Dominik Klein wechselt nach Frankreich

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Montag, 30.11.2015 // 13:00 Uhr

Dominik Klein wird den deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel am Saisonende verlassen. Der Linksaußen, der am 16. Dezember seinen 32. Geburtstag feiert und momentan an seinem Comeback nach einem Kreuzbandriss arbeitet, hat einen Zweijahres-Vertrag mit Option auf ein weiteres Jahr beim französischen Erstligisten HBC Nantes unterschrieben.

Dominik Klein war 2006 zum THW gewechselt und hat sich in Kiel zu einem der erfolgreichsten Handballer Deutschlands entwickelt. "Ich habe meine besten Sportlerjahre in Kiel erlebt, und natürlich wird mein Herz weiter für diesen tollen Verein und seine Fans schlagen", sagt Dominik Klein. "Einerseits ging es darum, Familie und Handball zu vereinen, und andererseits fühle ich mich topfit und möchte nach meinem Comeback noch einige Jahre auf hohem Niveau Handball spielen. In Nantes werden mir hierfür diese Voraussetzungen gegeben. Auch deshalb habe ich mich für einen Wechsel nach Nantes entschieden."

THW-Geschäftsführer Thorsten Storm bedauert diesen Schritt: "Es ist schade, dass sich Dominik gegen unser Angebot für eine weitere Saison entschieden hat. Ich hätte danach gerne in anderen Bereichen mit ihm für den THW Kiel zusammengearbeitet. Aber vielleicht gibt es ja später ein Wiedersehen."

THW-Trainer Alfred Gislason unterstreicht: "Dominik hat zehn Jahre alles für den THW Kiel gegeben und vieles gewonnen. Nach seiner Entscheidung wünsche ich ihm nun, dass er bald wieder auf dem Spielfeld steht und in seinem letzten Jahr bei uns nochmals seine Ziele zusammen mit dem Team erreicht."

Zur Person: Dominik Klein

Dominik Klein startete seine Karriere beim TuSpo Obernburg. Über die SG Wallau/Massenheim und den TV Großwallstadt kam der 1,90 Meter große Linksaußen 2006 zum THW Kiel. Mit den "Zebras" feierte er bisher acht Meisterschaften, sechs Siege im DHB-Pokal und dreimal den Triumph in der Champions League. Außerdem krönte Dominik Klein seine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft, für die er in 187 Spielen 370 Treffer erzielte, 2007 mit den Gewinn der Weltmeisterschaft im eigenen Land. Als Anerkennung seiner Verdienste um den Sport wurde Dominik Klein zudem die Sportplakette des Landes Schleswig-Holstein verliehen.

KN: "Mini" verlässt die Zebraherde

Kiel. Der THW Kiel verliert seinen Publikumsliebling: Linksaußen Dominik Klein wechselt im Sommer nach zehn Jahren beim Handball-Rekordmeister zum französischen Erstligisten und EHF-Cup-Teilnehmer HBC Nantes. Das gaben der Ex-Verein von Zebra Igor Anic und der THW am Montag bekannt.

"Ich habe meine besten Sportlerjahre in Kiel erlebt, und natürlich wird mein Herz weiter für diesen tollen Verein und seine Fans schlagen", sagte Klein, der am 16. Dezember seinen 32. Geburtstag feiert. Im Vorwege hatte sich der Weltmeister von 2007 enttäuscht gezeigt und geäußert, er habe seine Karriere in Kiel beenden wollen. Doch der THW und Geschäftsführer Thorsten Storm hatten Klein lediglich einen Einjahres-Vertrag und die Möglichkeit, anschließend in der Marketing-Abteilung tätig zu sein, angeboten. Am Montag hatte die Vorfreude auf das französische Abenteuer die Enttäuschung bereits vertrieben: "Der Schwebezustand ist jetzt endlich beendet. Jetzt freue ich mich und blicke nach vorne."

