Zebra-Journal: "Perfekte Mischung" THW II wird Zehnter

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Donnerstag, 12.06.2014 // 15:20 Uhr

Fernab von etwaigen Abstiegssorgen legte der THW Kiel II eine famose Saison in der 3. Handball-Liga hin. Entgegen der Drittligaspielzeit von 2010/11, als die Kieler mit 16:40 Punkten als Vorletzter sofort wieder abgestiegen waren, sorgte der Tabellenzehnte mit tollen Auftritten für reichlich positive Schlagzeilen.

Der Artikel ist dem Zebra-Journal der Kieler Nachrichten entnommen.

Raul Alonso, Trainer und Nachwuchskoordinator in Personalunion, freute sich über die "richtige Entscheidung", nach der Oberliga-Meisterschaft den erneuten Sprung in die Drittklassigkeit zu wagen: "Diese Liga ist der perfekte Nährboden für Talente." Relativ schnell akklimatisierten sich die jungen Wilden wie die aus der U19 herausgewachsenen Moritz Krieter, Ference Buechler, Sebastian Firnhaber, Fridtjof Koslowski und Felix Schawaller. Alonso registrierte in seinem mit 23 eingesetzten Spielern üppig besetzten Kader eine "perfekte Mischung" aus Eigengewächsen und erfahrenen Akteuren.

6:2 Punkte zum Saisonstart, darunter die umjubelten Heimsiege gegen den VfL Fredenbeck (33:32) und Füchse Berlin II (32:26), ließen den zwischenzeitlich vom Bronzerang strahlenden THW schneller in der Liga ankommen als erwartet. Auch Niederlagenserien (Hinrunde: drei Spiele am Stück verloren, Rückrunde vier in Folge) ließen die Reserve-Zebras nicht aus dem Tritt geraten. "Leistungsschwankungen sind das entscheidende Indiz für Platz zehn und den frühen Klassenerhalt", sagte Alonso treffend und erinnert sich allzu gerne an jeweils zwei Saisonsiege gegen die Bundesliga-Reserven aus Lemgo und Minden sowie den überragenden Heimsieg gegen Vizemeister HF Springe (36:29). Hinter dem erreichten Saisonziel steckte jedoch eine Menge akribischer Arbeit. Die Spieler mussten die Trainingsschlagzahl deutlich erhöhen, Coach Alonso schraubte die Stundenanzahl bei der Videoanalyse in die Höhe. Der Madrilene bekräftigte, dass für den Klassenerhalt alle an die Leistungsgrenze gegangen seien.

So entpuppte sich der 35-Jährige ("Es war schwierig für mich, ein eingespieltes Team zu haben.") häufig als Improvisationstalent. Die für den Kooperationspartner und Zweitligisten TSV Altenholz mit Doppelspielrecht ausgestatteten Sebastian Firnhaber und Jannick Boldt gingen ob ihrer Spielintensität an ihre Schmerzgrenzen, mit Tommy Fängler fiel eine Säule aus Oberligazeiten wegen seiner hartnäckigen Schambeinentzündung lange Zeit aus. Zudem fehlte dem THW im rechten Rückraum ein wurfgewaltiger Linkshänder. In der Rückrunde füllte der von der HSG Heidmark transferierte 18-jährige Ole Diringer das Vakuum. Zwischen den Pfosten ging die Rechnung trotz des "einkalkulierten Risikos", mit Moritz Krieter und Dominik Plaue auf zwei Torhüter der Jahrgänge 1994 und 1995 zu bauen, auf. Der fünfmal mit Roter Karte bedachte Tjark Müller und der in der Hinrunde mit 94 Toren überragende Jonas Ottsen, dem im Auswärtsspiel beim VfL Potsdam sogar 13 Treffer gelangen, gehört die Zukunft. "Zwei Spieler mit individueller Stärke, aber auch noch mit Luft nach oben", hält Alonso die Youngster am Boden: "Nach dem Abgang von Kapitän Yannik Stock sind sie mehr denn je gefragt." Trainerlob erhielt das Linksaußen-Duo Fridtjof Koslowski und Johannes Clausing, der sich zudem vom Siebenmeterstrich als Torgigant entpuppte. Der 21-Jährige setzte in 109 Versuchen 91 Mal den Ball ins Netz. Eine (nerven)starke Torquote von 83,5 Prozent des besten THW-Torschützen.

Die Vorbereitung auf die neue Saison begann bereits am 2. Juni. Die bereits in der Schlussphase eingesetzten U19-Bundesliga-Talente Lukas Wucherpfennig, Ole Diringer, Finn Liedtke und der Noch-A-Jugendliche Alexander Williams stoßen in den Kieler Drittligakader. Mit Eike Möller (DJK Flensborg) und Jonas Engelmann (VfL Bad Schwartau) haben bislang zwei externe Neuzugänge zugesagt. Im Kollektiv sollen sie die Lücken schließen, die Firnhaber, Boldt (beide nur noch für den zukünftigen Ligakonkurrenten TSV Altenholz aktiv), Yannik Stock (SG Wift), Felix Schawaller (TSV Kronshagen), Ference Buechler (macht Pause), Lasse Pilz (tritt kürzer) und Christian Voß (Schulter- OP) hinterlassen werden. Alonso ist aber nicht bange: "Trotz der Super- Saison haben wir noch Potenzial nach oben. Und das beruhigt mich."

(Aus dem Zebra-Journal der Kieler Nachrichten vom 07.06.2014)

THW 2 in Zahlen:

Platz: Zehnter, 913:928 Tore, 29:31 Punkten - 14 Siege, 1 Remis, 15 Niederlagen

Heimbilanz: 9 Siege, 6 Niederlagen: 464:455 Tore, 18:12 Punkte

Auswärtsbilanz: 5 Siege, 1Remis, 9 Niederlagen: 449:473 Tore, 11:19 Punkte

Hinrunde: 8 Siege, 7 Niederlagen: 453:466 Tore, 16:14 Punkte

Rückrunde: 6 Siege, 1 Remis, 8 Niederlagen: 460:462 Tore, 13:17 Punkte

Abwehr: 928 Gegentore bedeuten 30,9 Gegentore pro Spiel

Angriff: 913 Tore in 30 Partien: Das sind 30,4 Treffer pro Partie

Höchster Heimsieg: 39:28 gegen ATSV Habenhausen

Höchste Heimniederlagen: 27:40 gegen Meister SV Henstedt-Ulzburg

Höchster Auswärtssieg: 36:32 beim MTV Altlandsberg

Höchste Auswärtsniederlage: 25:32 beim TSV Burgdorf II

Spielerstatistik

Tor: Moritz Krieter (29 Spiele/219 Paraden), Dominik Plaue (28 Spiele/200 Paraden), Leon Kirschner (5 Spiele/15 Paraden). Feld: Yannik Stock (29 Spiele/56 Tore), Tommy Fängler (10/23), Lasse Pilz (27/41), Johannes Clausing (27/148, davon 91 Siebenmeter), Jonas Ottsen (26/138), Christian Voß (15/1), Tjark Müller (23/114), Jannick Boldt (18/48, davon 8 Siebenmeter), Tobias Flindt (29/64), Fridtjof Koslowski (30/59, davon 17 Siebenmeter), Tim Kreft (25/60), Sebastian Firnhaber (24/72), Ole Diringer (22/39), Maik Pries (12/17), Lukas Wucherpfennig (11/16), Felix Schawaller (12/3), Alexander Williams (4/3), Ference Buechler (2/3), Finn Liedtke (2/8), Thies Bergemann (1/0)

 

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