Viertelfinal-Sieg: Der THW Kiel fährt zum Rewe Final Four!

DHB-Pokal
Mittwoch, 14.12.2016 // 20:30 Uhr

Der THW Kiel hat es geschafft: Mit einem 29:23 (14:14)-Erfolg beim Zweitligisten TSG Ludwigshafen-Friesenheim haben die "Zebras" zum ersten Mal seit 2013 wieder das Halbfinale im DHB-Pokal erreicht. Allerdings taten sich die Kieler gegen die leidenschaftlich kämpfenden Gastgeber eine Halbzeit lang mehr als schwer, lagen zwischenzeitlich mit drei Toren zurück. Nach dem Wechsel sorgten sie mit einem stärker werdenden Niklas Landin, einer aufmerksameren Deckung und dem konsequenten Angriffsspiel aber schnell für Klarheit. Bester Torschütze vor 2.350 Zuschauern in der ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle war Niclas Ekberg (8/1)

THW zum 15. Mal beim Final Four

Nach dem Schlusspfiff feierten die Fans die Gastgeber mit stehenden Ovationen - die Leistung bei der 23:29-Niederlage der "Eulen" gegen den THW war für sie der Höhepunkt der Saison. Für die "Zebras" war der Viertelfinal-Sieg bei der TSG Ludwigshafen-Friesenheim indes ein Grund zur Vorfreude, bedeutete er doch das Ende einer dreijährigen Hamburg-"Durststrecke" im DHB-Pokal: Zuletzt hatte sich der THW Kiel 2013 für das Finalturnier in der Hansestadt qualifiziert und damals seinen insgesamt neunten Titel im DHB-Pokal gefeiert. Jetzt steht ein kleines Jubiläum an, schaffte es der Rekord-Pokalsieger mit dem hart erkämpften Sieg in Ludwigshafen doch zum insgesamt 15. Mal zum "Rewe Final Four", das im kommenden Jahr am 8. und 9. April ausgetragen wird.

Gastgeber starten optimal

Schwerstarbeit vor vollbesetzten Rängen: In der ersten Halbzeit fanden die Gastgeber die Lücken in der THW-Abwehr

Mit dem Zug waren die "Zebras" nach Ludwigshafen gefahren - nicht mit an Bord waren Blazenko Lackovic und Steffen Weinhold, der nach seiner Verletzung im Magdeburg-Spiel am Dienstag operiert wurde. In der bis unter das Dach gefüllten Friedrich-Ebert-Halle brauchte der THW-Express dann auch 30 Minuten, um in Fahrt zu kommen. Zuvor hatten die Kieler eine Halbzeit erlebt, in der bei den Gastgebern nahezu alles funktionierte, was sie sich vorgenommen hatten. Sie fanden die Lücken in der nicht beweglich genug agierenden offensiven Kieler Deckung, nutzten die THW-Fehler im Angriff zu schnellen Gegenstoß-Toren und trafen auch vom Kreis oder aus dem Positionsspiel - für die beiden Kieler Keeper Andreas Wolff (bis zur 13. Minute) und Niklas Landin gab es kaum eine Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Die komplett in Rot gekleideten TSG-Fans verwandelten die kleine Halle in einen echten Hexenkessel, in dem der Zweitligist nach einer ausgeglichenen Anfangsphase beim 7:4 (15.) erstmals mit drei Toren führte.

Unentschieden zur Pause

Bei diesem Vorsprung blieb es lange, weil die Kieler nach Rune Dahmkes Kontertor zum 9:10 durch Gunnar Dietrich und den überragenden Alexander Feld erneut zwei schnelle Gegentreffer kassierten; weil nach Dahmkes 11:12 (25.) der starke Kai Dippe die komplette rechte Deckungsseite auswackelte und zum 14:11 für die TSG traf (27.). Gut, dass die Schwarz-Weißen, angefeuert von rund 50 Fans, noch vor der Pause die Müdigkeit aus bisher 28 Pflichtspielen in drei Wettbewerben aus den Beinen spielten: Lukas Nilsson traf aus dem Rückraum, Ekberg verwandelte einen Siebenmeter, und Vujin traf noch vor dem Wechsel zum Ausgleich. Trotzdem: Das 14:14 zur Pause bot auf Kieler Seite reichlich Optimierungspotenzial. 

