Klarer Sieg gegen TuSEM Essen: THW erreicht Erstrunden-Finale

DHB-Pokal
Samstag, 18.08.2018 // 16:40 Uhr

Der THW Kiel ist mit einem Sieg in die Saison 2018/2019 gestartet. Die Kieler waren ohne die an Schulterproblemen laborierenden Rückraumspieler Nikola Bilyk und Gisli Thorgeir Kristjansson zum Halbfinale des Erstrunden-Turniers im DHB-Pokal nach Göttingen gereist und setzten sich deutlich mit 39:23 (19:11) gegen den Zweitligisten TuSEM Essen durch. Damit steht der zehnfache DHB-Pokal-Sieger morgen im Finale um den Einzug ins Achtelfinale. Bester Werfer auf Seiten der Kieler war der Linksaußen Magnus Landin, der insgesamt acht Treffer erzielte, davon zwei vom Siebenmeterpunkt. 

Klasse THW-Unterstützung

Kein Durchkommen für Lucas Firnhaber gegen Domagoj Duvnjak

Das Duell der beiden Traditionsvereine begann mit einem Kompliment des Hallensprechers der mit 2250 Besuchern gut gefüllten Göttinger S-Arena, der die Lautstärke der mitgereisten Anhänger aus Kiel bestaunte. "Sonst hört man das Tröten nur im Fernsehen, heute haben wir sie hier live in Göttingen." Kiels Trainer Alfred Gislason freute sich ebenso über die schwarz-weiße Unterstützung und ließ den Handball-Nachmittag in der brütend heißen Arena mit Niclas Ekberg und Magnus Landin, Harald Reinkind, Domagoj Duvnjak, Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler im Abwehrinnenblock und Niklas Landin im Tor beginnen. Im Angriff tauschte Patrick Wiencek mit Lukas Nilsson. 

Zum ersten Mal das Brüderpaar auf der Platte

Für Magnus und Niklas Landin war es ein ganz besonderer Nachmittag. So war es nicht nur das erste Pflichtspiel von Magnus für den THW Kiel auch stand er erstmals gleichzeitig mit seinem großen Bruder Niklas im Trikot des THW Kiel auf dem Spielfeld – in den bisherigen Einsätzen in Schwarz und Weiß während der Saisonvorbereitung war jeweils nur einer der beiden Dänen zur Zeit in Aktion. Und auch für die Brüder Sebastian und Lucas Firnhaber war die Pokal-Begegnung eine ganz besondere für die Familienchronik - sie standen sich als Gegner gegenüber. Sebastian auf Kieler Seite, für Lucas war es das erste Spiel im TuSEM-Trikot - er wechselte vor der Saison vom TSV Altenholz nach Essen. 

Hellwach ab dem Anpfiff

Das erste Tor der Partie erzielten die Essener, in der sechsten Minute setzte sich dann aber der Kieler Lukas Nilsson kraftvoll gegen die rot-weiße Abwehr durch und wuchtete den Ball zum 2:2-Ausgleich ins Netz, Niclas Ekberg sorgte eine Minute darauf mit seinem Treffer zum 3:2 für die erste Kieler Führung, die sie nach dem 4:3 kurze Zeit später auch bis zum Ende nicht mehr abgaben. Nach zehn Minuten hatten sich die Zebras dank konzentrierter Arbeit in Angriff und Abwehr mit 7:3 abgesetzt. Die Kieler brachten die Führung zu keiner Zeit mehr in Gefahr und drückten trotz der tropischen Temperaturen in der engen Arena immer wieder aufs Gaspedal. Nach gut 17 Minuten versenkte Kiels Kapitän Domagoj Duvnjak einen Tempogegenstoß zum 13:6 und brachte seine Mannschaft damit mit sieben Toren in Führung. Zur Pause stand es bereits 19:11 - der schwarz-weiße Express rollte unaufhaltsam in Richtung des Finales der ersten Runde des DHB-Pokals!

