Handball-Deutschland sagt "Olympi–Ja"

Weitere
Samstag, 28.11.2015 // 12:50 Uhr

Am Sonntag ist Ihre Meinung gefragt, wenn abgestimmt wird, ob Kiel sich gemeinsam mit Hamburg um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 bewirbt. Der THW Kiel unterstützt die Bewerbung und erhält dabei  Rückenwind aus der gesamten Handball-Republik.

Dominik Klein und der THW Kiel sagen "Ja" zu den Spielen 2024 in Kiel und Hamburg

Wie sangen die Sportfreunde Stiller vor ein paar Jahren so schön? "54, 74, 90, 2006." Gemeint war in diesem Fall der Weg zum vierten Fußball-Weltmeister-Titel, der erst im Jahr 2014 Wirklichkeit werden sollte. Kiel möchte am 29. November gerne "36, 72, 2024" singen, denn dann stimmen die Kielerinnen und Kieler darüber ab, ob sie zusammen mit Hamburg die Olympischen Spiele austragen wollen. Damit würde die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt das Triple als Austragungsort perfekt machen.

Die "Zebras" Christian Sprenger, Rune Dahmke und Dominik Klein werben auf Plakaten schon seit Wochen fleißig für ein "Ja" auf dem Stimmzettel, und auch viele weitere Handballer aus dem In- und Ausland sprechen sich für die Olympischen Spiele im Norden der Republik aus. "Wir haben hier in Deutschland zum Beispiel schon bei der Fußball-WM bewiesen, dass wir gute Gastgeber sind", sagt Uwe Gensheimer, Linksaußen bei den Rhein-Neckar Löwen und Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft. "Für die Infrastruktur wäre es auch von Vorteil, wenn man sieht, was alles geschaffen werden könnte. Ich bin mir sicher, dass Hamburg und Kiel das super hinbekämen", so der 29-Jährige.

Dieser Artikel ist im Arena-Magazin "ZEBRA" zum Heimspiel gegen die MT Melsungen erschienen.

Sein Mannschaftskollege Patrick Groetzki ist ebenso überzeugt von der Bewerbung: "Das wäre eine Wahnsinns-Sache, wenn die Olympischen Spiele in Deutschland stattfinden würden. Ich bin ein riesiger Fan von Olympischen Spielen, wenn man sieht, was in anderen Städten so los ist. Es ist ein tolles Zusammenkommen von verschiedenen Ländern." Auch Michael Müller, Kapitän der MT Melsungen, ist begeistert von der Chance, die fünf Ringe hier bei uns zu sehen: "Olympia in Deutschland wäre ein absolutes Highlight. Die Voraussetzungen sind gut, wir würden uns alle darüber freuen. Ich unterstütze die Bewerbung sehr."

Natürlich müsse aber auch bedacht werden, was nach den Olympischen Spielen ist, wie das Ex-"Zebra" Tobias Reichmann zu bedenken gibt. Der Rechtsaußen vom polnischen Topclub KS Vive Kielce ist auch für Olympia in Deutschland und hofft zudem darauf, dass Kiel und Hamburg auch nach der möglichen Ausrichtung noch Nutzen aus den Olympischen Spielen ziehen werden:  "So eine Veranstaltung im eigenen Land ist schon ein Anreiz. Man muss natürlich die Kosten abwägen und schauen, wie die Neubauten danach genutzt werden können. In Russland wurde viel gebaut, und jetzt steht die Hälfte leer."

Karl-Friedrich Schwark, der Präsident des Handballverbandes Schleswig-Holstein, bringt es auf den Punkt: "Eigentlich wären Deutschland und Kiel nach 36 und 72 schon 2008  an der Reihe gewesen, wieder Ausrichter zu sein. Nun wollen wir es 2024 werden." Und auch für seinen Kollegen Rolf Reinke, den Präsidenten des Hamburger Handball-Verbandes, zählt nur "Ja" als Antwort. "Für die Hansestadt Hamburg kann es nichts anderes geben als ein positives Votum." Beide Präsidenten hoffen auf eine hohe Teilnahme beim Referendum und sprechen sich - wie der Rest der großen Handball-Familie auch - für die dritten Olympischen Spiele in Deutschland aus. 

