Cañellas trifft zum Sieg, Dänemark und Kroatien draußen

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Mittwoch, 28.01.2015 // 17:50 Uhr

Nicht nur die deutsche Mannschaft hat das Halbfinale bei der WM verpasst. Auch Kroatien musste im Viertelfinale die Segel streichen. Die Mannschaft von Domagoj Duvnjak verlor ihr Spiel in der Runde der letzten Acht gegen Polen mit 22:24. Am Abend dann lieferten sich drei Kieler einen richtig heißen Kampf um einen Platz in der Vorschlussrunde: Rasmus Lauge und Rene Toft trafen mit Dänemark auf Titelverteidiger Spanien mit Joan Cañellas, der die Partie mit seinem Treffer entschied.

Kroatien unterliegt Polen

Parallel zum Deutschland-Spiel musste auch Domagoj Duvnjak ran: Der Kieler Spielmacher ackerte 50 Minuten lang für den Halbfinal-Einzug und traf gegen Polen fünfmal aus elf Versuchen, musste am Ende mit seiner Mannschaft aber in eine 22:24 (10:12)-Niederlage einwilligen. Zum Matchwinner für die Polen wurde Torhüter Slawomir Szmal, der zwölf Bälle parierte und einen Siebenmeter von Ivan Cupic hielt. Beste Torschützen der Kroaten waren Marko Kopljar und Duvnjak (je 5), bei den Polen war Mariusz Jurkiewicz am treffsichersten. Die Kroaten waren mit 4:2 in Führung gegangen, bis zum Wechsel aber hatte sich Polen ein Zwei-Tore-Polster herausgeworfen. Nach dem Wiederanpfiff brachte Duvnjak seine Farben mit vier Toren in sechs Minuten auf Spur, die Kroaten führten urplötzlich mit 16:13 (40.). Selbst fünf Minuten vor dem Ende waren sie beim 22:21 noch am Drücker, ehe Szmal keinen Ball mehr passieren ließ und Polen nach einem 3:0-Lauf jubelte. Im Halbfinale trifft die vom deutschen Coach Michael Biegler trainierte Auswahl am Freitag auf den DHB-Bezwinger Katar.

Spanien feiert Krimi-Sieg

Im Duell mit ihrem Vereinskollegen Joan Cañellas lieferten sich die beiden Kieler Dänen Rasmus Lauge und Rene Toft einen heißen Kampf. Die Neuauflage des WM-Finales 2013 geriet dabei zu einem hochklassigen Drama mit wechselnden Führungen und einem Krimi-Ende: 35 Sekunden vor dem Schlusspfiff erzielte Mensah-Larsen den Ausgleich für Dänemark, ehe Joan Cañellas fünf Sekunden vor dem Ende zum entscheidenden Streich ansetzte und den Ball ins rechte Eck zum 25:24 schmetterte. "Wir haben den letzten Spielzug trainiert, und er hat perfekt geklappt. Wir haben gegen eine der besten Nationalmannschaften der Welt gewonnen, und jetzt sind wir richtig glücklich", erklärte der "Man of the Match" Cañellas, der in 49 Minuten fünfmal traf. Rene Toft erzielte in 39 Minuten genauso ein Tor wie Rasmus Lauge in 16 Spielminuten. Cañellas trifft nu am Freitag im Halbfinale auf Frankreich. Die Franzosen besiegten mit dem beste Torschützen Daniel Narcisse (6) und dem 18-Paraden-Omeyer Slowenien klar mit 32:23.

Foto: Sascha Klahn

KN: Joan Canellas lässt die Spanier jubeln

Doha. Das Viertelfinal-Drama zwischen Dänemark und Spanien schien gestern am späten Abend in die Verlängerung zu gehen, als Joan Canellas sich ein Herz fasste. Der Mittelmann des deutschen Handballmeisters THW Kiel zog drei Sekunden vor dem Abpfiff ab und überwand Jannick Green mit einem wuchtigen Wurf in die untere rechte Ecke zum 25:24 (11:11)-Endstand.

Spanien trifft nun morgen im Halbfinale auf die Franzosen, die in ihrem Viertelfinale Slowenien (32:23) überhaupt keine Chance ließen. Bester Torschütze für Spanien war Valero Rivera mit zehn Treffern. Bei den Dänen trafen Anders Eggert und Mikkel Hansen jeweils sechsmal.

Das souveräne deutsche Gespann Marcus Helbig/Lars Geipel musste nach dem Canellas-Wurf nicht mehr eingreifen. Die beiden Mannschaften, die sich zuvor in intensiven 60 Minuten auf Augenhöhe begegnet waren, trennten nun Welten. Während das Team um die Zebras Rene Toft Hansen und Rasmus Lauge nicht fassen konnte, dass ihr die Partie doch noch aus den Händen geglitten war, stürzten die Spanier sich alle auf Canellas. "Das war wichtig für das ganze Land", sagte der Rechtshänder, der schon unmittelbar zuvor mit einem genialen Pass auf Linksaußen Valero Rivera für die Vorentscheidung gesorgt zu haben schien. Rivera, an den Kreis eingelaufen, erzielte sein zehntes Tor, der Titelverteidiger führte mit 24:23. Doch dann glich Mads Mensah Larsen mit einem Verzweiflungswurf aus.

Die Spanier hatten Mikkel Hansen, den dänischen Alleinunterhalter, zu diesem Zeitpunkt durch Victor Tomas in Manndeckung genommen. Mit Larsen, dem sprunggewaltigen Rückraumspieler des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen, hatte die spanische Abwehrwand offenbar nicht gerechnet. Allerdings machte Gonzalo Vargas im Tor der Spanier bei diesem Aufsetzer auch keine sonderlich gute Figur.

Es waren noch 27 Sekunden zu spielen, als die Spanier in der Lusail-Arena ihren letzten Angriff einleiteten. Die Arena hatte sich nach dem Sieg der katarischen Mannschaft gegen Deutschland merklich geleert, auf den Rängen gaben nun die Dänen den Ton an. Auch ihr Team hatte in der zweiten Halbzeit lange wie der Sieger ausgesehen. Vor allem Hansen bot nach Wiederanpfiff eine große Show. Hatte der Star von Paris St.-Germain im ersten Durchgang nur einmal getroffen, ließ er in den ersten zehn Minuten fünf Tore folgen.

Es schien, als würden die Dänen Revanche für das in demütigender Höhe gegen Spanien verlorene WM-Finale (19:35) nehmen können. "Wir haben es nicht geschafft, den Gegner in dieser guten Phase stärker zu bestrafen", erkannte Rene Toft Hansen. "Das Spiel stand bis zuletzt auf der Kippe, das ist eine riesige Enttäuschung." Es stand exakt bis sieben Sekunden vor dem Abpfiff auf der Kippe, dann kam Canellas. "Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, das für einen solchen Wurf nötige Selbstvertrauen zu haben." Sein Gefühl trog ihn nicht.

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 29.01.2015)

 

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