Dissingers Premierentor, Firnhabers Debüt

Konzentriert nach dem Wechsel: Der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr

Auch, weil die Gastgeber nun ebenfalls Fehler machten. Und auch, weil die Linkshänder weiterhin trafen: Vujin fackelte den Ball zum 22:17 unter die Latte, Ekberg traf von Außen. Das 24:18 war dann ein besonderes Tor: Der in Ludwigshafen geborene Christian Dissinger erzielte an alter Wirkungsstätte nach seiner mehr als viermonatigen Leidenszeit sein erstes THW-Pflichtspieltor in der aktuellen Saison. Mit einem spektakulären Gegenstoß-Dreher und einem strammen Wurf von Außen zum 27:19 machte Ekberg fünf Minuten vor dem Ende endgültig alles klar. Und so durfte der 19-jährige Linkshänder Lucas Firnhaber, ansonsten für den Kooperationspartner TSV Altenholz in der dritten Liga auf Torejagd, noch sein Debüt im THW-Trikot feiern. Sein Premierentor verwehrte ihm allerdings TSG-Torhüter Kevin Klier, der den finalen Wurf des Youngsters abwehrte.

Ticketverkauf startet erst im Februar

In den weiteren Viertelfinal-Partien setzten sich der SC DHfK Leipzig (28:24 gegen die TSV Hannover-Burgdorf), die SG Flensburg-Handewitt (32:28 gegen die MT Melsungen) und die Rhein-Neckar Löwen (32:25 beim HBW Balingen-Weilstetten) durch. Die Auslosung der Halbfinal-Partien findet voraussichtlich am 13. Januar in Hamburg statt. Der freie Ticketverkauf für Fans des THW Kiel beginnt nicht vor Anfang Februar 2017, Reservierungen werden nicht entgegen genommen. Für die müden "Zebras", die nach dem Schlusspfiff nur verhalten jubelten, geht es nach der Partie in Ludwigshafen nicht nach Hause zurück: Sie werden sich in Leverkusen auf die Bundesliga-Begegnung am Sonnabend in Gummersbach vorbereiten. 2016 stehen nun noch die Pflichtspiele Nummer 29, 30 und 31 seit Ende August an: Weiter geht's, Kiel!

THW macht kurzen Prozess

Dieses riefen die "Zebras" dann aber schnell ab: Die Deckung, fortan mit dem trotz seiner starken Rückenprobleme auf die Zähne beißenden Christian Zeitz, kam wacher aus der Kabine. Und dahinter zeigte Landin den TSG-Angreifern nun die Zähne. Nilsson traf beim 15:14 zur ersten Kieler Führung, die Ekberg per Gegenstoß auf 16:14 ausbaute. Nach dem Anschluss der Gastgeber zeigte Landin Paraden in Serie, kassierten die Kieler insgesamt zehn Minuten keinen Gegentreffer mehr. Doch weil Klier einen Ekberg-Siebenmeter hielt, verpassten es die "Zebras" zunächst, davon zu ziehen. Das holten sie in Überzahl nach: Der starke Marko Vujin setzte sich im Eins-gegen-Eins zum 18:16 durch, und Landin traf quer über das Feld ins verwaiste TSG-Tor zum 19:16. Als Vujin per Strafwurf auf 20:16 erhöhte und Duvnjak in Unterzahl den Ball stiebitzte und Dahmke zum 21:16 einnetzte (44.), begannen sich die Mienen auf der Kieler Bank zu entspannen.

