KN: Thorsten Storm hat viel vor

Weitere
Dienstag, 04.11.2014 // 13:00 Uhr

Kiel. Storm-Zeit in Kiel, Teil drei. Als Rechtsaußen des THW verhielt er sich in der Saison 1989/90 sehr unauffällig, als Marketingmann erfand er unter anderem das Maskottchen Hein Daddel – nun kehrt Thorsten Storm nach einer zwölfjährigen Rundreise via Flensburg und Mannheim als Manager zum Rekordmeister zurück. Der 50-Jährige betrat gestern erstmals in neuer Funktion die Geschäftsstelle.

Storm hat sich viel vorgenommen, der November hat kaum begonnen, doch in seinem Kalender stehen bereits 60 Termine. Es ist absehbar, dass es dabei nicht bleiben wird. Im Marketing und bei der Sponsorenpflege hat Fußball-Drittligist Holstein Kiel den Handballern mittlerweile den Rang abgelaufen. Treibende Kraft ist dabei Störche-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke, dem Storm schon einen ersten Fehdehandschuh hingeworfen hat. Wenn er durch Kiel fahre, sehe er dort sehr viel Holstein Kiel, sagte Storm (KN vom Sonnabend). Doch für ihn sei diese Stadt „natürlich THW-Land“.

Eine große Hürde scheint der Nordfriese bereits erfolgreich genommen zu haben. Die Fans, die bei der Verkündung seiner fünfjährigen Amtszeit noch Sturm gelaufen waren, haben sich offensichtlich beruhigt. So verlief auch die Geburtstagsfeier des Fanklubs „Schwarz-Weiß“ am vergangenen Freitag harmonisch und friedlich. Der Vorsitzende Frank Henke hatte neben Schwenke und Ex-Manager Klaus Elwardt auch Storm zur 35-Jahr-Feier in „Gary’s Tanztreff“ eingeladen. Pfiffe, so Henke, hätte es von keinem der rund 140 Gäste gegeben. Der ältere der beiden Fanklubs hatte bereits im Rahmen seiner Jahreshauptsammlung Anfang September „sehr kontrovers“ (Henke) darüber diskutiert, wie sie als „Schwarz-Weiße“ mit Storm umgehen wollen. Konsens, so Henke, sei gewesen, gemeinsam nach vorne zu schauen.

Nur ein Mitglied hätte den 250 Personen umfassenden Fanklub mit der Begründung verlassen, nicht mehr weiter einen Verein unterstützen zu wollen, dessen Manager Thorsten Storm ist. „Wir haben damals beschlossen, dass es von uns keine offiziellen Reaktionen gegen ihn geben wird“, sagt Henke, der für seinen Fanklub ausschließt, dass Storm im morgigen Heimspiel gegen den SC Magdeburg (19 Uhr/Sport1) unfreundlich empfangen wird.

Neben der Verbesserung der Sponsorenpflege will Storm den THW auch wieder in ein nationales Sprachrohr für die darbende Sportart Handball verwandeln. Eine Rolle, die das deutsche Aushängeschild nach dem Schwenker-Rücktritt vor mehr als fünf Jahren weitgehend aufgegeben hatte. Zudem will er sich darum bemühen, den „familiären Charakter“ zu wahren. Grundsätzlich sei zu erkennen, dass dieser durch die Terminhatz und die zunehmende Professionalisierung des Sports bei allen Bundesligisten gelitten habe. „Das gilt auch für einen Traditionsverein wie den THW“, sagt Storm. „Daran müssen wir alle gemeinsam arbeiten, auch Familie ist tägliche Arbeit.“ Als Indiz für eine zunehmende Entfremdung wertete Henke, dass bei der Geburtstagsfeier kein einziger Spieler aufgetaucht war. „Das passt ins Bild und hat uns hart getroffen.“

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 04.11.2014)

 

Mehr zum Thema

Hannover/Kiel. Der erlösende Anruf für Christian Prokop kam am Montagnachmittag um kurz nach drei. Trotz des desolaten EM-Auftritts in Kroatien und interner Verwerfungen bleibt der Bundestrainer im Amt und soll die deutschen Handballer bei der Heim-WM 2019 zu einer Medaille führen. "Er war sehr erfreut über die Entscheidung", berichtete DHB-Sportvorstand Axel Kromer über das Telefonat mit Prokop....

20.02.2018

Kiel/Hannover. Heute entscheidet die Spitze des Deutschen Handballbundes (DHB) in einem Hannoveraner Flughafenhotel über die Zukunft von Bundestrainer Christian Prokop. Im Mittelpunkt des Handball-Gipfels steht das Ergebnis der Analyse des desaströsen EM-Abschneidens, die Sportvorstand Axel Kromer nach Informationen unserer Zeitung mittags dem zehnköpfigen DHB-Präsidium vorstellen wird. Alles...

19.02.2018

Der THW Kiel hat mit Christian Zeitz im Sommer 2016 eine schriftliche Vereinbarung über den Abschluss eines bis zum 30.06.2018 befristeten Spielervertrages geschlossen. Dieser zweijährigen Befristung entsprechend, haben der THW Kiel und Christian Zeitz gemeinsam das Spielrecht bis zum 30.06.2018 beantragt. Die Eingehung von befristeten Vertragsbeziehungen ist im Profisport üblich.

16.02.2018

Kiel. Lucas Firnhaber wird den THW Kiel am Saisonende verlassen und zum Zweitligisten TuSEM Essen wechseln. Der 20-jährige Rückraum-Linkshänder unterschrieb dort einen Vertrag bis 2020, das teilte der Revierklub am Donnerstag mit.

16.02.2018

Kiel. So ein paar Kilo im Arm - da strahlt Patrick Wiencek. Seit ein paar Tagen kann der 28-Jährige den kleinen Paul (geboren am 30. Januar) an sein Herz drücken. Und jetzt kommt auch noch die "Sportler des Jahres"-Trophäe hinzu. Da kommt der Abwehrchef des Handball-Rekordmeisters THW Kiel aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus: "Das ist eine Riesen-Ehre."

13.02.2018

Patrick Wiencek ist Kiels "Sportler des Jahres 2017"! Zum ersten Mal überhaupt wurde der Kieler Kreisläufer bei der prestigeträchtigen Abstimmung der Kieler Nachrichten zum beliebtesten Sportler der Landeshauptstadt gewählt. Mit 4318 Punkten setzte sich der 28-Jährige klar gegen seinen Teamkollegen Domagoj Duvnjak (3535) durch. Beide setzten damit eine Tradition fort: Zum 14. Mal in Folge gewann...

12.02.2018

Große Ehre für Domagoj Duvnjak: Der Kieler Spielmacher wurde von der Internationalen Handballföderation (IHF) für die Wahl zum "Welthandballer des Jahres 2017" nominiert. Bis zum 20. Februar haben Fans die Gelegenheit, ihre Stimme für "Dule" online auf der Seite der IHF abzugeben! Für Duvnjak ist es die ingesamt fünfte Nominierung in Folge, 2013 hatte der kroatische Nationalspieler den...

06.02.2018

Kiel. Die Nachwirkungen der Europameisterschaft beim deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel sind schlimmer als erwartet. Herrschte zu Wochenbeginn noch Vorfreude bei Trainer Alfred Gislason auf den Punktspielstart ins Jahr 2018, stellte sich jetzt heraus, dass Kapitän Domagoj Duvnjak für weitere zwei Wochen ausfällt. Die Zebra-Verantwortlichen üben darum scharfe Kritik am kroatischen Verband.

04.02.2018