Dodo Oprea im Interview: "Ich nehme viele neue Eindrücke mit"

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Dienstag, 22.12.2015 // 09:08 Uhr

Mitte September stieß Dragos "Dodo" Oprea kurzfristig zum THW Kiel, um den "Zebras" aus der Verletzungsmisere auf der Linksaußen-Position zu helfen. Eine gute Entscheidung, denn wenig später erlebte Oprea im Derby gegen Flensburg seine Feuertaufe über 60 Minuten. Nach der Rückkehr von Dominik Klein endet - wie geplant - mit der Auswärtspartie beim Bergischen HC das Engagement des 33-Jährigen beim Rekordmeister. Im Interview berichtet Oprea von seiner intensiven Zeit und "Gänsehaut-Momenten" in Kiel. 

Dodo, wie fühlen Sie sich nach der erfolgreichen Rückkehr aus dem "Handball-Ruhestand", wie oft nach dem Bekanntwerden ihrer Verpflichtung geschrieben wurde ...

Dragos "Dodo" Oprea: Über diese Formulierung war ich nicht glücklich, denn ich war nie im "Ruhestand"! Ich bin Handball-Profi, und so lebe und arbeite ich jeden Tag. Auch während der „Vereinspause“ habe ich das getan, um jederzeit bereit für eine neue Aufgabe zu sein. Wenn ich tatsächlich aus dem "Ruhestand" gekommen wäre, hätte ich dem THW Kiel nicht sofort helfen können. Sicher ist aber, dass ich jetzt durch die intensive Belastung und das Training beim THW Kiel noch fitter als zuvor bin. Mein Körper sagt mir, dass ich noch viele Tore werfen und Gegenstöße laufen kann (er schmunzelt).

Träumt man dann von mehr?

Natürlich hatte ich ein wenig auf die Chance gehofft, vielleicht länger bleiben zu können. Aber ich wusste auch von Beginn an, was ich hier für eine Aufgabe habe. Es ist schön, dass Dominik Klein nach seinem Kreuzbandriss zurück ist. Er hat hart für sein Comeback gearbeitet, und jeder hier in Kiel freut sich mit ihm – und ich natürlich auch! Ich nehme jetzt viele Eindrücke und neue Erfahrungen mit. Die Zeit in Kiel hat mich weiter gebracht - nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ich bin stolz, ein Teil dieser Mannschaft mit diesen überragenden Spielern gewesen zu sein. Ich habe tatsächlich neue Freunde gewonnen und möchte mich bei allen bedanken, die mich in dieser Zeit, die mir übrigens viel länger vorkommt als nur drei Monate, unterstützt haben: bei der Mannschaft, den Trainern, Ärzten und Physios, den Mitarbeitern der Geschäftsstelle und natürlich den Fans.

Was war Dein persönliches Highlight in Kiel?

Ganz klar das Champions-League-Derby gegen Flensburg. Ich habe in Göppingen viele Nachbarschaftsduelle - früher gegen Pfullingen und dann gegen die Rhein-Neckar Löwen oder Balingen - gespielt, die meistens sehr emotional und hitzig waren. Aber hier zu erleben, wie eine ganze Stadt, eine ganze Region, ein ganzes Bundesland viele Tage vor und nach dem Derby über eben dieses eine Spiel spricht, war schon etwas Besonderes. Genauso wie das Gefühl, wenn dich 10.000 THW-verrückte Fans nach vorn peitschen. Die Tore, die ich in diesem Spiel gemacht habe, werde ich nicht vergessen. Trotz meiner großen Handball-Erfahrung waren das Gänsehaut-Momente.

Steht schon fest, bei welchem Club man Dodo Oprea künftig Tore werfen sieht?

Nein. Es gibt Gespräche , aber eine Entscheidung habe ich noch nicht gefällt. Es muss einfach passen - sportlich wie menschlich. Mein Wunsch wäre es schon, in der Bundesliga zu bleiben. Aber auch gegenüber einer attraktiven Aufgabe im Ausland wäre ich nicht abgeneigt. Natürlich hat auch meine Familie ein Wörtchen dabei mitzureden ...

 

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