Unglaubliche Momente: Das THW-Jahr 2014!

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Sonntag, 28.12.2014 // 00:12 Uhr

Titel, Tore und ein Team: Aus Sicht der "Zebras" bot das Jahr 2014 eine Menge Gesprächsstoff. Dinge, an die man sich nicht so gern erinnert. Wie zum Beispiel das Finale in Köln. Oder eben Tage, die beim Zurückblicken immer wieder Gänsehaut verursachen. Wie dieser legendäre 24. Mai 2014 mit eben dieser unfassbaren Meisterschaft. Den "ZEBRA-Jahresrückblick" widmen wir einer Mannschaft, die im vergangenen Jahr wenige Tiefen und viele Höhen erlebt hat. Einer Mannschaft, die den besten Fans der Welt viel Freude bereitet hat. Einer Mannschaft, die Kiel ins Herz geschlossen hat. 

Der Moment des Jahres: Meister!

Am 24. Mai um 17.34 Uhr beendet der Berliner Jesper Nielsen mit seinem Tor zum 23:37-Endstand alle Meisterschaftsträume des THW Kiel. Zumindest glauben das die "Zebras", die nach dem Schlusspfiff der Aufholjagd enttäuscht zu Boden sinken. Ungewissheit. Die Handynetze in der Sparkassen-Arena? Zusammengebrochen. Informationen vom Parallel-Spiel der Löwen in Gummersbach? Minuten alt. Um 17.36 Uhr aber sickert die Nachricht langsam durch: Es hat gereicht! Nach 34 Spielen entscheidet die Winzigkeit von zwei Toren die deutsche Meisterschaft zugunsten der Kieler. Unbeschreibliche Szenen spielen sich danach ab. Wild umherlaufende "Zebras", die gar nicht mehr wissen, wohin mit ihrer Freude. Ein Jubelsturm, der wohl auch noch in Gummersbach zu hören gewesen sein wird. Sprachlose THWer vor Mikrofonen. Jubel-Tränen bei Fans und Spielern. Dieser 24. Mai 2014 wird jedem Kieler im Gedächtnis bleiben… Gänsehaut und Adrenalin. Pur.

Schwarz und Weiß

Rund 600 THW-Fans begleiten ihre Mannschaft im Februar zum vorentscheidenden Königsklassen-Gruppenspiel in die dänische Hauptstadt Kopenhagen und beweisen nicht nur bei diesem Spiel, dass sich die "Zebras" auf ihre Anhänger immer verlassen können. Im Saisonendspurt unterstützen hunderte Schwarz-Weiße Filip Jicha & Co. auf ihren Auswärtstouren und verwandeln fremdes Terrain in heimische Gefilde. Zu Hause erlebt die Sparkassen-Arena eine Renaissance als stimmungsvolle Festung, die den THW Kiel nicht nur zur deutschen Meisterschaft, sondern auch ins "Final Four" der Königsklasse treibt. Köln erlebt erneut eine schwarz-weiße Völkerwanderung. Die besten Fans der Welt reisen zu tausenden mit ihrer Mannschaft in die Domstadt. Beeindruckend!

Lauges Leiden

Der März beginnt mit einer schlimmen Meldung: In Melsungen verlieren die Kieler nicht nur beide Punkte, sondern auch ihren Mittelmann Rasmus Lauge. Zum zweiten Mal binnen weniger Monate verletzt sich der Däne, erst zu Saisonbeginn zu den "Zebras" gewechselt, schwer am Knie. Doch dem Entsetzen über das neuerliche Unglück folgt der Kampfeswille des Rückraumspielers: Monatelang arbeitet Rasmus Lauge in der Reha, im Fitnessstudio und in der Trainingshalle an seiner Rückkehr. Selbst im Urlaub sind die Trainingsgeräte sein ständiger Begleiter. Der Lohn für die Qualen: Anfang November feiert Lauge im Heimspiel gegen Magdeburg sein Comeback – gefeiert von den THW-Fans. Rasmus Lauges Lächeln kehrt zurück: "Dafür habe ich acht Monate gearbeitet. Ein schöner Moment." 

Sport im Bann der Politik

Achtelfinal-Auslosung in der "VELUX EHF Champions League": Der THW Kiel trifft auf den ukrainischen Meister HC Motor Zaporozhye. Eine sportlich lösbare Aufgabe. Doch der Sport tritt in den Tagen nach der Auslosung in den Hintergrund. Die politische Lage in der Ukraine ist angespannt, vor allem der Osten stürzt ins Chaos. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in diesen Landesteil. Doch dort, genauer in Charkow, sollen die "Zebras" das Hinspiel austragen. Aus Angst um die Sicherheit von Mannschaft und Offiziellen werden Botschaften kontaktiert, tagelang glühen die Telefondrähte zwischen Kiel, Zaporozhye, Berlin und dem EHF-Standort Wien, bis eine Entscheidung fällt: Das Hinspiel wird auf neutralem Grund ausgetragen. Statt in das Krisengebiet reisen die "Zebras" ins ungarische Györ und können sich endlich wieder mit Handball beschäftigen. Das Ergebnis: 31:28. 

