KN: Handballer machen locker die EM klar

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Donnerstag, 11.06.2015 // 08:33 Uhr

Vantaa. Pflicht erfüllt. Dank eines erwarteten Kantersieges und der Schützenhilfe von Spanien haben die deutschen Handballer die EM-Teilnahme in Polen vorzeitig perfekt gemacht. Der WM-Siebte deklassierte den überforderten Gastgeber Finnland mit 34:20 (16:8). Anschließend gewannen die Spanier in Österreich mit 30:24 (16:12). Damit kann das Top-Duo Deutschland und Spanien am letzten Qualifikations-Spieltag nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze der Gruppe 7 verdrängt werden.

Spanien hilft mit Sieg gegen Österreich

Bei einem Sieg von Österreich gegen den WM-Vierten Spanien hätte die deutsche Mannschaft zum Abschluss der Ausscheidung am Sonntag (15.15 Uhr/ZDF) in Kiel (noch gibt es Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen) gegen die Alpen-Republik mindestens einen Punkt benötigt, um das EM-Ticket zu lösen.

In Vantaa waren Uwe Gensheimer mit sechs und Patrick Wiencek mit fünf Treffern beste Torschützen im deutschen Team, im dem auch Schlussmann Silvio Heinevetter überzeugte. "Das war eine sehr konzentrierte Leistung. Wir haben nie Zweifel daran aufkommen lassen, dass wir uns für die EM qualifizieren wollen", lobte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Zwei Jahre nach dem peinlichen Aus auf dem Weg zur EM 2014 in Dänemark hatte Bundestrainer Dagur Sigurdsson mit den Hinspielerfolgen gegen Österreich, Finnland sowie Spanien und trotz der Rückspielniederlage gegen die Iberer von Beginn an Kurs auf das EM-Turnier vom 15. bis 31. Januar 2016 genommen.

Bei den harmlosen Finnen hatte die deutsche Mannschaft wenig Mühe, ihr Spiel umzusetzen. Fünf Tage nach Ende der kraftzehrenden Bundesliga-Saison fand die DHB-Auswahl schnell ins Spiel und spulte routiniert ihr Programm ab. Von 4:2 (7.) über 8:3 (13.) und 12:4 (22.) erspielte sich das Team um Kapitän Gensheimer schon zur Pause mit dem 16:8 einen komfortablen Vorsprung.

Dank der Überlegenheit und der deutlichen Führung schon nach 30 Minuten konnte es sich Sigurdsson erlauben, allen Spielern Einsatzzeiten zu geben. Youngster Simon Ernst vom VfL Gummersbach sorgte so in der 40. Minute für das 23:12. Danach ließ die DHB-Auswahl etwas die Zügel schleifen. In einer Auszeit nach dem 25:16 (46.) forderte der Bundestrainer wieder mehr Konzentration, und Gensheimer sorgte mit einem Siebenmeter zum 30:18 (52.) für das Hinspielresultat und die Vorentscheidung.

(Aus den Kieler Nachrichten vom 11.06.2015)

Statistik: EM-Qualifikation: Finnland - Deutschland: 20:34 (8:16)

Finnland: Mäkelä, Roslander — Koljonen 3, Joachim Broman 1, Forss, Rönnberg 7/1, Helander 1, Weber, Sundberg 3, Benny Broman 1, Hellakoski, Söderlund, Thor 1, Mäkelä, Remy, Tamminen 3/2, Auer.

Deutschland: Heinevetter (Füchse Berlin), Lichtlein (VfL Gummersbach) — Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 6/5, Lemke (TBV Lemgo) 2, Wiencek (THW Kiel) 5, Reichmann (KS Vive Tauron Kielce/Polen) 1, Wiede (Füchse Berlin) 1, Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) 3, Weinhold (THW Kiel) 3, Schmidt (TSG Friesenheim), Pevnov (Füchse Berlin) 2, Schöngarth (TuS N-Lübbecke) 2, Musche (SC Magdeburg) 3, Ernst (VfL Gummersbach) 3, Drux (Füchse Berlin) 3, Pieczkowski (TuS N-Lübbecke).

Strafminuten: 6 / 6

Zuschauer: 1300.

 

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