Nord-Derby im Pokal: THW empfängt Flensburg

DHB-Pokal
Sonntag, 01.11.2015 // 16:35 Uhr

Der THW Kiel empfängt im Viertelfinale des DHB-Pokals die SG Flensburg-Handewitt zum ultimativen Duell vor dem "Rewe Final Four" in Hamburg. Das ergab die Auslosung am Sonntagnachmittag im Rahmen des Bundesliga-Spiels der "Zebras" bei den Füchsen Berlin. Gespielt werden soll die Pokal-Partie voraussichtlich am Mittwoch, dem 16. Dezember.

Kretzschmar: "Absoluter Hammer"

Nun auch im DHB-Pokal Gegner des THW Kiel: die SG Flensburg-Handewitt.

"Das ist der absolute Hammer", kommentierte Stefan Kretzschmar das "Händchen" von Losfee Lena Schöneborn. Die Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf hatte schon vor dem Ziehen der ersten Kugel eine Vorahnung: Sie wünschte sich, dass niemand böse auf sie sein werde. Zumindest THW-Trainer Alfred Gislason dürfte das laut Kretzschmar nicht sein: Mit einem Augenzwinkern hatte der Kieler Coach Flensburg als Wunschlos genannt - wohl auch, weil die beiden Nordrivalen in diesem Jahr besonders häufig aufeinander treffen: Das Pokal-Viertelfinale ist bereits das vierte Aufeinandertreffen beider Teams in dieser Spielzeit und das 86. Derby insgesamt. Bisher gewann der THW Kiel 53 dieser prestigeträchtigen Spiele gegen Flensburg, vier Mal trennten sich die beiden Mannschaften unentschieden, und 28 Mal siegte die SG.

Viertes Derby in dieser Saison

In diesem Jahr holten sich die Kieler im August mit einem 27:26-Erfolg gegen die SG den Super-Cup, Anfang September verloren die "Zebras" das Bundesliga-Spiel mit 25:30 in Flensburg, und im Oktober war in der Vorrunde der "VELUX EHF Champions League" erneut der THW obenauf: Mit 27:23 gewannen die Schwarz-Weißen die packende Partie, der nun im Dezember eine vierte folgen wird, ehe nach der EM-Pause beide Mannschaften in der Bundesliga und in der Königsklasse erneut aufeinander treffen werden.

Storm: "Wir wollen wieder nach Hamburg"

"Ich habe es geahnt", kommentierte THW-Geschäftsführer Thorsten Storm die Auslosung mit einem Lächeln. "Wir spielen jetzt gegen den amtierenden Pokalsieger. Aber wir haben immer gesagt, dass wir wieder einmal nach Hamburg wollen. Dafür müssen wir jetzt eben Flensburg schlagen." Sein Gegenüber Dierk Schmäschke "bedankte" sich bei Lena Schöneborn - und konnte sich dabei ein Schmunzeln ebenfalls nicht verkneifen: "Schönen Gruß an Lena, wir sind nicht glücklich über das Los. Auswärts in Kiel spielen zu müssen, war nicht unser Traum. Aber da müssen wir jetzt durch. Aber wer in Hamburg dabei sein möchte, muss jetzt eben auch in Kiel gewinnen."

Alle Viertelfinal-Partien

Auch neben dem Nord-Derby hält das Viertelfinale im DHB-Pokal weitere Top-Begegnungen parat: Die Rhein-Neckar Löwen empfangen den Verfolger MT Melsungen, der SC Magdeburg bekommt es in eigener Halle mit den starken Süddeutschen von Frisch Auf Göppingen zu tun, und der Bergische HC empfängt den Zweitligisten GWD Minden um den ehemaligen Kieler Torwart Kim Sonne. Gespielt werden soll am 16. Dezember, weitere Informationen zum Spieltermin und zum Kartenvorverkauf werden in den kommenden Tagen bekannt gegeben.

KN: Kurze Schockstarre in Flensburg

Flensburg. "Auswärtssieg!", skandierten die Fans der SG Flensburg-Handewitt am Sonntag nach der Auslosung im DHB-Pokal. Es war die Reaktion auf das schwere Viertelfinale beim THW Kiel. Die knapp zwei Stunden zuvor mussten die 6300 Zuschauer in der ausverkauften Flens-Arena zittern, bis sich der drohende Auswärtssieg verflüchtigt hatte. Die SG kämpfte den Vorjahresvierten SC Magdeburg mit 33:30 (15:14) nieder. "Das war ein Top-Spiel, und in einem solchen geben Kleinigkeiten den Ausschlag", meinte SG-Coach Ljubomir Vranjes. "Zum Glück summierten sich die Kleinigkeiten auf unserer Seite."

Die gute Laune verzog sich, als in Berlin Lena Schöneborn, Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf, die Pokalpartie Kiel gegen Flensburg zog, live übertragen auf der Flensburger Videowand. "Das ist weder für uns noch für THW ein Traumlos", stöhnte SG-Manager Dierk Schmäschke. "Aber warum sollen wir nicht über den Umweg Kiel zum Final Four nach Hamburg kommen?" Nach einer kurzen Schockstarre erwachten die Fans und sangen: "Auswärtssieg!"

Nach dem Sieg bei den Füchsen reagierte THW-Trainer Alfred Gislason gelassen: "Ein leichterer Gegner wäre schon nicht schlecht gewesen. Aber einen Wunschgegner hatte ich nicht, nur ein Heimspiel als Wunsch. Jetzt bekommen wir eine volle Halle mit Derbystimmung, das ist doch auch super." Auch THW-Kapitän René Toft Hansen bezeichnete es vor dem erneuten Duell mit seinem Bruder als wichtig, ein Heimspiel zu haben, denn: "Wir wollen so gern wieder ins Final Four." Und während Geschäftsführer Thorsten Storm das Los als "Knaller" einordnete, gab sich Zebra-Linksaußen Rune Dahmke kämpferisch: "Das war ja klar! Aber wir wollen den Pokal gewinnen, und dann müssen wir sowieso jeden schlagen."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 02.11.2015)

 

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