KN: Duvjnak-Express nimmt Fahrt auf

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Mittwoch, 26.11.2014 // 13:00 Uhr

Kiel. Am Montagabend hat Domagoj Duvnjak noch einiges lernen können – über den THW Kiel, dessen Philosophie und die Verbundenheit zwischen Verein und seinen Spielern. Eines aber musste der 26-jährige Kroate bei der Präsentation des Buches „Die Zebras“ nicht mehr lernen: die Begeisterung für den deutschen Rekordmeister. Mit der ist der Welthandballer 2013 aufgewachsen, und die hat ihn im Sommer nach Kiel gebracht. Heute im Champions-League-Duell gegen RK Zagreb (18.30 Uhr in der Sparkassen-Arena, live auf Sky) will er nun seinen Landsleuten beweisen, dass er beim THW angekommen ist.

Im Hinspiel in Zagreb vor zwei Monaten hat Domagoj Duvnjak seinen Nationalmannschaftskollegen und Ex-Mitspielern noch nicht zeigen können, was in der THW-Mannschaft steckt. Mit 25:27 verloren die Kieler bei RK, dessen Trikot Duvnjak bis 2009 trug, bevor er in die Bundesliga zum HSV Hamburg wechselte. „Ich war besonders hoch motiviert, vielleicht zu sehr. 40 Minuten haben wir auch ganz gut gespielt, hatten dann aber eine schlechte Phase. Ich hoffe, dass wir nun zeigen können, dass wir eine bessere Mannschaft sind. Damals waren wir noch nicht eingespielt“, sagt „Dule“.

Jetzt scheint der THW-Express in der richtigen Schiene zu sitzen, und Duvnjak fährt das Tempo voll mit. „Zuhause habe ich mich in Kiel schon nach einem Monat gefühlt. Beim THW sind wir tatsächlich eine richtige Familie. Aber im Spiel brauchten wir etwas Zeit. Es dauert eben, bis man die Spielzüge eingeübt hat. Aktuell haben wir eine tolle Serie und das trotz des harten Rhythmus mit einem Spiel jeden dritten Tag. Das Tempo ist unglaublich.“ Die Atmosphäre in der Kieler Arena sorgt dafür, dass die Spieler ihre Kraftreserven mobilisieren können. „Ich bin ja schon vorher als Gegner mehrmals hier eingelaufen, und es war immer etwas Besonderes. Jetzt aber zu wissen, dass die Fans hinter einem selbst stehen, ist noch einmal ein ganz anderes Gefühl. Am Sonnabend gegen Paris war es großartig. Die ganze Halle war heiß, und ich hatte eine Gänsehaut von der ersten bis zur 60. Minute“, sagt Duvnjak, der schon als Kind ein THW-Fan war. „Das ist kein Spruch. Meine ganze Familie ist handballverrückt, mein Vater ist Trainer. Und wir haben im Fernsehen den THW gesehen. Ich habe Spieler wie Magnus Wislander, Staffan Olsson oder Stefan Lövgren bewundert. Ich bin sehr stolz, jetzt hier zu spielen. Das ist für jeden Spieler eine große Ehre, denn der THW ist ja nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt bekannt.“

Nach dem Handball-Start – mit sieben Jahren hat Duvnjak begonnen – in seinem Geburtsort Dakovo kam der 1,98-Meter-Riese über Zagreb (2006 bis 2009) nach Hamburg. „Ich wollte unbedingt in die Bundesliga, und es waren wunderschöne fünf Jahre in Hamburg. Ich bin dorthin handballerisch als Kind gekommen und zum Erwachsenen geworden. Dem HSV bin ich sehr dankbar, und ich bin glücklich, dass ich mit ihm alles gewonnen habe – die deutsche Meisterschaft, den DHB-Pokal und die Champions League.“

Jetzt aber schlägt Duvnjaks Herz im schwarz-weißen Takt. Mit der Anfrage des THW, im Sommer dieses Jahres nach Kiel zu wechseln, erfüllte sich ein Traum: „Ich hatte viele Angebote aus ganz Europa, aber ich wollte unbedingt hierher.“ Sein Fokus liege voll auf dem THW, und er hoffe lange hier bleiben zu können, sagt Duvnjak. Sportlich möchte er mit dem Verein viele Erfolge feiern, in allen Wettbewerben oben mitspielen: „Das erste Ziel ist die deutsche Meisterschaft, aber wir wollen natürlich auch in die Endrunden der Champions League und des Pokals nach Köln und Hamburg.“

Doch allzu weit nach vorn blicken, will Duvnjak nicht. Das hat er am Montagabend gelernt: „Wir denken nur von Spiel zu Spiel. Und die nächste Aufgabe ist gegen Zagreb. Da wollen wir unbedingt gewinnen.“

(von Ralf Abratis, aus den Kieler Nachrichten vom 26.11.2014)

 

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