler" Final4-Turniere gestrichen wurde. Die Sieger dieser Turniere bestreiten direkt das Achtelfinale. Wer sich für das "Rewe Final Four" in Hamburg qualifizieren möchte, muss also vier Partien gewinnen. Bisher reichten den international spielenden Teams drei Siege zur Qualifikation für das Endrunden-Turnier, das in der kommenden Saison am 30. April und 1. Mai in der Hansestadt stattfindet. 

Zum Auftakt: Vier Pflichtspiele in acht Tagen

Für den THW Kiel bedeutet diese neue Form des Pokals zusätzlichen Stress am Saisonbeginn: Mit den - hoffentlich - zu spielenden zwei DHB-Pokal-Partien am 15. und 16. August, dem Super-Cup gegen Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt am 19. August in Stuttgart und dem Ligaauftakt am 23. August in der Dortmunder Westfalenhalle gegen den VfL Gummersbach bestreiten die "Zebras" gleich zu Beginn der Saison vier Pflichtspiele in nur acht Tagen und sammeln - so das Erstrunden-Turnier im Pokal wie von der HBL geplant in Essen stattfindet - die ersten 3.300 Reise-Kilometer der Spielzeit.

VfL aktuell Sechster der 3. Liga Nord

25 Jahre lang spielte der VfL ohne Unterbrechung in den zwei stärksten Ligen, in der Beletage des deutschen Handballs waren die Fredenbecker zuletzt 1997 aktiv. Als Aufsteiger ging es allerdings direkt wieder runter in Liga zwei, aus der der VfL dann - auch aufgrund finanzieller Probleme - 2006 abstieg. In der vergangenen Spielzeit holte sich die Mannschaft von Andreas Ott Platz sechs in der 3. Liga Nord und unterlag der U23-Mannschaft des THW in Kiel mit 31:37. Das Rückspiel in der Geestlandhalle gewann der VfL hingegen mit 27:25. In der Erstliga- und DHB-Pokalgeschichte trafen die "Zebras" insgesamt 17 Mal auf den VfL: Zwölf Mal gewannen die Kieler, dreimal trennte man sich unentschieden, und zweimal siegten die Fredenbecker (siege Gegnerstatistik im THW-Archiv). Zuletzt trafen beide Mannschaften am 22. September 2010 aufeinander: In der 2. Runde des DHB-Pokals gewann der THW in Fredenbeck mit 39:20 (siehe Spielbericht im THW-Archiv)

Die weiteren Erstrunden-Turnier-Teilnehmer

Im Fall eines Sieges gegen den Drittligisten wartet einen Tag später entweder der Drittliga-Aufsteiger DHK Flensborg oder der Zweitligist TuSEM Essen auf den THW Kiel. Flensborg qualifizierte sich als Sieger des Amateur-Pokals für die 1. Hauptrunde. TuSEM beendete die aktuelle Zweitliga-Saison auf Rang 15. Sollten die "Zebras" und der Traditionsverein aus Essen-Margaretenhöhe am Sonntag, 16. August, im "Finale" aufeinander treffen, wäre es die vierte Pokal-Begegnung zwischen dem 20-fachen und dem dreifachen Deutschen Meister. Alle bisherigen Partien im Pokal gewannen die Essener (siehe auch Gegnerstatistik TuSEM Essen im THW-Archiv), mit denen THW-Trainer Alfred Gislason und Co-Trainer Jörn-Uwe Lommel als Spieler vor 29 Jahren ihre erste Deutsche Meisterschaft feierten.

 

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