"Mini", wie Klein von Mitspielern und Fans genannt wird, entschied sich gegen das Karriereende 2017 und für mindestens zwei weitere Jahre in der ersten französischen Liga - mit der Option auf eine weitere Saison. Nach einer Pressekonferenz in der westfranzösischen Stadt an der Loire (knapp 300 000 Einwohner), der Klein am Montag per Skype zugeschaltet war, sprach der größte Werbeträger der Zebras, der 2006 vom TV Großwallstadt an die Förde kam, von einem "guten Bauchgefühl", einem "sportlich großen Anreiz" und seiner Freude darüber, dass "der Trainer auf mich baut". "Ich spüre das Vertrauen", so Klein. Das Team von Trainer Thierry Anti spielt in dieser Saison im EHF-Pokal und will so schnell wie möglich in die Champions League. Dabei soll Klein auf Linksaußen helfen und den Spanier Valero Rivera ersetzen, der mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht wird.

Die Entscheidung für Nantes war laut Klein aber auch eine "Familienentscheidung". Der 187-malige Nationalspieler ist mit Handballerin Isabell Klein verheiratet, die ihrem Mann mit dem eineinhalb Jahre alten Söhnchen Colin nach Frankreich folgen wird. Französische Medien berichten bereits, dass die Spielführerin des Buxtehuder SV beim Erstligisten Nantes Loire Atlantique anheuern wird. Dominik Klein wollte das am Montag noch nicht bestätigen, sagte aber: "Einerseits ging es darum, Familie und Handball zu vereinen, und andererseits fühle ich mich topfit und möchte noch einige Jahre auf hohem Niveau Handball spielen. In Nantes werden mir hierfür diese Voraussetzungen gegeben." THW-Geschäftsführer Thorsten Storm bedauert diesen Schritt: "Es ist schade, dass sich Dominik gegen unser Angebot für eine weitere Saison entschieden hat. Ich hätte danach gerne mit ihm für den THW Kiel zusammengearbeitet. Aber vielleicht gibt es ja später ein Wiedersehen."

Auch THW-Trainer Alfred Gislason hätte "gern noch ein weiteres Jahr" mit Klein gearbeitet. "Dominik hat zehn Jahre alles für den THW Kiel gegeben. Nun wünsche ich ihm, dass er bald wieder auf dem Spielfeld steht und in seinem letzten Jahr bei uns nochmals seine Ziele zusammen mit dem Team erreicht." Nach einem im März erlittenen Kreuzbandriss ist Klein wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen und stand zuletzt in Paris erstmals im Kader. Mit den Zebras feierte er bisher acht Meisterschaften, sechs Siege im DHB-Pokal und dreimal den Triumph in der Champions League. Ein weiterer Titel soll am Ende der Saison "mindestens" (Klein) hinzukommen: "Daran glauben wir, und darum will ich mit den Jungs noch einmal Vollgas geben."

Kleins Linksaußen-Kollege Rune Dahmke ("Ich kann ihn mir nicht in einem anderen Trikot vorstellen") hätte mit seinem Vorbild "gern noch länger zusammengespielt". Auch Rückraum-Akteur Christian Dissinger ("Er ist für mich einer der großen Spieler des THW. Lasst ihn uns auf seiner Bundesliga-Abschiedstournee feiern!") äußerte auf seiner Facebook-Seite sein Bedauern. Kapitän René Toft Hansen sprach von einem "großen Verlust": "Dominik ist ein super Typ, ein wichtiger Spieler. Seine Routine wird uns fehlen."

Die Nachfolge des Lieblingszebras der Kieler Fans scheint indes nur noch Formsache zu sein. Wie die "Kölnische Rundschau" berichtete, hat der 23-jährige Österreicher Raul Santos beim VfL Gummersbach eine Kündigungsoption zum 30. Juni 2016 gezogen und wird gegen Zahlung einer Ablöse schon im Sommer zum deutschen Meister wechseln. "Wir rechnen mit dem Abgang von Santos, haben als Verein dabei die Fäden aber nicht in der Hand", wird VfL-Geschäftsführer Frank Flatten zitiert.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 01.12.2015)

 

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