KN: Patrekur Johanesson: "Katar wird Weltmeister"

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Dienstag, 27.01.2015 // 08:45 Uhr

Doha. Im Achtelfinale gegen Katar war Österreich die deutlich bessere Mannschaft, doch am Ende feierte am Sonntagabend der Gastgeber überschwänglich einen 29:27 (13:14)-Sieg. Warum? Im Lager der Besiegten war der Grund schnell gefunden. "Ich habe den Schiedsrichtern gesagt, dass sie bisher die Besten des Turniers gewesen sind", sagte Torhüter Thomas Bauer vom TBV Lemgo, "und in den letzten fünf Minuten unseres Spiels das Gegenteil".

Dass das kroatische Gespann Boris Milosevic/Matija Gubica zunehmend seltsam pfeifen durfte, hatte das Team um Kapitän Viktor Szilagyi (Bergischer HC) sich allerdings auch selbst zuzuschreiben. Allein Raul Santos hätte für eine möglicherweise vorentscheidende Pausenführung sorgen können. Doch der pfeilschnelle Linksaußen des Bundesligisten VfL Gummersbach hatte eine erschreckende Erfolgsquote von 25 Prozent (acht Würfe/zwei Tore).

Nach dem Seitenwechsel, so das kollektive Gefühl der Österreicher, lag das erstmalige Erreichen eines WM-Viertelfinals nicht mehr in ihren Händen. "Ich habe noch nie so viele Offensivfouls in einer Halbzeit erlebt wie in dieser", sagte Szilagyi. "Wir konnten unser gewohntes Spiel im Rückraum nicht mehr aufziehen und haben schließlich den Mut verloren." Vielleicht müsse man das in einem solchen Spiel erwarten, er könne es aber nur sehr schwer akzeptieren. "Wir werden dieses Spiel in Ruhe analysieren", sagte Szilagyi. Ob er sich das Video auch noch einmal ansehen werde? "Eher nicht." Für den genialen Mittelmann war das 195. Länderspiel mit hoher Wahrscheinlichkeit sein letztes.

Er wolle sich dazu aber nicht unmittelbar nach einem solchen Spiel äußern, sagte der 36-Jährige, der 2007 mit dem THW Kiel die Champions League gewann. "Ich werde mich erst einmal in Ruhe mit meiner Familie besprechen und dann meine Entscheidung dem Teamchef mitteilen." Mit dem Achtelfinal-Aus verpassten die Österreicher auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio. Für sie, das war im Bauch der mit 11500 Zuschauern gefüllten Lusail-Arena zu spüren, zerplatzte ein großer Traum. Auch Trainer Patrekur Johanesson hatte große Probleme, in der Pressekonferenz die Fassung zu bewahren. Er wolle sich nicht zu den Schiedsrichter äußern, sagte der Isländer. Dann tat er es doch: "Ich glaube, Katar wird Weltmeister."

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 27.01.2015)

 

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