Förde-Gipfel am Mittwoch: Gegen Flensburg geht es um alles

DHB-Pokal
Montag, 14.12.2015 // 11:20 Uhr

Qualifikation für das "Rewe Final Four" oder Viertelfinal-Aus, Jubel oder Trauer, alles oder nichts: Am Mittwoch kann es beim Förde-Gipfel nur einen Sieger geben. Die Viertelfinal-Partie gegen die SG Flensburg-Handewitt ist der ultimative Pokal-Showdown zwischen dem Rekord-Pokalsieger aus Kiel und dem Titelverteidiger. Mehr Spannung geht nicht - es wird dramatisch und hoch emotional: Die Sparkassen-Arena ist mit 10.285 Fans ausverkauft und wird wieder einmal zum Derby-Hexenkessel. Sport1 überträgt den Klassiker ab 18.45 Uhr live in alle Wohnzimmer. 

Eine Entscheidung fällt auf jeden Fall

Hexenkessel: 10.285 Fans werden auch im 86. Derby für eine gigantische Stimmung sorgen

Spannender kann ein Derby kaum sein. Mit dem Viertelfinale im DHB-Pokal erlebt die seit Jahrzehnten andauernde Rivalität zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt am Mittwoch einen weiteren emotionalen Höhepunkt in ihrer dann 86 Spiele andauernden Geschichte. Wieder einmal ist es ein K.o.-Spiel: Nur der Sieger wird am 30. April und 1. Mai 2016 im "REWE Final Four" in Hamburg um den DHB-Pokal spielen. Fällt die Entscheidung nicht binnen 60 Minuten, muss sie in der Verlängerung (2x5 Minuten), spätestens aber im Siebenmeterwerfen fallen - es geht eben um alles oder nichts.

Bisher zwölf Pokal-Derbys

Beide Klubs kennen diese Situation zur Genüge. Allein im DHB-Pokal standen sich der Rekordpokalsieger THW Kiel und der aktuelle Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt bereits fünf Mal (2000, 2005, 2011, 2012 und 2013) im Finale gegenüber, vier dieser Endspiele gewannen die "Zebras", eines die SG. Von den bisher zwölf Pokal-Begegnungen siegten die Kieler in neun, dreimal hatten die Mannen von der dänischen Grenze die Nase vorn (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv). Zuletzt trafen beide Teams im Pokal am 14.4.2013 aufeinander: Mit einem 33:30-Erfolg holte sich der THW seinen neunten Titel (siehe Spielbericht im THW-Archiv), verpasste danach allerdings zwei Mal die Teilnahme am "REWE Final Four".

Arena ist ausverkauft

Der Run auf die Förde-Gipfel-Tickets war riesig: Die Sparkassen-Arena ist am Mittwoch mit 10.285 Fans ausverkauft. Rund 400 Anhänger werden aus Flensburg erwartet. Wegen der Taschen- und Personenkontrollen an den Eingängen sowie der aufgrund des Weihnachtsmarktes angespannten Parkplatz-Situation werden die Besucher um eine rechtzeitige Anreise zum Spiel gebeten. Die Halle öffnet wie gewohnt zwei Stunden vor Spielbeginn, an einem Aktionsstand im Foyer können sich THW-Fans Original-Hallenbodenstücke sichern. Für alle, die kein Ticket bekommen haben, übertragen Sport1 und das dänische Fernsehen die Partie ab 18.45 Uhr (Achtung, geänderte Anwurfzeit!) live. Schiedsrichter sind Lars Geipel und Marcus Helbig, sie pfeifen am Mittwoch bereits ihr 51. Spiel mit THW-Beteiligung. Auf geht's, Kiel! 

Kozina neu im Team

Kam aus Österreich: SG-Neuzugang Kresimir Kozina

Die SG Flensburg-Handewitt, deren Kader wir bereits im Vorbericht zum Supercup ausführlich vorgestellt hatten, spielt bislang eine starke Saison. In der DKB Handball-Bundesliga stehen die Flensburger auf Platz drei, dazu hielt man in der "VELUX EHF Champions League" sogar die hoch dotierten Franzosen von Paris St. Germain auf Distanz und überwintert auf Platz eins der stärksten Vorrunden-Gruppe alle Zeiten. Und das, obwohl auch die Flensburger mit Verletzungssorgen zu kämpfen haben: Sie müssen am Mittwoch auf Jim Gottfridsson (Mittelfußbruch)und Anders Zachariassen (Kreuzbandriss) verzichten. Bei Johan Jakobsson und Jacob Heinl entscheidet sich der Einsatz kurzfristig. Aufgrund der Not am Kreis wurde Kresimir Kozina während der Saison von Alpha HC Hard aus Österreich losgeeist. Der 25-jährige Kroate, 1,97 Meter groß und 103 Kilogramm schwer, soll für Entlastung von Henrik Toft Hansen sorgen.

