Derbysieg: THW holt zum neunten Mal den Super Cup!

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Mittwoch, 19.08.2015 // 21:45 Uhr

Super, "Zebras"! Der deutsche Rekordmeister THW Kiel hat zum neunten Mal den "Pixum Super Cup" gewonnen und seinen Vorjahres-Titel verteidigt. Vor 6.500 Zuschauern in der Stuttgarter Porsche-Arena besiegten die "Zebras" den Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt im 83. Landesderby durch ein Tor von Steffen Weinhold drei Sekunden vor der Schluss-Sirene mit 27:26 (12:14). Weinhold, mit sechs Toren bester Kieler Schütze, wurde zudem als bester Spieler der Partie ausgezeichnet. 

Toft Hansen erstmals als offizieller Kapitän

Erstmals wurde die "Zebraherde" von ihrem offiziellen neuen Kapitän Rene Toft Hansen in die stimmungsvolle Porsche-Arena geführt. Eine Premiere, der keine weitere folgte: Erlend Mamelund, erst am Vormittag als Neuzugang verpflichtet, machte sich zwar mit warm, wurde aber noch nicht eingesetzt. "Er hat erst zwei Mal mit uns trainiert, das käme zu früh", sagte THW-Trainer Alfred Gislason, der weiterhin auf die verletzten Dominik Klein (Kreuzbandriss) und Torsten Jansen (Bandscheibenprobleme) verzichten musste. Rechtzeitig fit meldete sich indes Nationalspieler Patrick Wiencek, der am Pokalwochenende noch wegen einer Adduktorenzerrung hatte passen müssen. 

Schnelle Vier-Tore-Führung der Gäste

Wieder dabei: Patrick Wiencek.

Der THW bekann zunächst mit einer eingespielten Formation - lediglich Torwart Nikolas Katsigiannis stand im vergangenen Jahr nicht für die "Zebras" auf dem Feld. "Katze" gehörte die erste Aktion, doch nach zwei Minuten musste er erstmals hinter sich greifen: Ex-Zebra Lauge traf zum 1:0, dem die Flensburger nach Vujins Ausgleich eine schnelle 3:1-Führung folgen ließen. Der THW tat sich schwer, leistete sich einige technische Fehler und geriet beim 2:6 erstmals mit vier Toren in Rückstand. Canellas und zweimal Duvnjak verkürzten auf 5:7 und 6:8, doch Eggert per Siebenmeter und Svan nutzten eine Überzahlsituation, um den alten Abstand wieder herzustellen.

THW kassiert fünf Minuten kein Gegentor

Vier Tore, tolle Anspiele: Joan Canellas führte Regie.

Gislason reagierte, nahm eine Auszeit und wechselte durch: Christian Dissinger und Patrick Wiencek kamen, und im Tor ersetzte Niklas Landin die "Katze". Und der dänische Keeper zeigte gleich seine Klasse, entschärfte einige Würfe von den Außenpositionen und gab seiner nun in der 6-0-Formation stehenden Abwehr halt. Die Folge: Nach Lauges 13:8 (23.) für die SG nahm der THW das Heft des Handelns in die Hand, kassierte nur noch ein Gegentor bis zur Pause und verkürzte durch Vujins Siebenmeter, Weinholds Eins-gegen-Eins, Wiencek nach tollem Dissinger-Anspiel und Weinhold kurz vor der Sirene noch auf 12:14.

Erste Führung nach 39 Minuten

Mit dieser Parade gegen Mogensen leitete Niklas Landin den Ausgleichstreffer ein.

In der zweiten Hälfte setzten die Kieler ihre Aufholjagd fort - allerdings hatten beide Teams erst einmal Probleme, das Tor zu finden. Nach vier Minuten brach Christian Sprenger mit einem seiner bekannten Gegenstoß-Sprints und dem 13:14 den Bann und löste damit eine Torflut aus. Zwei Minuten später waren vier Treffer mehr auf dem Videowürfel verzeichnet, die Flensburger führten noch immer mit 16:15. Dann parierte Landin einen Mogensen-Wurf, bediente Rune Dahmke, und nach 37 Minuten war die Partie wieder offen. Auch, weil Canellas als Anspieler nun Lücken fand. Und auch, weil Weinhold nun immer besser wurde: Der Linkshänder markierte nach 39 Minuten die erste Kieler Führung überhaupt.

Saisonstart am Sonntag

Doch lang gefeiert wird der Erfolg nicht: Denn für die "Zebras" beginnt am Sonntag die Saison 2015/2016 in der DKB Handball-Bundesliga - und das gleich mit einem besonderen Spiel an einem besonderen Ort: In der Dortmunder Westfalenhalle trifft der 20-fache Meister THW Kiel im "Jubiläumsspiel" zum 50. Geburtstag der Handball-Bundesliga auf den 12-fachen Titelträger VfL Gummersbach. Rund 13.000 Handball-Fans werden zu dieser Partie, der ein "Legenden-Spiel" vorangestellt wird, erwartet, darunter mehrere hundert aus Kiel. Sport1 wird den Saisonauftakt des THW Kiel ab 15 Uhr live übertragen. Auf geht's, Zebras!

Packende Partie

Doppelschlag: Niclas Ekberg trifft zum 25:25 (57.).

Die Partie wurde zunehmend packender. Beide Teams schenkten sich nun nichts mehr, und urplötzlich war die SG wieder am Zug: Nach Canellas 22:22 (51.) traf erst Mogensen, ehe es auf dem Feld übersichtlich wurde: Erst sah Karlsson nach der dritten Zeitstrafe die rote Karte, dann folgte Dahmke auf die Bank. Glandorf nutzte den Raum zum 24:22 (54.) für den Pokalsieger, und als Mogensen kurz darauf in Unterzahl auch zum 25:23 traf (55.), schien sich die Waage in Richtung der SG zu neigen. Aber die Kieler kämpften sich wieder zurück: Erst traf Ekberg aus spitzem Winkel zum 24:25, dann schnappte sich Dahmke einen Lauge-Pass und bediente Weinhold. Der sah den besser postierten Ekberg, der zum 25:25 traf (57.). 

Neunter Super-Cup-Erfolg

In der spannenden Schlussphase, in der die Führung häufig wechselte, hatte der THW also die besseren Lösungen und feierte am Ende ausgelassen den 27:26-Erfolg im Derby und den ersten Titelgewinn der neuen Saison. Rene Toft Hansen hatte nach seinem ersten Spiel als offizieller Kapitän der Kieler die Ehre, als erster den Pokal in Empfang zu nehmen und ihn im Konfettiregen hochzurecken. Zum neunten Mal nach 1995, 1998, 2005, 2007, 2008, 2011, 2012 und 2014 geht die Super-Cup-Trophäe in die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins. Glückwunsch, Zebras!

Nichts für schwache Nerven

Der THW Kiel ist Super-Cup-Sieger 2015!

Die letzten drei Minuten waren nichts für schwache Nerven: Landin entschärfte einen Glandorf-Wurf, und 70 Sekunden vor dem Ende fackelte Canellas bei angezeigtem Zeitspiel aus dem Stand zum 26:25 ein. 28 Sekunden vor dem Schlusspfiff war es Mogensen, der sich im Eins-gegen-Eins durch die vor allem in der zweiten Halbzeit starken Kieler Abwehr tankte und zum Ausgleich traf. Letztlich war es aber Weinhold, der diesen "Pixum Super Cup" entschied: Drei Sekunden vor Ultimo fand sein Wurf aus zentraler Position den Weg ins Tor - der Rest war Kieler Jubel.

 

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