Deutlicher Sieg gegen Dormagen: THW im Achtelfinale

DHB-Pokal
Sonntag, 19.08.2018 // 17:57 Uhr

Der THW Kiel ist in das Achtelfinale des DHB-Pokals eingezogen: 24 Stunden nach dem deutlichen 39:23-Erfolg gegen Zweitligist TuSEM setzten sich die Zebras im "Finale" des Erstrundenturniers in Göttingen mit 44:27 (24:13) gegen den TSV Bayer Dormagen durch. Zum Sieg gegen den Zweitligisten steuerten in einem unglaublich temporeichen Spiel Hendrik Pekeler (7) und Niclas Ekberg (7/3) die meisten Treffer bei, Torhüter Andreas Wolff glänzte mit 15 Paraden und gleich drei gehaltenen Siebenmetern.

Tore am Fließband

Die Zebras starteten mit Niclas Ekberg, Steffen Weinhold, Hendrik Pekeler, Domagoj Duvnjak, Lukas Nilsson, Rune Dahmke sowie Torwart Andreas Wolff in die Partie und machten gegen Dormagen genau damit weiter, womit sie am Samstag im Halbfinale gegen TuSEM Essen aufgehört hatten: mit Toren am Fließband. Bereits nach 60 Sekunden führte der THW Kiel dank schneller Treffer von Lukas Nilsson und Hendrik Pekeler mit 2:0 - der Anfang zu einem wahren Torreigen. Zwar schaffte Dormagen es noch zwei Mal, bis auf ein Tor heranzukommen (1:2, 2. Minute; 2:3, 4. Minute), doch reichte das nicht aus, um die Zebras zu stoppen. 

Zebras nutzen Räume

Starker Auftritt: THW-Torhüter Andreas Wolff

In der 5. Minute verließ Kiels Kapitän Domagoj Duvnjak mit einer Zwei-Minuten-Strafe das Feld, seine Teamkollegen arbeiteten in der Abwehr aber trotz der Unterzahl konzentriert weiter und blieben ohne Gegentor. Beide Mannschaften schenkten sich in den ersten dreißig Minuten keinen Zentimeter und ließen sich mit vollem Körpereinsatz auf viele Zweikämpfe ein. Den Zebras gelang es jedoch häufiger, Räume in der gegnerischen Abwehr zu finden und kompromisslos zu nutzen. Lukas Nilsson machte es in der 10. Minute vor und zog die Gegner auf sich, um den Ball im letzten Moment noch zum völlig frei stehenden Duvnjak zu spielen, der sicher zum 7:4 einnetzte und nur wenig später Hendrik Pekeler am Kreis mit einem Zuckerpass bediente. Die offensive Abwehr vom TSV Bayer Dormagen kam den Kielern zu Gute, die durch schnelles Kreuzen zu mehr und mehr Torchancen kamen. 

Tempo, Tempo, Tempo

Spektakuläre Aktionen prägten das Spiel

In der 19. Minute gab es dann einen Schrecksekunde, als Christian Dissinger bei einer Abwehraktion wegrutschte und auf der Bank behandelt werden musste. Er konnte jedoch kurze Zeit später zurück aufs Feld. Trotz der erneut tropischen Temperaturen in der S-Arena waren die Zebras keineswegs mit angezogener Handbremse unterwegs und spulten ihr Tempo immer weiter nach oben, sodass sie nach einem Treffer vom Rechtsaußen Niclas Ekberg nach 20 Minuten mit 17:9 führten. Sechs Minuten später zeigte der Schwede den 1700 Zuschauern sein Wurfrepertoire vom Siebenmeterpunkt und lupfte den Ball frech zum 21:10 ins Tor. Auch Torwart Andreas Wolff zeigte sein Können und bediente Rune Dahmke beim Tempogegenstoß mit einem weiten Pass, den der Linksaußen spektakulär ins Tor drehte. Dann parierte Wolff drei Sekunden vor dem Pausenpfiff noch einen Dormagener Strafwurf und hielt damit den 24:13-Pausenstand fest.

