KN: Eine Mannschaft am Stock

Kräftezehrender Saisonverlauf: Domagoj Duvnjak ist sichtlich gezeichnet.
Weitere
Freitag, 23.10.2015 // 13:00 Uhr

Kiel. Ein Pflaster über der rechten Augenbraue war das, was am Donnerstagmittag noch übrig war vom 35:32 des THW Kiel am Mittwoch in der Champions League gegen RK Celje. "Kopfschmerzen, sonst ist alles gut", sagte René Toft Hansen, Kapitän des 20-maligen deutschen Handballmeisters, der in der zweiten Halbzeit mit zwei Stichen genäht worden war. Vor dem nächsten Pflichtspiel am kommenden Mittwoch im DHB-Pokal-Achtelfinale in Coburg ist die Liste der Spieler mit Blessuren noch wesentlich länger.

Rückraumspieler Christian Dissinger war in der Begegnung gegen Celje nach einem überharten Ellenbogenchek bereits in der ersten Minute ausgefallen. Diagnose: schwere Rippenprellung und Bluterguss. "Zum Glück konnten wir eine Fraktur ausschließen", sagte Mannschaftsarzt Dr. Frank Pries am Mittwoch. Joan Canellas (Schleimbeutelentzündung rechte Schulter) und Spielmacher Domagoj Duvnjak (Rippenprellung) waren ohnehin gehandicapt ins Spiel gegangen. Umso erstaunlicher die Energieleistung des Kroaten. Auch hinter dem Comeback von Linksaußen Torsten Jansen steht wieder ein Fragezeichen. Nach guten Trainingseinheiten warfen Probleme an der Achillessehne den Ex-Hamburger nun doch wieder zurück. Angesichts der fortschreitenden Genesung von Dominik Klein wird das Zeitfenster für eine Rückkehr aufs Feld für Jansen kleiner und kleiner.

Bedingungen, unter denen die Zebras gegen Celje fast auf empfindliche Weise gestolpert wären – trotz 17 Paraden von Niklas Landin im Tor und insgesamt zwölf Tempogegenstoß-Toren. "Vielleicht hat ein bisschen die Kraft gefehlt nach dem harten Spiel in Veszprem", resümierte Landin. Und Linksaußen Rune Dahmke sagte rückblickend: "In solchen Spielen geht es auch mal über den Kampf und die Stimmung in der Halle." Fantastische letzte sieben Minuten verhinderten schließlich die erste Champions-League-Heimniederlage seit dem 9. Oktober 2011 (23:24 gegen Montpellier HB). Und das Tempo: Gislason hatte auf eine 3:2:1-Deckung umgestellt und Steffen Weinhold auf Rechtsaußen auf dem Feld gelassen, um nicht wechseln und schneller umschalten zu müssen. Ein Plan, der aufging. Gislason: "Die Abwehr hat das Spiel gewonnen."

"Meine Spieler waren müde, und ich konnte einfach nicht viel wechseln." Die Mannschaft von Alfred Gislason geht nach 19 Spielen seit dem 15. August schon zu einem frühen Zeitpunkt in der Saison am Stock. Heute und am Sonnabend haben die Spieler trainingsfrei, bereiten sich danach auf das Pokalspiel in Coburg vor. Anschließend geht es in der Bundesliga am Sonntag (1. November) zu den Füchsen Berlin. Dort wird auch Kreisläufer Igor Anic wieder im Kader stehen.

Gerüchten, der THW würde während des Winter-Transferfensters noch einmal auf den fortschreitenden Kräfteverschleiß reagieren und um die Dienste des 29-jährigen Slowenen Marko Bezjak, Spielmacher des SC Magdeburg, werben, erteilte Geschäftsführer Thorsten Storm indes eine Absage ("Stimmt nicht"). "Unser Kader ist nicht so klein", sagte Storm. Bis zum 27. Dezember müssen die Zebras voraussichtlich noch 15 Spiele in der Bundesliga, im DHB-Pokal und in der Champions League absolvieren.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 23.10.2015, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

Mehr zum Thema

Ein TV-Blackout bei der anstehenden Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark ist vom Tisch - darüber hinaus können sich die Handball-Fans jetzt erst einmal entspannt zurücklehnen: Bis einschließlich der Weltmeisterschaft 2025 werden "Das Erste" und das ZDF live von den Spielen der deutschen Handball-Nationalmanschaft berichten. Das gaben beide Sender am Montag bekannt. Somit werden...

22.10.2018

Die Vorfreude auf die Heim-Weltmeisterschaft 2019 steigt bei den Handball-Fans von Tag zu Tag: Am Sonntag zeigen der THW Kiel und seine Fans ihre Begeisterung für das Turnier der Superlative: Beim Heimspiel gegen den VfL Gummersbach ist die WM-Roadshow der DKB Handball-Bundesliga zu Gast in der Sparkassen-Arena.

18.10.2018

Kiel. Drei Tage nach der Trennung vom Handball-Rekordmeister THW Kiel (siehe THW-Bericht) hat Rückraumspieler Christian Dissinger einen neuen Verein gefunden. Der 26-Jährige schließt sich ab sofort und für zunächst zwei Jahre Vardar Skopje an. Das bestätigte der Verein gestern.

12.10.2018

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft wird ihren letzten Test vor dem Start der Weltmeisterschaft im eigenen Land in Kiel absolvieren: Am Sonntag, 6. Januar, wird voraussichtlich um 14 Uhr der Panamerika-Meister Argentinien Gegner der DHB-Auswahl sein, die sich vor möglichst großer Kulisse und mit einem guten Spiel Selbstvertrauen für die Titelkämpfe in Deutschland und Dänemark holen will. "Mit...

09.10.2018

Kiel. Am Ende sorgten beide Seiten schnell für klare Verhältnisse: Christian Dissinger ist ab sofort nicht mehr Spieler des THW Kiel. Der Handball-Rekordmeister und der 26-jährige Rückraumspieler einigten sich - wie von unserer Zeitung vorab berichtet - am Montag endgültig auf die Auflösung des bis zum 30. Juni datierten Vertrages (siehe THW-Bericht). Einen neuen Verein hat der Europameister von...

09.10.2018

Christian Dissinger und der THW Kiel gehen ab sofort getrennte Wege. Der 26-jährige Rückraumspieler und der Handball-Rekordmeister einigten sich auf die Auflösung des ursprünglich bis zum 30. Juni 2020 datierten Vertrages.

08.10.2018

Köln. 100 Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel gegen eine vereinte koreanische Mannschaft hat der Deutsche Handballbund (DHB) in Köln das neue Trikot der Handball-Nationalmannschaft präsentiert. Zum ersten Mal werden die Bad Boys das Trikot beim EM-Qualifikationsspiel am 24. Oktober gegen Israel tragen. "Die Vorfreude auf die WM steigt jeden Tag, aber wir wissen auch, wie viel Arbeit noch vor uns...

04.10.2018

Linkshänder Marko Vujin vom THW Kiel fällt einige Wochen aus. Der 33-jährige Rückraumspieler des deutschen Handball-Rekordmeisters musste sich in der vergangenen Woche einem urologischen Eingriff unterziehen. 

25.09.2018