 

Mehr zum Thema

Der THW Kiel hat zum 16. Mal das "REWE Final Four" im DHB-Pokal erreicht. Im vorgezogenen Viertelfinal-Spiel besiegten die "Zebras" am Dienstagabend vor 6.404 Zuschauern die MT Melsungen deutlich mit 31:19 (19:8). Überschattet wurde die Begegnung von der schweren Verletzung von Melsungens Domagoj Pavlovic in der ersten Spielminute. Der Kroate wurde nach gut 20-minütiger Behandlung auf dem Feld mit...

27.11.2018

Drammen/Kiel. Nach einer frostigen Nacht in Norwegen traten die Zebras des THW Kiel am Montagmittag die Heimreise an. Im Gepäck: der 14. Pflichtspielsieg in Serie und die sichere Qualifikation für die Gruppenphase im EHF-Cup. Für Belohnungen blieb allerdings keine Zeit, denn schon am heutigen Dienstag wartet das nächste K.o.-Spiel - im Viertelfinale des DHB-Pokals gegen die MT Melsungen (19 Uhr,...

27.11.2018

Alles oder nichts, "Rewe Final Four" oder K.o.: Wenn der THW Kiel am Dienstag im DHB-Pokal auf die MT Melsungen trifft, werden beide Mannschaften sich über mindestens 60 Minuten einen erbitterten Kampf liefern. Denn es geht im Viertelfinale um nichts weniger als die Teilnahme am Finalturnier in der Hansestadt. "Das ist das größte Event im deutschen Handball", sagt Patrick Wiencek, "wir wollen...

26.11.2018

Nur noch ein Spiel bis Hamburg - und die "weiße Wand" aus Unterstützern der Kieler "Zebras" wächst: Seit Freitag läuft der Vorverkauf für das Viertelfinale im DHB-Pokal, dem letzten großen Schritt vor dem "REWE Final Four" in der Hansestadt auf Hochtouren. "Wir freuen uns auf einen weiteren großen Pokal-Abend mit unseren Fans in Kiel", sagt THW-Kapitän Domagoj Duvnjak vor dem Heimspiel gegen den...

30.10.2018

Nur noch ein Schritt bis Hamburg - aber ein großer: Im DHB-Pokal-Viertelfinale trifft der THW Kiel auf den starken Liga-Konkurrenten MT Melsungen (siehe Auslosungs-Bericht). Das alles-oder-nichts-Heimspiel in der Sparkassen-Arena wird am Dienstag, 27. November, um 19 Uhr angepfiffen. Tickets für den Pokal-Kracher gibt es ab Freitag, 26. Oktober (9 Uhr) an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im...

24.10.2018

Der THW Kiel trifft im Viertelfinale des DHB-Pokals auf die MT Melsungen. "Losfee" Dominik Klein bescherte den Kielern dabei ein Heimspiel in der Sparkassen-Arena. Die Begegnung wird im Dezember ausgetragen. "Es ist klasse, dass wir wieder die 'weiße Wand' im Rücken haben", sagte THW-Kapitän Domagoj Duvnjak. "Im Achtelfinale gegen Leipzig war die Atmosphäre fantastisch, im Viertelfinale können...

18.10.2018

Der THW Kiel ist mit einem deutlichen Erfolg gegen den Liga-Konkurrenten SC DHfK Leipzig in das Viertelfinale des DHB-Pokals eingezogen. Vor 6.033 Zuschauern, die ihre Mannschaft 60 Minuten lang großartig unterstützten, war bereits zur Pause eine Vorentscheidung gefallen. Dank einer starken Abwehr und eines überragenden Andreas Wolff, der 14 seiner insgesamt 19 Paraden im ersten Durchgang...

17.10.2018

Kiel/Leipzig. Erst zehn Tage ist es her, das letzte Duell zwischen dem THW Kiel und dem SC DHfK Leipzig, das die Kieler in Sachsen durch einen Treffer Domagoj Duvnjaks in letzter Sekunde für sich entschieden. Heute (19.30 Uhr, siehe THW-Vorbericht) treffen die beiden Konkurrenten aus der Handball-Bundesliga wieder aufeinander - allerdings unter anderen Vorzeichen.

17.10.2018