KN: Dahmkes Debütantenball

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Freitag, 06.11.2015 // 16:00 Uhr

Kiel. Neuer Trainer, neues Training, gleicher Spaß. „Ich will mich nahtlos einreihen“, sagt Rune Dahmke. Der 22-jährige Linksaußen vom THW Kiel hat sich in dieser Woche in Kiel vorbereitet auf seinen ganz persönlichen Debütantenball – den ersten Auftritt mit dem Bundesadler auf der Brust, womöglich schon heute Abend beim Supercup in Flensburg. Im Kreis der Mannschaft von Dagur Sigurdsson bewegt sich Dahmke, als sei er schon immer da gewesen.

THW-Linksaußen steht vor der DHB-Premiere

Im Training: Dahmke zieht konzentriert seine Bahnen, spult sein Repertoire ab. "Er macht sein Ding, genau wie beim THW Kiel. Rune hat seine Nominierung verdient, ist keiner, der auf die Kacke haut", sagt Nationalmannschafts-Kapitän Uwe Gensheimer. Der 29-Jährige, der im Sommer von den Rhein-Neckar Löwen zu Paris St. Germain wechselt, ist der absolute Star der Mannschaft. Er, wie Dahmke ein Linksaußen, hat sich längst dran gewöhnt, die Jungen - wie zuletzt beispielsweise Matthias Musche (SC Magdeburg) - an die Hand zu nehmen. "Das kenne ich schon, aber Rune macht einen rundum positiven Eindruck." Dann sagt Gensheimer noch: "Die Mannschaft steht sehr eng beieinander, die Leistungsdichte ist groß." Als wolle Gensheimer dem Kieler mit auf den Weg geben: Bloß nicht anecken! Bloß nicht abheben!

Beim Medientermin: Das Interesse an der Nationalmannschaft ist groß, Dahmke steht gelassen Rede und Antwort. Was Gensheimer nicht wissen kann: Die Gefahr, die Bodenhaftung zu verlieren, tendiert in der Familie Dahmke gen Null. "Wir sind in der vierten Generation im Handball tätig, und das war schon immer so. Das wird sich auch bei Rune nicht ändern. Er wird am Boden bleiben", sagt Frank Dahmke (52). Was der Papa, von 1981 bis 1991 ein Zebra, mit 25 schaffte, erreicht Rune nun drei Jahre früher: die erste Nominierung für die Nationalmannschaft. "Das war mir gar nicht bewusst, aber das werde ich bestimmt demnächst mal in der Familie auf den Tisch bringen", sagt Rune frech, Papa Frank lächelt milde. Die ganze Familie ist stolz auf den Shootingstar der Zebras. "Dieser Erfolg ist ein schönes Gefühl für uns, aber ganz besonders für ihn", sagt Frank Dahmke, der es auf sechs Länderspiele brachte.

Der Vater "hatte immer eine Vorbildfunktion", sagt Rune. Er habe mit Handball Geld verdienen wollen und davon geträumt, beim THW zu spielen. Jetzt das Debüt in Schwarz-Rot-Gold. Frank Dahmke kann seinen Stolz am Ende doch nicht ganz verbergen. "Und dann auch noch in Kiel - das ist ein Highlight."

Vor dem Supercup übt sich Rune Dahmke in Gelassenheit. "Ich habe mir nichts vorgenommen, will mich in der Mannschaft präsentieren, bekannt machen." Einen besonderen Einstand habe er noch nicht geben müssen. Und für abendliche Sightseeing-Touren mit der Mannschaft durch seine Heimatstadt sei bisher "noch keine Zeit" gewesen. Das sei jedoch eine gute Idee. Doch Dahmke lenkt den Blick schnell zurück auf die drei Gegner. Die seien alle "ernstzunehmen", der Supercup "kein Wellness-Turnier". Klingt nach Bodenhaftung à la Familie Dahmke.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 06.11.2015, Foto: Archiv/Alexander Behnfeld)

 

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