KN: Deutsche Handballer unterliegen Spanien

Weitere
Montag, 04.05.2015 // 15:58 Uhr

Leon. Die deutschen Handballer haben den Big Point verpasst, sind aber trotz der ersten Niederlage weiter auf Kurs EM 2016 in Polen. Vier Tage nach dem 29:28-Heimsieg gegen Spanien unterlag das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson gestern in Leon dem WM-Vierten mit 20:26 (8:11). Dadurch verlor die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) Platz eins in der Gruppe sieben an den punktgleichen Weltmeister von 2013, hat aber weiter gute Chancen auf die EM-Teilnahme.

EM-Quali: Sigurdsson-Team verliert Rückspiel in Leon mit 20:26

Bester deutscher Torschütze in Leon war Uwe Gensheimer mit fünf Treffern, die Kieler Steffen Weinhold (4) und Patrick Wiencek (2) steuerten sechs Tore bei. "Wir wollten hier gewinnen, das hat jeder gemerkt. Genau solche Spiele brauchen wir für unsere Entwicklung", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning und hob Spaniens Torhüter Arpad Sterbik als Matchwinner hervor: "Dass man mal an Sterbik scheitern kann, hat jeder Spieler schon mal erlebt."

Die Deutschen haben trotzdem beste Aussichten, in den beiden verbleibenden Spielen am 10. Juni in Vantaa gegen Schlusslicht Finnland und am 14. Juni in Kiel gegen Österreich das EM-Ticket zu lösen. Das Hinspiel gegen den Tabellendritten Österreich (4:4 Punkte) gewann das Sigurdsson-Team mit 28:24. Die Vorrundengruppen für die EM vom 17. bis 31. Januar werden am 20. Juni in der Salzmine Wieliczka nahe Krakau ausgelost. Die beiden Erstplatzierten aus jeder der sieben Gruppen qualifiziert sich für die Europameisterschaft, sowie der beste Gruppen-Dritte.

Vor dem Rückspiel nahm Sigurdsson zwei Veränderungen im Vergleich zum 29:28-Sieg in Mannheim vor. Der junge Simon Ernst vom VfL Gummersbach ersetzte den erfahrenen Rückraumspieler Stefan Kneer von den Rhein-Neckar Löwen, und der Wetzlarer Andreas Wolff rückte für den Berliner Torhüter Silvio Heinevetter ins Team. Wolff erwies sich schon in der Startphase als sicherer Rückhalt und vereitelte Chancen der Spanier.

Dominiert wurde die Partie in den ersten 30 Minuten von den Abwehrreihen. Sowohl die deutsche Mannschaft, bei der sich Niklas Pieczkowski und Martin Strobel auf der Spielmacher-Position abwechselten, als auch der Gastgeber taten sich schwer, ihre Angriffe aufzuziehen. Erschwerend für das DHB-Team kam hinzu, dass im Bestreben eines schnellen Spiels die Passgenauigkeit fehlte.

Größtes Manko war die Chancenverwertung. Dies wurde auch in der zweiten Halbzeit nicht besser. Bis zum 10:14 (37.) landete nur jeder dritte Wurf im spanischen Tor. Uwe Gensheimer vergab die Chance zum 15:17, indem er in der 42. Minute einen Siebenmeter über den Kasten warf. Anschließend ereilte die deutschen Spieler ein kollektiver Blackout: Bis zur 45. Minute geriet der Gast mit 14:20 in Rückstand. Danach kämpfte sich die DHB-Auswahl zwar auf 19:22 (53.) heran, konnte das Spiel aber nicht mehr drehen.

(Aus den Kieler Nachrichten vom 04.05.2015, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

STATISTIK: EM-QUALIFIKATION, 03.05.2015: SPANIEN - Deutschland 26:20 (11:8)

Spanien: Sterbik, Perez de Vargas; Rocas (1), Maqueda (2), Fernandez, Tomas (3), Entrerrios (3), Aguinagalde (4), Rodriguez, Canellas (3), Morros (1), Ruesga (2), Garcia, Rivera (6/3), Guardiola, Dujshebaev (1)

Deutschland: Wolff, Lichtlein, Gensheimer (5/2), Musche,  Drux (2), Lemke, Ernst (1), Strobel, Pieczkowski (1),  Weinhold (4), Wiede, Groetzki (4), Rahmel, Wiencek (2), Pekeler, Schmidt (1)

Schiedsrichter: Gjeding/Hansen (Dänemark)

Zeitstrafen: 8:10 Minuten (2x Tomas), Rocas, Guardiola - Gensheimer, Wiencek, Weinhold, Schmidt, Drux).