Nun liegt es an Ihnen, liebe Kielerinnen und Kieler: Holen Sie Olympia in den Norden und lassen Sie Kiel 2024 das olympische Triple feiern!

(Von Rika Finck, aus dem Arena-Magazin "ZEBRA" vom 25.11.2015)

 

Mehr zum Thema

Hannover/Kiel. Der erlösende Anruf für Christian Prokop kam am Montagnachmittag um kurz nach drei. Trotz des desolaten EM-Auftritts in Kroatien und interner Verwerfungen bleibt der Bundestrainer im Amt und soll die deutschen Handballer bei der Heim-WM 2019 zu einer Medaille führen. "Er war sehr erfreut über die Entscheidung", berichtete DHB-Sportvorstand Axel Kromer über das Telefonat mit Prokop....

20.02.2018

Kiel/Hannover. Heute entscheidet die Spitze des Deutschen Handballbundes (DHB) in einem Hannoveraner Flughafenhotel über die Zukunft von Bundestrainer Christian Prokop. Im Mittelpunkt des Handball-Gipfels steht das Ergebnis der Analyse des desaströsen EM-Abschneidens, die Sportvorstand Axel Kromer nach Informationen unserer Zeitung mittags dem zehnköpfigen DHB-Präsidium vorstellen wird. Alles...

19.02.2018

Der THW Kiel hat mit Christian Zeitz im Sommer 2016 eine schriftliche Vereinbarung über den Abschluss eines bis zum 30.06.2018 befristeten Spielervertrages geschlossen. Dieser zweijährigen Befristung entsprechend, haben der THW Kiel und Christian Zeitz gemeinsam das Spielrecht bis zum 30.06.2018 beantragt. Die Eingehung von befristeten Vertragsbeziehungen ist im Profisport üblich.

16.02.2018

Kiel. Lucas Firnhaber wird den THW Kiel am Saisonende verlassen und zum Zweitligisten TuSEM Essen wechseln. Der 20-jährige Rückraum-Linkshänder unterschrieb dort einen Vertrag bis 2020, das teilte der Revierklub am Donnerstag mit.

16.02.2018

Kiel. So ein paar Kilo im Arm - da strahlt Patrick Wiencek. Seit ein paar Tagen kann der 28-Jährige den kleinen Paul (geboren am 30. Januar) an sein Herz drücken. Und jetzt kommt auch noch die "Sportler des Jahres"-Trophäe hinzu. Da kommt der Abwehrchef des Handball-Rekordmeisters THW Kiel aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus: "Das ist eine Riesen-Ehre."

13.02.2018

Patrick Wiencek ist Kiels "Sportler des Jahres 2017"! Zum ersten Mal überhaupt wurde der Kieler Kreisläufer bei der prestigeträchtigen Abstimmung der Kieler Nachrichten zum beliebtesten Sportler der Landeshauptstadt gewählt. Mit 4318 Punkten setzte sich der 28-Jährige klar gegen seinen Teamkollegen Domagoj Duvnjak (3535) durch. Beide setzten damit eine Tradition fort: Zum 14. Mal in Folge gewann...

12.02.2018

Große Ehre für Domagoj Duvnjak: Der Kieler Spielmacher wurde von der Internationalen Handballföderation (IHF) für die Wahl zum "Welthandballer des Jahres 2017" nominiert. Bis zum 20. Februar haben Fans die Gelegenheit, ihre Stimme für "Dule" online auf der Seite der IHF abzugeben! Für Duvnjak ist es die ingesamt fünfte Nominierung in Folge, 2013 hatte der kroatische Nationalspieler den...

06.02.2018

Kiel. Die Nachwirkungen der Europameisterschaft beim deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel sind schlimmer als erwartet. Herrschte zu Wochenbeginn noch Vorfreude bei Trainer Alfred Gislason auf den Punktspielstart ins Jahr 2018, stellte sich jetzt heraus, dass Kapitän Domagoj Duvnjak für weitere zwei Wochen ausfällt. Die Zebra-Verantwortlichen üben darum scharfe Kritik am kroatischen Verband.

04.02.2018