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KN: Die Belohnung gibt’s später

DHB-Pokal

KN: Die Belohnung gibt's später

Drammen/Kiel. Nach einer frostigen Nacht in Norwegen traten die Zebras des THW Kiel am Montagmittag die Heimreise an. Im Gepäck: der 14. Pflichtspielsieg in Serie und die sichere Qualifikation für die Gruppenphase im EHF-Cup. Für Belohnungen blieb allerdings keine Zeit, denn schon am heutigen Dienstag wartet das nächste K.o.-Spiel - im Viertelfinale des DHB-Pokals gegen die MT Melsungen (19 Uhr, Sparkassen-Arena, siehe THW-Vorbericht).

Alles oder nichts gegen Melsungen

Also schwang Cheftrainer Alfred Gislason unerbittlich sein Zepter: Nach dem Flug von Oslo nach Hamburg und dem anschließenden Transfer nach Kiel geht es für seine Schützlinge direkt aus dem Bus in die Trainingshalle. Abschlusstraining am Sandwich-Montag zwischen europäischen und deutschen Pokalherausforderungen. Bloß nicht die Rückkehr auf die Final-Four-Bühne in Hamburg gefährden, sich bloß nicht zu sicher fühlen nach dem überdeutlichen 37:20-Erfolg im Bundesliga-Hinspiel gegen die Hessen im September.

Zwei Titelverteidiger hat der Rekordpokalsieger in seinen Reihen: Hendrik Pekeler und Harald Reinkind, die in diesem Jahr mit den Rhein-Neckar Löwen den „Pott“ in die Höhe stemmen durften. Der THW selbst hat zuletzt 2017 den Pokal gewonnen. "Alles oder nichts! Diese Aufgabe wird deutlich härter als das Spiel in Drammen", sagte der Norweger Reinkind. "Ich weiß, wie cool es ist, beim Final Four in Hamburg dabei zu sein. Das ist etwas richtig Besonderes." Darum gibt’s die Belohnung eben auch erst später, nach getaner Arbeit. "Wir haben großen Respekt vor Melsungen, und die Trainer haben noch in Drammen mit der Vorbereitung angefangen", sagt Viktor Szilagyi, Sportlicher Leiter des THW.

Schnell bleibt man beim Blick nach Hessen an zwei Aspekten hängen. Erstens: Die MT hat zuletzt sechs Siege in Folge gefeiert. Zweitens: Mit Nationalspieler Julius Kühn (Kreuzbandriss), Timm Schneider (Sehnenreizung im Fuß) und Routinier Michael Müller (Mittelfußbruch) fehlt der Mannschaft von Trainer Heiko Grimm eine ganze Rückraum-Stammbesetzung. "Solche Ausfälle kann man eine Zeit lang kompensieren. Aber Spieler dieser Güte, vor allem der wurfstärkste Shooter der gesamten Liga, lassen sich nicht über volle sechs Monate ersetzen. Spieler, die jetzt mehr Einsatzzeiten bekommen, können sich freischwimmen", sagt Grimm darum. Aber THW-Coach Gislason warnt: "Wir dürfen nicht glauben, dass es aufgrund des hohen Sieges im Hinspiel automatisch im Pokal auch so gut läuft. Melsungen spielt auch ohne Kühn sehr diszipliniert, Pavlovic, Mikkelsen und sogar Lemke machen es im Angriff sehr gut." Der Däne Simon Birkefeldt vertritt Müller auf Halbrechts, sein Landsmann Lasse Mikkelsen - den Hüftprobleme plagen - zieht die Fäden, und plötzlich entfaltet sogar der aus der Nationalmannschaft als unüberwindbare Abwehrsäule, aber nicht gerade offensiv bekannte Finn Lemke seine ganze Angriffskraft.

Doch auch für THW-Kapitän Domagoj Duvnjak gibt es nur ein Ziel am Dienstag: "Wir wollen unbedingt nach Hamburg und das Final Four erreichen", sagt der Kroate. Dafür nahm er die Strapazen der Reisetag/Training-Kombination am Montag gern in Kauf. "Die Pause in Drammen war für mich sehr wichtig. Melsungen hat eine gute Serie hingelegt. Kühn ist zwar verletzt, aber die anderen beweisen, dass es auch ohne ihn geht."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 27.11.2018, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

Service: Noch Tickets erhältlich

"Das Viertelfinale wird ein richtiges Saison-Highlight", sagt Viktor Szilagyi, Sportlicher Leiter des THW Kiel. "Es ist für uns das dritte Spiel in sechs Tagen, und wir alle wollen nach Hamburg zum ,REWE Final Four'. Unsere Mannschaft braucht am Dienstag jeden THW-Fan und eine fantastische Kulisse, die uns in jeder Situation des Spiels hilft." Auch Domagoj Duvnjak freut sich auf das alles-oder-nichts-Spiel - und hofft ebenfalls auf die Unterstützung der "weißen Wand": "Wir und die Fans müssen Melsungen vom Eintreffen in der Arena bis zum Schlusspfiff zeigen, dass wir es sind, die nach Hamburg wollen. Die 'weiße Wand' kann uns helfen - und sie muss Druck auf den Gegner machen", fordert der Kapitän auch vollen Einsatz auf den Rängen. Für die Partie, die ausschließlich live in der Arena zu sehen sein wird, gibt es noch Eintrittskarten an allen bekannten Vorverkaufsstellen, bei den Kieler Nachrichten, bei CITTI, in den famila-Märkten und im Ticketcenter der Sparkassen-Arena, das am Spieltag bis zum Anpfiff um 19 Uhr geöffnet hat, sowie online unter www.thw-handball.de/tickets. Fans von 6 bis 16 Jahren und Studierende erhalten 5 Euro Rabatt auf ihr Ticket. Nach dem Spiel wird Viktor Szilagyi in der Fan-Arena zum Live-Interview erwartet.