Kieler Torhunger

Steffen Weinhold spielte zeitweise auf der Mitte und erzielte drei Tore

Zur zweiten Hälfte schickte Kiels Trainer Alfred Gislason mit Harald Reinkind und Ole Rahmel zwei frische Kräfte auf die Platte, die gemeinsam mit dem Rest der Zebraherde das Tempo hochhielten und hungrig auf Tore waren. In der 34. Minute drehte der Rechtsaußen Rahmel den Ball zum 27:14 in den gegnerischen Kasten, in der 43. Minute nahm Reinkind Anlauf und traf aus der Rückraummitte zum 32:19, drei Minuten später erhöhte er zum 35:22. Doch der Torhunger der Kieler war damit noch immer nicht gestillt. In der 47. Minute wuchtete Christian Dissinger aus dem Rückraum den Ball zum 36:22 ins Tor, kurze Zeit später fiel das 37:23 durch den Kreisläufer Sebastian Firnhaber. Dissinger und Firnhaber bildeten in der Schlussphase der Partie mit Harald Reinkind und Magnus Landin eine feste Abwehr-Einheit, die zwischen der 48. und der 55. Minute kein einziges Gegentor zuließ. 

Zauber-Handball

Patrick Wiencek und die Zebras stehen im Achtelfinale!

Kurz vor dem Ende fingen die Zebras dann auch noch das Zaubern an. Erst schickte der Regisseur Miha Zarabec den Linksaußen Magnus Landin zum erfolgreichen Kempa in den  gegnerischen Luftraum, dann bediente er Ole Rahmel auf Rechtsaußen mit einem ebenso passgenauen Ball, der zum 44:26 verwandelte. Auch am Ende dieses Durchgangs parierte Andreas Wolff einen Strafwurf, musste den Nachwurf jedoch passieren lassen, so dass es letztlich 44:27 stand. Mit diesem Sieg stehen die Kieler im Achtelfinale des DHB-Pokals - der Lohn für souverän gelöste Pflichtaufgaben am Erstrunden-Wochenende.

Text: Rika Finck / Fotos: Sascha Klahn
 

Stimmen zum Pokal-Wochenende

THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler: Erstmal sind wir zufrieden, dass wir beide Spiele ohne größere Probleme gewonnen haben. Ich glaube, unser Tempospiel war schon sehr ansehnlich, aber ich denke, dass wir uns in der Abwehr noch verbessern können. Da waren die Abläufe noch nicht hundertprozentig richtig.

THW-Trainer Alfred Gislason: Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft: Sie war in beiden Spielen sehr konzentriert, das ganze Team hat voll durchgezogen.

THW-Kapitän Domagoj Duvnjak: Ich bin sehr zufrieden, wir sind eine Runde weiter! Wir haben gut gespielt und beide Spiele deutlich gewonnen. Alles hat geklappt: Abwehr, Angriff, Torhüterleistung.

THW-Kreisläufer Sebastian Firnhaber: Wir haben zwei souveräne Siege gegen zwei gute Zweitligisten eingefahren, da kann man zufrieden sein. Das Duell gegen meinen Bruder war etwas Besonderes. Ich habe mich gefreut, ihn zu sehen, dass er gut gespielt hat, und dass wir gewonnen haben.

THW-Linksaußen Magnus Landin: Ich glaube, dass das ein gutes Wochenende war. Unsere Abwehr war in beiden Spielen gut, und auch unser Angriff läuft sehr gut. Das war nicht die erste Bundesliga, aber beide Gegner waren gute Mannschaften.

Statistik, DHB-Pokal, 1. Runde: THW Kiel - TSV Bayer Dormagen: 44:27 (24:13)

THW Kiel: Wolff (1.-60. Minute/15 Paraden), N. Landin n.e. – Duvnjak 2, Reinkind 5, M. Landin 2/1, S. Firnhaber 3, Weinhold 3, Dissinger 1, Wiencek 1, Ekberg 7/3, Rahmel 4, Dahmke 3, Zarabec, Vujin n.e., Pekeler 7, Nilsson 6.

TSV Bayer Dormagen: Rózsavölgyi (1.-12. Minute/2 Paraden), Broy (ab 39./4), Boieck (12.-39./4) – Reuland 3, Hartmann 1, Pyszora 4, Löfström 4, I. Hüter 3, Rebelo 5, Richter 2, P. Hüter 1, Jagieniak, Morante Maldonado 1, Wieling 3/1. 

Schiedsrichter: Heine/Standke (Wendeburg/Göttingen)
Strafminuten: THW 4 (Duvnjak, Dissinger) / TSV 2 (Jagieniak)
Siebenmeter: THW 5/4 (Dahmke scheitert an Broy) / TSV 4/1 (Wolff pariert Richter, Wieling, Hartmann)
Spielfilm: 2:0, 8:4 (10.), 12:5, 15:7 (18.), 20:9, 24:13 – 29:14 (36.), 29:17, 32:20 (45.), 36:22, 41:23 (55.), 44:27
Zuschauer: 1700 (S-Arena, Göttingen)

 

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