Zebras haben alles im Griff

Alles im Griff: Magnus Landin und die Zebras gerieten nie in Bedrängnis

Der zweite Durchgang startete, wie der erste aufgehört hatte: Mit THW-Toren am Fließband. Der frisch ins Spiel gekommene Rechtsaußen Ole Rahmel traf doppelt, und nach weiteren Toren von Hendrik Pekeler und Magnus Landin, der von seinem Bruder mit einem Pass zum Tempogegenstoß auf die Reise geschickt wurde, nahm TuSEM-Trainer Jaron Siegwert eine Auszeit und verschaffte auch den Kielern eine willkommene Verschnaufpause. Doch änderte das nichts an der mittlerweile aussichtslosen Situation seiner Mannschaft, der THW Kiel ließ sich den ersten Sieg im ersten Pflichtspiel der noch jungen Saison nicht nehmen. 

Deutlicher Erfolg

In der 39. Minute erlöste der frisch nach Essen gewechselte Ex-Kieler Lucas Firnhaber sein Team von einer knapp sechs Minute andauernden Torflaute und netzte zum 13:25 aus Essener Sicht ein, im Gegenzug zeigte sich jedoch nur Sekunden später Kiels Miha Zarabec beim 26:13 erfolgreich und ließ den Vorsprung wieder auf 13 Tore anwachsen. Doch trotz der hohen Führung war noch nicht Schluss mit dem Kieler Torhunger. Neun Minuten vor dem Ende traf Sebastian Firnhaber vom Kreis zum 35:17, zum Schluss hieß es 39:23 für die Zebras, die damit den ersten Schritt auf dem Weg in die Runde des besten 16 Teams im DHB-Pokal gemacht haben.

Keine Fernsehbilder aus Göttingen

Das Erstrunden-Finale gegen den Zweitligisten TSV Bayer Dormagen, der am Sonnabendabend den Gastgeber Northeimer HC mit 36:25 bezwang, wird am Sonntag um 16 Uhr ausgetragen, Schiedsrichter sind Steven Heine und Sascha Standke. Livebilder gibt es aus der Göttinger Sparkassen-Arena nicht, kn-online.de bietet allerdings wieder einen Ticker an. Auch am Sonntag öffnet die Tageskasse um 14 Uhr. Die Wartezeit bis zum Anpfiff können sich THW-Fans mit einem Besuch am mobilen Fanshop des THW Kiel verkürzen, der auf dem Platz vor der Sparkassen-Arena vom Schlüsselanhänger bis zum Trikot alles anbietet, was das schwarz-weiße Herz begehrt. Nur der Sieger dieses "Finales" wird im Achtelfinale des nationalen Pokals starten dürfen. Weiter geht's in Göttingen, Kiel!

Text: Rika Finck / Fotos: Sascha Klahn​​​​​​​

Statistik, DHB-Pokal, 1. Runde: THW Kiel - TuSEM Essen: 39:23 (19:11)

THW Kiel: N. Landin (1.-60. Minute/14 Paraden), Wolff n.e. – Duvnjak 3, Reinkind, M. Landin 8/2, S. Firnhaber 2, Weinhold 1, Dissinger, Wiencek 1, Ekberg 6/2, Rahmel 4, Dahmke n.e., Zarabec 4, Vujin 4, Pekeler 3, Nilsson 3.

TuSEM Essen: Bliß (1.-30. Minute/7 Paraden), Borchert (ab 47./1), Mangold (31.-47./1) – Beyer 1, J. Ellwanger, Witzke, Akakpo 1, Szczesny 1, Müller 5, L. Firnhaber 3, Seidel, Klingler 2, Skroblien 5/3, Ingenpaß, Zechel 5.

Schiedsrichter: Heine/Standke (Wendeburg/Göttingen)
Strafminuten: THW 2 (Rahmel), TuSEM 2 (J. Ellwanger)
Siebenmeter: THW 4/4, TuSEM 3/2 (N. Landin pariert Beyer)
Spielfilm: 0:1, 3:3 (8.), 9:3 (12.), 11:5, 13:6 (17.), 15:10, 19:11 – 20:12, 25:12 (37.), 27:13, 30:17 (46.), 35:17, 37:19 (54.), 39:23
Zuschauer: 2250 in der S-Arena in Göttingen.
 

 

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