Siebenmeter: 3/3:2/1 (Gensheimer übers Tor)

Spielfilm: 3:1 (10.), 4:4 (15.), 5:7 (21.), 8:7 (25.), 11:8 - 13:9 (35.), 14:12 (38.), 20:14 (46.), 22:19 (53.), 26:20

Zuschauer: 4.500 (ausverkauft) (Leon, ESP)

 

Mehr zum Thema

"Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns", hatte THW-Trainer Alfred Gislason am Vortag der "sky-goes-REWE"-Cup-Premiere vor allzu viel Euphorie nach zuletzt zwei Testspiel-Erfolgen gegen Flensburg und den FC Barcelona gewarnt. Der erfahrene Isländer sollte einmal mehr Recht behalten: Der THW Kiel hat die Generalprobe für die am Sonnabend mit dem Pokal-Wochenende in Göttingen beginnende Saison...

15.08.2018

Mit einer guten Atmosphäre und einer großen Portion Optimismus startet der THW Kiel mit dem DHB-Pokal-Erstrundenturnier am Wochenende in die Saison. "Wir wollen uns in der Meisterschaft für die Champions League qualifizieren und in beiden Pokal-Wettbewerben das Final Four erreichen", gab der Sportliche Leiter Viktor Szilagyi die Ziele für die Saison aus. Trainer Alfred Gislason äußerte sich bei...

14.08.2018

Drei Tage nach dem 31:22-Erfolg gegen Flensburg hat der THW Kiel auch das zweite von drei intensiven Testspielen gewonnen: Vor 8056 Zuschauern bei "Helden des Handballs" in der Hamburger Barclaycard-Arena besiegten die "Zebras" im Europa-Duell den spanischen Titelträger FC Barcelona mit 28:24 (15:11). Bester Torschütze der Partie, in der die Kieler über weite Strecken das Geschehen...

12.08.2018

Neumünster. Die neue 6:0-Deckung: läuft wie geschmiert. Die Abläufe im Angriff: sehenswert, jetzt schon. Die Harmonie im Innenblock: frappierend. Der erste Härtetest des THW Kiel am Donnerstagabend in Neumünster gegen die SG Flensburg-Handewitt verlief hervorragend. Die Protagonisten des Handball-Rekordmeisters versuchten nach dem 31:22 (siehe THW-Spielbericht) dennoch, die Euphorie zu bremsen.

11.08.2018

Herzogenaurach. Drei gelbe Reaktionsbälle - also unförmige, beulige Flummis, die widerspenstig in alle Richtungen wollen - prallen vom Boden ab. Vier Hände schießen in die Mitte, fuchteln hektisch ins gelbe Gewusel. Niklas Landin hat in jeder Hand einen, Andreas Wolff greift ins Leere. Mattias Andersson lacht. Der 40-Jährige ist neuer Torwarttrainer beim THW Kiel - und der Schwede holt so manchen...

11.08.2018

Der THW Kiel hat den Auftakt seiner intensiven Testspiel-Reihe bis zum Saisonstart klar gewonnen: Vor 2.800 Zuschauern in den ausverkauften Holstenhallen in Neumünster besiegten die Zebras die SG Flensburg-Handewitt mit 31:22 (14:8). Bester Torschütze war Lukas Nilsson, der in den ersten 30 Minuten glänzend Regie führte und fünf Mal traf.

09.08.2018

Herzogenaurach. In unbeobachteten Momenten im Training mutet Harald Reinkind an wie ein britischer Gentleman. Der Scheitel des 2,01-Meter-Mannes sitzt perfekt, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, aufrechte Haltung, wacher Blick, im Bedarfsfall ein Lächeln so herzlich wie der Geirangerfjord tief ist. Reinkind war ein Löwe, ist jetzt ein Kieler Zebra beim THW Kiel. Warum? Darüber gehen die...

04.08.2018

34, 38, 35, 31 Grad - Herzogenaurach schwitzt. Und mit ihnen seit vier Tagen die Zebras, die in der tropische Hitze Einheit um Einheit absolvieren. Sprints, Ausdauerläufe, taktisches Training in der schwül-warmen Halle. "So heiß wie in diesem Jahr war es während des Trainingslagers noch nie", sagt Marko Vujin und nimmt einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche. "Und ich kann mich nicht daran...

02.08.2018