Chancenlos in Mannheim

Als Tabellenführer geht es für die Kieler zum Spitzenspiel zu den Rhein-Neckar Löwen. Nach 60 chancenlosen Minuten reisen sie mit einem uneinholbar scheinenden Rückstand von 23 Treffern wieder ab. Zeitweise führen die Löwen mit acht Treffern, ehe sie in der Schlussphase die Zügel schleifen lassen und das einseitige Duell "nur" mit 29:26 gewinnen. Noch in der Kabine kommt es bei den "Zebras" zum Schwur: Sie wollen die Löwen jagen. In jedem Spiel Vollgas geben. Das Unmögliche möglich machen … 

Die Aufholjagd beginnt

Vier Treffer in den letzten drei Minuten: Die "Zebras" zeigen im Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf Zähne. Aus dem 16:12 zur Pause entsteht ein 37:20-Kantersieg. Die Sparkassen-Arena wird nach anfänglicher Zurückhaltung zum Tollhaus. Aufgeben gilt nicht - die Aufholjagd beginnt. Doch die Löwen kontern unerbittlich. Auch nach dem nächsten Kieler Erfolg. Beim 46:24-Rekordsieg beim TBV Lemgo verletzt sich Filip Jicha am Sprunggelenk. Doch bei dieser irren Meisterschaftsentscheidung kennt der Kapitän keinen Schmerz: Sieben Tage nach seinem Außenbandanriss führt er den THW Kiel zum 33:25-Derbysieg gegen Flensburg.

Großer Andrang im Tierheim

"Die 'Zebras' sind los": Unter diesem Motto wirbt das Kieler Tierheim Uhlenkrog für den 1. Mai. Und tatsächlich stellt sich die komplette "Zebraherde" einmal mehr in den Dienst der guten Sache. Sie engagiert sich dieses Mal für die alten, kranken und ausgesetzten Tiere, die im Tierheim auf Vermittlung warten. Der Benefiztag zugunsten der Einrichtung, die zu einem Großteil aus Spenden finanziert wird, ist ein voller Erfolg: Mehr als 2.000 Besucher erkunden das Gelände, üben sich im Siebenmeterwerfen gegen die THW-Torhüter, kaufen Lose für die Tombola, genießen das gute Wetter bei einem Schnack mit ihrem THW-Lieblingsspieler und reihen sich geduldig in die Schlange derjenigen ein, die die einmalige Chance nutzen und Autogramme aller "Zebras" in einem Rutsch ergattern wollen. Auch das Tierheim freut sich: Mehr als 15.000 Euro Spenden werden allein am Benefiztag eingenommen. Ein starkes Zeichen der Verbundenheit.

Unfassbar!

Ein Adjektiv wird zum geflügelten Wort. Das, was am 24. Mai passiert, ist eigentlich schwer in Buchstaben zu fassen. Die knappste Meisterschaftsentscheidung aller Zeiten, das Hin und Her am letzten Spieltag, die Emotionen in der Arena, die "Ersatzschale", weil das Original erst in der Nacht per Kurier von Gummersbach nach Kiel gebracht wird, die "Fan-Party" auf dem Rathausplatz, die urplötzlich doch wieder zur Meisterfeier wird. Rund 15.000 feiern den 19. Titel überschwänglich mit den müden "Zebras", die auch Stunden nach dem "Finale furioso" noch nicht begreifen, was da geschehen ist. Einfach Unfassbar!

Torschützenkönig

Im Meisterschaftstrubel strahlt einer besonders: Marko Vujin. Er - ganz Optimist - hatte den Journalisten immer wieder vorgerechnet, wie der THW Kiel trotz des Rückstandes auf die Löwen noch Meister werden könne. Seine Vorhersagen werden Realität - und "ganz nebenbei" sichert sich der Linkshänder seinen ganz eigenen, persönlichen Eintrag in die Geschichtsbücher. Der strahlende Marko Vujin bekommt neben der Meisterschaftsmedaille an diesem historischen Abend eine zweite Trophäe: Mit 248 Treffern wird er Torschützenkönig der DKB Handball-Bundesliga, der erste Liga-Torprimus im THW-Trikot seit Predag Timko in der Saison 1979/1980. 