Viertes Duell in dieser Saison

Im August gewann der THW gegen Flensburg den Super Cup

Das Pokal-Viertelfinale ist bereits das vierte Aufeinandertreffen beider Teams in dieser Spielzeit und das 86. Derby insgesamt. Bisher gewann der THW Kiel 53 dieser prestigeträchtigen Spiele gegen Flensburg, vier Mal trennten sich die beiden Mannschaften unentschieden, und 28 Mal siegte die SG. In diesem Jahr holten sich die Kieler im August mit einem 27:26-Erfolg gegen die SG den Super-Cup, Anfang September verloren die "Zebras" das Bundesliga-Spiel mit 25:30 in Flensburg, und im Oktober war in der Vorrunde der "VELUX EHF Champions League" erneut der THW obenauf: Mit 27:23 gewannen die Schwarz-Weißen die packende Partie, der am Mittwoch ein weiterer Kieler Sieg folgen soll.

Kiel ist heiß auf das Derby

Auch der THW hat vor dem Pokal-Fight mit Problemen zu kämpfen: Neben dem Langzeitverletzten Patrick Wiencek stellte sich Domagoj Duvnjak zuletzt beim Sieg in Leipzig mit einem Außenbandriss in den Dienst der Mannschaft, während Rune Dahmke verletzt passen musste. Angeschlagen ist weiterhin auch Christian Sprenger. Trotzdem sind die "Zebras" heiß auf das Derby: "Wir wollen den Pokal gewinnen, und dann müssen wir sowieso jeden schlagen", sagt Rune Dahmke. Und Dominik Klein, der zuletzt erstmals seit seinem Kreuzbandriss Ende März wieder über 60 Minuten eingesetzt wurde, freut sich ebenfalls auf Mittwoch: "Das Derby ist etwas ganz Besonderes. Das wird man schon beim Aufwärmen merken. Das Spiel wird hochemotional, und es geht um richtig viel: Wir wollen nach Hamburg!" Dafür, so Kapitän Rene Toft Hansen, brauche man wieder einen echten Hexenkessel: "Das wird ein richtig harter Kampf. Unsere Fans müssen uns von Beginn an helfen!"

KN: Das ewige Duell

Flensburg. Zwei Mannschaften, ein Ziel: das Final Four im DHB-Pokal in Hamburg am 30. April und 1. Mai. Am Mittwoch (18.45 Uhr) stehen sich der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt im Pokal-Viertelfinale in der Kieler Sparkassen-Arena gegenüber. Das ewige Duell: Am Ende schafft es nur einer unter die letzten Vier. "Das ist unser Ziel. Und auf dem Weg dorthin steht uns nur noch der THW Kiel im Weg", sagt SG-Coach Ljubomir Vranjes. "Wir freuen uns auf das Spiel. Das wird ein Riesen-Highlight."

Der 42-jährige Schwede wirkt am Montag tiefenentspannt. Beim Telefonat sitzt er im Auto von Flensburg nach Kolding, sagt: "Das ist so etwas Besonderes. Das letzte K.o.-Spiel in Kiel hatten wir 2007 - das verlorene Champions-League-Finale." Damals war THW-Geschäftsführer Thorsten Storm noch SG-Manager, Vranjes stand als Spieler für die SG auf dem Feld, erzielte im entscheidenden Rückspiel in Kiel drei Tore. Das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale im März 2015 (32:28 für Kiel) hat Vranjes offenbar verdrängt, das Hinspiel hatte der THW in Flensburg bereits mit 30:21 gewonnen.

Zum vierten Mal nach dem Supercup (27:26 für Kiel), Bundesliga (30:25 für die SG) und Königsklasse (27:23 für Kiel) treffen sich die ewigen Duellanten in dieser Saison. Eine Saison, an deren Anfang Vranjes sich verwundert zur Kieler Personalpolitik geäußert hatte. Mittlerweile hat der THW (Platz zwei/28:6 Punkte) die SG (3./27:7) in der Bundesliga-Tabelle wieder überholt. "Es überrascht mich nicht, dass der THW wieder so gut in die Spur gefunden hat", so Vranjes. "Eine große Überraschung ist für mich allerdings die Entwicklung von Christian Dissinger. Das war am Anfang der Saison nicht absehbar."

Bei der SG werden die drei Langzeitverletzten Jacob Heinl (Reha nach Rückenverletzung), Anders Zachariassen (Kreuzbandriss) und Jim Gottfridsson (Mittelfußbruch) in der Sparkassen-Arena fehlen. Zuletzt musste Vranjes auch auf Linkshänder Johan Jakobsson (Bauchmuskel-Zerrung) verzichten, so dass die Verantwortung im rechten Rückraum allein auf den Schultern von Holger Glandorf lastete.

