Klaus-Hinrich Vater legt sein Aufsichtsratsmandat nieder

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Samstag, 27.09.2014 // 10:49 Uhr

Klaus-Hinrich Vater hat angekündigt, sein Aufsichtsratsmandat bei der THW Kiel Handball-Bundesliga GmbH & Co. KG am 9. Oktober 2014 anlässlich der Gesellschafterversammlung niederzulegen. "Ich habe meinen Aufsichtsratskollegen, den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses und natürlich den Mitarbeitern der Geschäftsstelle meine Entscheidung Anfang des Monats mitgeteilt", erklärt Vater, der seit Juli 2009 dem damals neu geschaffenen Aufsichtsgremium des Rekordmeisters vorsitzt.

"Die vergangenen fünf Jahre ehrenamtlicher Arbeit für den THW Kiel waren sehr intensiv und zumeist hoch emotional", sagt Klaus-Hinrich Vater. "Meine Aufsichtsratskollegen und ich haben in einer Phase, in der sich der THW Kiel in schwerem Fahrwasser befand, Verantwortung übernommen, ohne zu ahnen, wie viel Arbeit vor uns liegen würde. Zusammen mit dem engagierten Team der Geschäftsstelle ist es uns gelungen, dass Trainer und Mannschaft stets ungestört arbeiten und sportliche Erfolge in Serie feiern konnten. Das war der größte Lohn für unsere Arbeit. Ich bin sehr dankbar, dass ich mich beim besten Handballverein der Welt einbringen durfte. Es gibt viele unvergessliche Momente. Jetzt ist die wirtschaftliche Situation des Vereins auf eine solide Basis gestellt, wir haben einen erfolgreichen und erfahrenen Manager verpflichtet und ermöglicht, eine Mannschaft zusammenzustellen, die in der Lage ist, die Erfolgsserie in den nächsten Jahren fortzusetzen." Deshalb sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, um beim THW Kiel kürzer zu treten. "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Aber meine Familie und mein Unternehmen hatten oft das Nachsehen, sie haben es verdient, dass ich ihnen wieder mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen kann. Und natürlich bleibe ich dem THW eng verbunden."

Ein Nachfolger wird von den Gesellschaftern der THW Kiel GmbH & Co. KG gewählt. Die fünf Mitglieder des Aufsichtsrates bestimmen im Nachgang ihren neuen Vorsitzenden.

Kieler Nachrichten: Klaus-Hinrich Vater verlässt den Aufsichtsrat des THW Kiel

Kiel. Als Folge des Manipulationsskandals, der im März 2009 seinen Anfang nahm, modernisierte der THW Kiel seine Strukturen. Der Handball-Bundesligist wird seitdem von einem Aufsichtsrat geführt, dessen Vorsitzender Klaus-Hinrich Vater (49) ist. War. Am 9. Oktober wird er die Gesellschafterversammlung nutzen, um den Vorsitz offiziell abzugeben und aus dem Gremium zurückzutreten. Vater bestätigte entsprechende Informationen dieser Zeitung, nutzte die Gelegenheit aber, um der auf den ersten Blick brisanten Personalie die Dramatik zu nehmen. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, sagte der IT-Unternehmer, der für 340 Mitarbeiter verantwortlich ist. „Aber meine Familie und mein Unternehmen hatten oft das Nachsehen, sie haben es verdient, dass ich ihnen mehr Zeit widme.“

Vater, mit 56 von 56 Stimmen im März in geheimer Wahl als Präsident der IHK Kiel wiedergewählt, hat vier Kinder, die jüngsten sind drei bzw. fünf Jahre alt. Der Kieler sieht den „besten Handballverein der Welt“ mittlerweile wieder auf einer soliden wirtschaftlichen Basis. Die Bilanz des Geschäftsjahres 2013/14 soll nach Informationen dieser Zeitung eine positive sein, im Jahr zuvor hatte der THW noch ein Minus von rund 500 000 Euro erwirtschaftet. Zu seiner Entscheidung habe auch die Verpflichtung des „erfahrenen und erfolgreichen Managers“ Thorsten Storm (Vertrag ab Juli 2015) beigetragen, der seinen Dienst wahrscheinlich schon vor dem Jahreswechsel antreten wird. „Ich bin froh, dass er da ist“, sagte Vater. „Er wird dem THW helfen.“ Dem THW werde er als Fan und Förderer selbstverständlich erhalten bleiben, sagte Vater. „Meine Firma hat zehn Dauerkarten, und das wird auch so bleiben.“ Das neue Mitglied für den Aufsichtsrat, dem Reinhard Ziegenbein (Notar), Helmut Wünderlich (Grafik & Druck), Frank Dahmke (Kieler Volksbank) und Olaf Berner (Vorsitzender des THW e.V.) angehören, wird am 9. Oktober gewählt. Das Gremium bestimmt dann einen aus seinen Reihen zum Vorsitzenden. Kandidat Nummer eins dürfte Ziegenbein sein, der dann auch der Letzte ist, der im Juli 2009 angetreten war, einem Verein zu helfen, der das Finale der Champions League 2007 gegen Flensburg nur gewonnen haben soll, weil vorher die Schiedsrichter bestochen wurden. Die Beschuldigten, Ex-Manager Uwe Schwenker und Ex-Trainer Noka Serdarusic, wurden freigesprochen, doch allein der Verdacht schuf ein Klima, in dem die neuen Verantwortlichen jahrelang unter einem extremen Druck standen. Vater gelang es, den THW durch dieses schwere Fahrwasser zu führen.

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 27.09.2014)

 

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