KN: Alles im Umbruch

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Dienstag, 10.11.2015 // 16:35 Uhr

Kiel. Die Zeichen beim deutschen Handball-Rekordmeister stehen auf Umbruch. Raul Santos, Ole Rahmel, Lasse Andersson - Gerüchte über Neuverpflichtungen der Zebras verdichten sich, mal mehr, mal weniger. In der vergangenen Woche ließ jedoch eine Personalie die Fan-Seele besonders hochkochen: Dominik Klein. Der THW bietet dem 31-jährigen Linksaußen, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, einen Einjahres-Vertrag, Klein indes will unbedingt auch über das Jahr 2017 hinaus Handball spielen. Jetzt äußert sich auch THW-Trainer Alfred Gislason zu den Zukunftsplanungen des Klubs.

Alfred Gislason äußert sich zur Personalie Dominik Klein

"Der Verein hat immer hinter Dominik gestanden. Ein Vertrag bis 2017 und das Angebot, anschließend im Verein zu arbeiten - das finde ich korrekt", sagt Gislason. Zu unveränderten Konditionen könne Klein ein weiteres Jahr spielen. "Danach könnte ich mir gut vorstellen, mit ihm zu arbeiten", sagt THW-Geschäftsführer Thorsten Storm. Auch Gislason sehe "keinen Grund, gekränkt zu sein". Gerade wegen seiner langen Verdienste - Klein ist seit 2006 ein Zebra - und seiner Strahlkraft als Werbeträger sei es für Gislason "ideal, würde Dominik weiter für den THW arbeiten und seine Stärken einbringen". Klein selbst gestand am Montag auf Nachfrage ein, dass es immer sein Wunsch gewesen sei, "so lange wie möglich beim THW zu sein", betonte aber auch: "Das Sportliche überwiegt. Ich möchte einfach noch länger als nur bis 2017 spielen."

Mit der Linksaußenposition neben Shootingstar Rune Dahmke ("Es wäre schade, wenn Dominik geht, ich habe viel von ihm gelernt") sowie dem Job zwischen den Pfosten, den ab 2017 Andreas Wolff (HSG Wetzlar) übernimmt, leiten die Zebra-Verantwortlichen nun ausgerechnet auf den Positionen den Umbruch ein, auf denen auf den ersten Blick nicht der dringendste Handlungsbedarf besteht. "Auf lange Sicht ist die Entscheidung richtig", sagt Alfred Gislason. "Danach hätten wir auf Linksaußen eines der besten Paare überhaupt." Einen Namen wollen Gislason und Storm zwar noch nicht bestätigen. Längst ist es in der Szene jedoch ein offenes Geheimnis, dass Raul Santos vom VfL Gummersbach Dominik Klein beerben wird. Klar ist auch: Der THW konnte nicht warten, da auch die Rhein-Neckar Löwen um den 23-jährigen Österreicher mit dominikanischer Herkunft gebuhlt haben. Entscheidet sich Dominik Klein gegen die Verlängerung seines Vertrages um ein Jahr, kommt Santos bereits im Sommer 2016.

Ein ähnlicher "Generationswechsel" zeichnet sich womöglich auch auf Rechtsaußen ab, wo Niclas Ekberg (26) bis 2018 an den THW gebunden ist, der Vertrag von Christian Sprenger (32) allerdings am 30. Juni 2016 ausläuft. Gerüchten zufolge soll Ole Rahmel (25) vom Bundesliga-Absteiger HC Erlangen das Kieler Gislason-Ensemble verstärken. Weder der ehemalige Kieler Geschäftsführer und jetzige HC-Geschäftsführer Stefan Adam noch Thorsten Storm wollten diese Personalie kommentieren.

Storm bestätigte jedoch, dass der THW auch bei der Suche nach Spielern für die Rückraum-Baustelle "aktiv" sei. Dänische Medien berichten in dieser Woche übereinstimmend, dass der THW seine Fühler nach Lasse Andersson vom dänischen Meister KIF Kolding Kopenhagen ausgestreckt habe. "Young gun" Andersson, 21-jähriger Halblinker, hatte in der Vorsaison mit Knieproblemen zu kämpfen, machte in der Champions League zuletzt aber mit zehn Toren beim 33:31 gegen HC Vardar Skopje auf sich aufmerksam. "Ein sehr interessanter Spieler", sagt Alfred Gislason. Koldings neuer Sportchef, der ehemalige Flensburger Lasse Boesen, hält einen Wechsel für verfrüht: "Ich rate ihm, noch ein oder zwei Jahre bei uns zu bleiben und dann zu einem der Top-Vereine zu wechseln." Neben dem THW sollen auch Paris St. Germain, der FC Barcelona und nach Anderssons zehn Treffern auch Vardar Skopje Interesse an dem Dänen haben.

 

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