Akku leer

Eine Woche nach der Meisterschaft geht es für die dezimierte "Zebraherde" zum Champions-League-Finalturnier nach Köln: Gegen die hochgerüstete ungarische Top-Mannschaft MKB Veszprem werfen die müden Kieler im Halbfinale noch einmal alles in die Waagschale, lassen sich von den tausenden mitgereisten Schwarz-Weißen zum 29:26-Sieg pushen. Tags darauf sind die Akkus dann aber komplett leer: Nach einem furiosen Start werden die Beine der "Zebras" zusehends schwerer. Am Ende müssen die Kieler dem Landesrivalen aus Flensburg zum Sieg in der Königsklasse gratulieren. 

Qualen in der Vorbereitung

Hochsommer in Kiel: Als sich die "Zebras" nach einem um drei "Meistertage" verlängerten Urlaub wiedertreffen, schickt der Wettergott pünktlich zum Laufprogramm die heißesten Temperaturen. Die THW-Handballer schwitzen und ackern für eine erfolgreiche Saison – im Fitnessstudio, auf der Laufbahn und im Trainingslager in der Altmark. Grundlagen schaffen für eine lange Spielzeit. "So viel gelaufen bin ich noch nie in meiner Karriere", sagt Domagoj Duvnjak – und spricht dabei den "Alteingesessenen" und den Neuzugängen aus der Seele. 

Abschied

Das Ende einer Saison ist auch die Zeit der Abschiede: Gudjon Valur Sigurdsson zieht es nach Barcelona - mit den ersten drei deutschen Titeln seiner langen Karriere im Gepäck. Dem Isländer folgt im August Wael Jallouz nach. Besonders emotional wird der Abschied von Christian Zeitz: Nach elf Jahren an der Förde zieht es den erfolgreichsten deutschen Handballer an den Balaton zu MKB Veszprem. In der ausverkauften Sparkassen-Arena werden die Taschentücher gezückt, als sich "Zeitzi" zum letzten Mal das THW-Trikot anzieht und im vierten Rang sein Konterfei enthüllt wird.

Titel

Die neue Spielzeit beginnt für die neuformierte "Zebraherde" mit einem Triumph: In der Stuttgarter Porsche-Arena besiegt der Meister THW Kiel den Pokalsieger Füchse Berlin mit 24:18. Der Lohn: Im ersten Pflichtspiel der Saison holen die Kieler den ersten Titel. Einen, den besonders Rune Dahmke und Joan Cañellas feiern: Der Supercup ist der erste deutsche Pokal, den sie in den Händen halten. Vielleicht auch deshalb erfüllt Dahmke seine Sonderaufgabe als Mannschaftsjüngster mit Bravour: Der Linksaußen passt auf den Pokal auf, bringt ihn nach Kiel und liefert ihn wohlbehalten in der THW-Geschäftsstelle ab… 

Neuer Eintrag

Seit 20 Jahren ist der THW Kiel auf der Jagd nach Titeln und Rekorden. Auf einen Eintrag in die Bundesliga-Geschichtsbücher hätte man an der Förde aber bestimmt gerne verzichtet. Denn der Start in die neue Saison der DKB Handball-Bundesliga misslingt: Durch die Sechs-Tore-Auftaktniederlage beim TBV Lemgo ziert der THW Kiel als erste Mannschaft überhaupt den 19. Tabellenplatz in der "stärksten Liga der Welt". Mit dem Derbysieg gegen Flensburg am zweiten Spieltag wird dies korrigiert - aber dennoch gestalten sich die ersten Wochen des "neuen" THW Kiel holprig. 

Zebra-Geschichte

Mit einer öffentlichen Signierstunde und einer Buchpräsentation vor rund 150 geladenen Gästen feiert der THW Kiel den ersten Erscheinungstag des neuen Buches "Die Zebras". Als erster Handballverein überhaupt kommt dem Rekordmeister die Ehre zuteil, eine derart umfassende Vereinschronik zu erhalten. Diese macht von den Anfängen im Jahr 1923 bis zu den großen Triumphen der Neuzeit mehr als 90 Jahre Handball-Geschichte der erfolgreichsten deutschen Vereinsmannschaft erlebbar.

Der Kapitän ist zurück!

Rund drei Monate lang muss der THW Kiel auf die Dienste seines Kapitäns verzichten. Nach dem erfolgreichen Bundesliga-Endspurt der vergangenen Saison, den Filip Jicha mit einem angerissenen Außenband absolvierte, streikt der Körper des Tschechen. Der muss sich am Sprunggelenk operieren lassen und kehrt Mitte Dezember zurück auf das Spielfeld - unter großem Jubel. "Ich wollte cool bleiben, aber die Reaktion der Fans hat das nicht zugelassen. Es ist ein schönes Gefühl, wieder schmerzfrei spielen zu können", so Jicha. "Im neuen Jahr will ich wieder richtig angreifen!" 

 

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