Vranjes weiß in jedem Fall, wo er ansetzen muss: "Anders als bei unserer Niederlage im Oktober in Kiel müssen wir 60 Minuten lang gut spielen. Teilweise haben wir es da auch sehr gut gemacht, uns dann aber zu viele technische Fehler geleistet. Die können wir uns in Kiel einfach nicht erlauben. Besonders im Angriff können wir viel besser spielen." Kleinigkeiten, so Vranjes, werden entscheiden. "Und die wollen wir unbedingt auf unserer Seite haben."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 15.12.2015)

KN: Ostern, Weihnachten und Geburtstag

Kiel. Klingt nach Entzugserscheinungen: "Ich musste schon drei Derbys in dieser Saison ausfallen lassen." Oder: "Es wird Zeit für Emotionen: Das Spiel ist wie Ostern, Weihnachten und Geburtstag an einem Tag." Dominik Klein, Publikumsliebling des Handball-Rekordpokalsiegers THW Kiel, feiert heute seinen 32. Geburtstag. Genau an dem Tag, an dem im Viertelfinale des DHB-Pokals die "Mutter aller Handball-Derbys" in ihre 86. Runde geht: Die Zebras empfangen in der Sparkassen-Arena die SG Flensburg-Handewitt (18.45 Uhr/Sport 1).

Um 18.45 Uhr ertönt heute bereits zum vierten Mal in dieser Saison der Gongschlag zum Fight der Landesrivalen. Zweimal siegte der THW (Supercup, Champions League), einmal die SG (Bundesliga). Und auch im Pokal heißt es 9:3 für die Kieler. Zwölf Duelle, darunter waren auch fünf Final-Matches: 2000, 2011, 2012 und 2013 gewann der THW, nur 2005 hatte der aktuelle Pokalchampion die Nase vorn.

Statistik hin oder her, der ab heute 32-jährige Dominik Klein, der nach überstandenem Kreuzbandriss am vergangenen Sonntag in Leipzig 60 Minuten lang durchspielte, schaut nur auf diese Saison: "Unser primäres Ziel ist es, wieder das Final Four zu erreichen." Denn: "Zwei Jahre lang das Final Four nur von zu Hause aus anzuschauen, war nicht ganz so schön."

Eine Einschätzung, die THW-Trainer Alfred Gislason teilt: "Wir waren zwei Jahre nicht dabei, und jetzt wollen wir alle unbedingt nach Hamburg."

Hinter dem Einsatz von Linksaußen Rune Dahmke (Fuß, im Training umgeknickt) und Domagoj Duvnjak, der trotz Außenbandriss in Leipzig spielte, steht noch ein Fragezeichen. Trotzdem sei es, so Gislason, keine Frage: "Wir freuen uns sehr auf das Spiel."

Im Oktober, beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten in der Champions League, sah Gislason seine Mannschaft in der ersten Halbzeit „im Angriff überragend“. Einzig Kevin Möller im Flensburger Tor, dem SG-Coach Ljubomir Vranjes überraschend den Vorzug vor Mattias Andersson gegeben hatte, stand den Zebras im Weg. "Wir haben vor der Pause elf freie Bälle vergeben", erinnert sich Gislason.

Auch damals hatte der Isländer auf den verletzten Rune Dahmke verzichten müssen, der linksaußen von Dragos Oprea vertreten wurde. Mittlerweile ist jedoch Dominik Klein wieder im Vollbesitz seiner Ballkünste und Kräfte.

"Die taktische Finesse in den Derbys ist immer schön anzusehen", sagt der routinierte Ex-Nationalspieler. "Alle kennen sich gut, müssen sich immer wieder viel einfallen lassen. Man muss auf alles vorbereitet sein." So verblüffte Vranjes im Oktober in der Sparkassen-Arena nicht nur mit Möller im Tor, sondern bot statt Anders Eggert auch Hampus Wanne auf Linksaußen auf. Auf Seiten der Zebras avancierte auch Keeper Nikolas Katsigiannis mit starken Paraden zum Matchwinner. Nachdem Patrick Wiencek schon in der 13. Minute aufgrund eines Kreuzbandrisses vom Feld gehumpelt war, lief Joan Canellas nicht nur aufgrund seiner sieben Treffer zu Höchstform auf, sondern fand sich sogar in der Rolle des "Behelfskreisläufers" zurecht.

Kurios, mitreißend, raffiniert - das alles sind Zutaten, die das Handball-Nordderby immer wieder ausmachen. Oder wie Dominik Klein es ausdrückt: "Ein Sieg wäre ein schönes Geburtstagsgeschenk für mich und ein tolles Geschenk für die Mannschaft. Es ist das Derby - höher könnte die Motivation gar nicht sein."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 16.12.2015)

 

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